Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 92 (25.11.1886)
- Date
- 1886-11-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1 '. 1588 flcfiiflt: Trinke und fjätte den fremden triilken lasser«, so hätte sie dadurch bewiese», das; sie die Reinlichkeit nicht sonderlich liebte, weil sie bas- Wasser, von welchem ein Fremder, vielleicht mit einer Krankheit Behafteter, getrunken, nach Dause gebracht hätte. Wenn sie aber den .ttrug vor den Augen des Fremden ohne Weiteres ansgeleert und frisch gefüllt hätte, so wäre dieses eine Beleidigung für den Fremden gewesen; durch daS Tränken der Äameele aber ergab sich die Gelegenheit, den Zlrng ohne Beleidigung des Fremden zu entleeren, wiederholt ausznspülen und frisch zu füllen. Und Niwkah bestand glänzend die. Prüfung: sie wies nicht mißgünstig das Verlangen des Fremden ab, sie that geduldig genau so, wie er es verlangt hatte, sie bewies ihren Sinn für Reinlichkeit, sie scheute die Mühe nicht, hin- und herzulaufen, sie fand verständig den Answeg, den Fremden nicht zu beleidigen, sie antwortete ihm in wohlgesetzter Rede und bewies durch alle ihr Thun und Reden, daß sie den Fremden mit Freundlichkeit entgegenkomme. Das war die Frau, die für das gottgesegnete Hans Abrahams die geeignetste war, und in der That übertraf sie alle Erwartungen, übertraf sie das große Vorbild der Mutter ihres Gatten. Wir haben bei der Schilderung des Charakters unsrer Mutter Sarah als die größte That ihres Lebens hervorgehoben, daß sie, selbst auf die Gefahr hin, mit ihrem edlen Gatten in Eonslict zu gcrathcn, keinen Anstand nahm, Alles daran zu sehen, um ihren >L.ohn vor de«n bösen Einflüsse des Bruders zu bewahren. Für Niwkah gestaltete sich die Pflicht, dem guten Sohne zu seinem Rechte zu verhelfen, zu einer bedeutend schwierigeren. Hier galt es nicht, gegen den Sohn einer Fremden, gegen den Sohn der Magd aufzutreten, sondern gegen den eigenen Sohn, den sie' unter ihrem Herzen getragen. Esaw und Jakob waren Zwillingsbrüder: Esaw war um einige Minuten älter; ihm gebührte das Recht der Erstgeburt. Sie wuchsen heran, und bald zeigte sich der Unterschied zwischen Beiden. Esaw ward ein Mann des Feldes, der an den wilden Vergnügungen der Jagd seine Freude fand. Um ein Linsengericht verkaufte er die Erstgeburt und das damit verbundene priesterliche Amt. Was sollten ihm Tugerrd und Frömmigkeit, welche doch die irdischenErenüpe beschränken, da er ja die Fortdauer der Seele nach dem Tode, Lohn und Strafe im ewigen Leben leugnete? So nahm er sich auch Frauen von den Töchtern des Landes. Göxendienerinnen, die dem Götzendienste selbst dann nicht entsagten, als sie in die Familie Jizchaks eingetreten waren. . Eiil ganz Anderer lvar Jakob: er war ein srolumer, ansrichuger Mann, der in den Wegen seines Großvaters Abraham und seines ^Vaters Jizchak wandelte. Wie einst Abraham in seiner Liebe für Jischmaill diesen nicht durchschaute, so ließ sich Jizchak von Esaw täuschen und wollte ihm den Abrahamssegcn enheilen. Das hörte Riwkah zu ihrem Schrecken, und sie beschloß, für ihren würdigen Sohn entzutreren. Wie schwer muß das der edlen Mutter geworden sein! Liebte sie doch auch den Esaw, ihren Sohn, trotz seiner vielen Fehler, wie nur eine Mutter ihr Zttud lieben kann! (Vergleiche 1. L. M. E.. 27. V. 45). Allein, die hohe Zukunft ihres Hauses galt ihr mehr als alles Andere. Diese große Zukunft konnte nur durch den musterhaften, gottesfürchtigen Sohn, durch Jakob, verwirklicht werden, und nur dann, wenn ihm der Abrahamssegen zu Thei! werden würde. Nicht nur ihrem Garten, nicht nur ihrem Sohne Esaw gegenüber muß sie Partei nehmen, auch bei Jakob findet sie Widerstand. Es widerstrebt ihm, seinen Vater zu täuschen und er fürchtet Fluch statt Segen zu erhallen. Da spricht Niwkah die rührende Worte: yn “rt'Vp '?> „Sollte dir Fluch zu Theil werden, mein Sohn, so komme der Fluch auf mich und nicht auf dich!" Was gilt mir mein eheliches Glück, was die Liebe meines Sohnes Esaw im Vergleiche mit der erhabenen Zukunft, die Gott-unsrem Hanse in Aussicht gestellt hat, und die nur durch dich, mein Sohr: Jakob, verwirklicht werde» kann! Gehorche meiner Stimme und thue wie ich dir geheißen! — Und Jakob gehorchte seiner Mutter, und selbst Jizchak erkannte, daß Riwkah das Rechte gerhan, und freiwillig bestätigte Jizchak die dem Jakob ertheilren Segnungen. ward Riwkah, wie einst Sarah und noch im höheren Grade als diese, die Begründerin der erhabenen Zukunft des israelitischen Volkes. Literarische IHotij. Wir machen das Publikum auf cm neuerdings bei Joseph Schlesinger in Wien beransgekommenes Pentateuch aufmerksam. Dieses in eleganten fünf Bänden zeichnet sich sowohl durch seine Handlichkeit wie seine Einrichtung aus. Es enrhälr außer dem Terr eine wortgetreue Uebersctznng, sämmttiche mit Uebenetzung und r>"*nr rrsr. Es eignet sich daher sowohl zum häuslichen, wie zum Svnagogengedrauch und ist ganz besonders als Prämie oder Barmtzwahge- ^»«*»•*»,«1*0»'