Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 92 (25.11.1886)
- Date
- 1886-11-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVII. Jahrgang. M US» Ein Genlrat - Zrgan für das orthodoxe Zudenlhum. Herausgegeben von 1>r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 22 November 2647 (1886). - Leitende Artikel. WivKay. Mainz, 22. November. „Und es war Jizchak vierzig Jahre alt. als er nahm die Riwkah, die Tochter des Lethucl, des Arammi, aus Paddau Aram, die Schwester des Laban, des Arammi, sich zur Frau." (1. B. M. E. 25. V. 20.) Warum, fragen die Weisen, wird hier wiederholt erzählt, daß Riwkah die Tochter Bethuels und die Schwester Labans gewesen? Das geschieht nur, um ihren Ruhm zu verkünden, das; sie, wiewohl einem götzendienerischen Hanse entstammend, eine vollkommene Fromme geworden (Siehe Nascht zur 'stelle). — Abgesehen von ihrem götzendienerischen Wandel war die Familie der Riwkah eine hervorragende. Ihr Großvater Nachor war ein Bruder Abrahams, und ihre Großmutter Milkah war eine Schwester Sarah's. Aus dieser Familie entstammten die größten Männer des Alterrhums. Der erstgeborene Sohn des Nachor, Uz. war der Stammvater des Hiob, wie cs heißt (Hiob C. 1. B. I): Gin Mann war im Lande Uz, Hiob war sein Name, und cs war der Manu vollkommen, redlich, gottcssürchtig, das Böse vermeidend." — Der zweite Sohn des Nachor hieß Bus; diesem entstammte Elrhu den Barachel (.Hiob E. 32. B. 2), der in edlem Zorne wider.Hiob entbrannte, weil dieser sich Gott gegenüber für gerecht hielt und gegen deffcn drei Freunde, weil ne ihm nicht sachgemäß zu antworten wußten. — Auch Bileam, der große Prophet, war ein Abkömmling dieses Geschlechts. — Aus dieser an bedeutenden Männern und Frauen so reichen Familie sollte (ylicfer, der Abgesandte Abrahams, für seinen jungen Herrn, mr Jizchak, eine dessen würdige Gamn wählen. Er lagerte mit den Unechte» und mir den Äameelen am Wasserbrunncn zur Abendzeit, zur Zeit da die Wafferschöpfcrinnen ans der Stadt kamen. Und er sprach: Ewiger, Gott meines Herrn Abraham, laß es sich doch vor mir fügen heute und erweise Gnade meinem Herrn Abrahain. Siehe, ich stehe an der Wasscrqnclle, und die Töchter der Männer der Stadt gehen heraus, Wasser zu schöpfen. Und cs wird sein, das Mädchen, zu dem ich sagen werde: Neige doch deinen Krug, und ich will trinken, und sic wird sprechen: Trinke, und auch deine Kameele will ich tränken, die hast Tn bestimmt für Jizchak, Deinen Knecht, und daran werde ich erkennen, daß Tu Gnade geübt' mit meinem Herrn (1. B. M. E. 24. B. II—14). Tie weisen Erklärer der heiligen Schrift haben aus diesen Worten Elicfcrs und ans der darauffolgenden Erzählung herausgefnnden, daß es sieben Eigenschaften waren, in Bezug auf welche der Knecht die künftige Gattin feines Herrn einer Prüfung unterzog: 1) ob sie nicht mißgünstig sei, 2) ob sie geduldig sei, 3) ob sie reinlich'sei, 4) ob ne fleißig sei und die Mühe nicht scheue, 5) ob sic verständig sei, 6) ob sic gut zu reden verstehe und 7) ob sie den Fremden mit Freundlichkeit entgegenkomme. „Siehe, ich stehe an der Wafferquellc." Da hätte die Angesprochene antworten können: Du stehst ja an der Waperquelle, warum trinkst du nicht? Was brauchst du mich zn belästigen? — „Hub die Töchter der Männer der Stadl gehen heraus, Wasser zn schöpfen." Ta hätte die Ängesprochene sagen können: Wende dich. doch an eine Andere: ich bin zu jung, zu schwach, oder: ich bin sehr eilig und habe keine Zeit. — „Neige mir doch deinen Krug, damit ich trinke." Da hätte die Angesprochene sagen können: Nimm du dir selber den -trug und lege ihn, wenn du getrunken, wieder auf meine Schulter. — „Trinke, und auch deine Kamecle will ich tränken." Hätte die Angesprochene nur