Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 92 (25.11.1886)
- Date
- 1886-11-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449686--25386-2515219- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
schenk zu empfehlen. Der Text und die llebersetznug sind, soweit ich beobachten konnte, eorrect, der Druck ist deutlich und dem Anne wohlthncnd. >>. Zeitungsnachrichten und Correspslrdenzerr. D c u t s ch l a it d. Mainz, ‘24. Nob. Wir erhalten von Herrn Rabbiner Dr. Levi in Gießen die nachstehende Zuschrift^ die wir „unverändert" zum Abdruck bringen, die Richtigstellung derselben uuserm Herrn Korrespondenten in Gießen überlassend: Gießen, 22. November. Der Korrespondenz-Artikel aus Gießen in Nr. 89 d. Ll. behauptet, es bilde sich hier in Gießen eine orthodoxe Separatgem ein de. Es ist das unwahr oder doch ein Irrthnm. Die beabsichtigte Separation hat mit der s. g. Orthodoxie nicht das Mindeste zu schaffen; cs liegt ihr nicht das mindeste religiöse Motiv zn Grunde; vielmehr einzig und allein und cs ist bedauerlich, das sagen zu müssen,_cin — Geldmotiv. Ter Vorstand der Gemeinde verlangt nämlich von den Zngczogencn, che er ihnen die volle» 9!echte wirklicher Gemeinde- Mitglieder cinranmt, ein gewisses, mitunter freilich etwas hohes Einzngsgcld, das dieselben nicht zahlen wollen. Hätte der Vorstand ans geschehene Reklamation hin seine Forderungen mehr ermäßigt, es wäre kein Separatio ns gelüste in der Gemeinde aufge taucht. Tenn für die s. g. Orthodoxie, der ächten oder der falschen, ist hier in Gießen überhaupt kein Boden. Doch in die Sache noch nicht so weit, wie der Schreiber jenes Artikels meint. Es steht von dem gesunden Sinn der Männer beider Seilen ein Kompromiß zn hoffen, der allem Zerwürfnis; ein Ende macht und die Einheit der Gemeinde unangetastet laßt. Rabbiner Dr. Levi. (Es wäre sehr bedauerlich, wenn sich die Sacke wirklich so verhielte, wie Herr Rabb. Dr. L e v i sie darstellt; daß in Gießen für die jüdische Orthodoxie iwas ist das: falsche Orthodoxie? Orthodoxie beißt: Rcchtgläubigkeit— eine falsche R eck tgläubigleit, das ist doch offenbarer Unsinn) überhaupt kein Boden wäre' Wie wacker müßte da Herr Dr. Levi während seiner fast sechzigjährigen Amrsrhärigkeit gearbeitet habcrr, um das echte Iudenrhum zü entwurzeln! Glauben wir ihm dcßhalb nicht. yr~ ctn? rr Niemand ist berechtigt, über sich selbst ein so vernichtendes Unheil zn fällen. Hoffet! wir vielmehr, daß die Glaubensgenossen in Gießen, die gegen das Indenlhnm noch nicht völlig gleichgiltig geworden, sich zu keinem Eompromissc verleiten lassen, sondern sich bemühen werden, die Fahne des echten Zudenthnms zu entfalten und hochzuhaltcu. Der allmächtige Gott .i"2 wird ihnen Hilfe ut'd Beistand nicht versagen. — Aller Anfang ist schwer; cs war an andern Orten, wo jetzt musterhafte orthodoxe Separatgemeinden blühen, auch nicht viel besser. Auch dort schob man den Begründern derselben ähnliche Motive unter: aber sie ließen sich nicht beirren, und Gott gab seinen Segen. — Red.) Speyer (Nheinpfalz), 22. Nov. Es gereicht uns zu ganz besonderer Freude, Ihnen heute mittheilcn zu können, daß wir in hiesigen.Kreise» dieser Tage gelegentlich der Besprechung unserer, vergangene Woche in Ihrem geschätzten Blatte veröffentlichten beiden Artikel,~ mit welchen wir die leider in der hiesigen jüdischen Gemeinde jetzt herrschenden Zustände und die charakteristische jüdische Gesinnungs- und Denkungsweise des — momentan noch — au der Spitze der hiesigen jüdischen Gemeinde-Vertretung stehenden Mannes in gedrängter Kürze in gebührender abfälligster Weise gekennzeichnet, manches anerkennende und beifällige Wort zn hören bekanren. -Nach dieser anfmuuternden Wahrnehmung sind wir nnumehr der festen Ucberzeugnng, daß dieser Man;?, der bei der innasten Wahl schon von den 3 zu wühlenden Mitgliedern des, die hiesige jüdische Gemeinde-Vertretung bildenden Synagogen-Ansschnsses die wenigsten Stimmen erhielt und überhaupt von Glück sagen konnte, nicht schon damals ans der Gemeinde-Vertretung entfernt worden zu sein, nach der im kommenden Monate Mai fiatrsindenden Neuwahl s. G. w. nicht mehr in der Lage sein wird, uns ferner mit seinen — in seinen Augen jedenfalls ungemein geistreichen — Reform - Ideen zn beglücken. Darüber jedoch, daß gelegentlich der jüngsten Wahl die beiden übrigen G. s. D. noch recht aufrichtig religiösen Mitglieder des Snnagogen.-Ansschnffes es über fick gewinnen konnten, diese ihnen doch genügsam bekannte Persönlichkeit auch noch znm Vorstande des Ausschusses zu wählen, möchten heute denn doch noch nachträglich unserem peinlichsten Befremden und liesstcn Bedauern ganz besonderen Ausdruck geben. Wir werden f. Zr. kurz vor der Neuwahl nicht verfehle», mir der rücksichtslosesten Offenheit die Amtshätigkcir dieses Mannes in verdienter Weise zn krilisiren und durch'unsere freimürhigen ‘Auseinandersetzungen