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Der Israelit · 1886-11-22 · Heft 91 (22.11.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 91 (22.11.1886)
Date
1886-11-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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ItitifU'M mit großen Plätter« und reidieii liiiii^cii l)icil)ci'flcfüumicii sind und mm, ihre Lustschlösser zerstört, ans ihrem Glückstranm atlfgerültctt, sich einer grausame» Wirtlichkeit gegenüber befinden. OhneHeim, ahne Frcutld, ohne Erlverb, des Landes und der Sprache unkundig sind sic den Schreck-. nissen des Hungers und den Verlockungen der Missionäre preisgcgeben. Hunderte dieser Unglücklichen wandern freund-, schütz- und brodlos umher und jammern darnach, nur wieder in ihre Heimath zu-. rückgeschickt zu werden. Aber leider kann ihnen auch in dieser Hinsicht nicht mehr geholfen werden, da die deutschen Hafenbehorden sich dem Landen der Rückkehrcnden widcrsetzen und dies nur in Fällen, wo der Hcimkehrende mit bis zu seinem Heimathsort ausreichenden Gcldmircln versehen ist, gestatten. Ein früherer Ausweg, Beschäftkgungsloscn zur Wciterwanderung nach Amerika behülfiich. zu sein, ist gänzlich abgeschnittcn, seitdem die Bereinigten Staaten nur solche Emigranten, die sich als mittelbesitzende answeisen können, zulauen. Unter diesen Umständen sicht sich die Armencommision Londons zu ihrem großen aufrichtigen Bedauern außer Stande, diesen bemitlcidenswerthcn neu Eingewauderten behilflich zu sein, und im Interesse der hier ansässigen Armen findet sie sich veranlaßt, auf das früher streng cingchaltene Princip zurück zu kommen und nur solche Hilfsbedürftige zu unterstützen, die mindestens sechs Monate hier ansäffig, und die durch unvermeidliche Umstände (wie die jetzt herrschende Beschäftigungslosigkeit) ohne ihre Schuld in Noih gerathe» find. Das Elend und die Roth unter den hier Weilenden zu verringern und zu beseitigen ist unser eifrigstes Bestreben, und, um diesem Elend Einhalt zu thun und Andere vor gleichem Elend zu schützen, ersuchen wir die Mithilfe aller edeldenkenden Glaubcnsgeiiotfcii Deutschlands, Rußlands und Oesterreichs, daß sie vereint mit uns, dieser beklagenswerrhen Einwanderungsfluth Einhalt zu gebieten versuchen, allen Auswanderungslustigcn von ihrem Vorhaben, aufs Ungewisse ein fremdes Land aufzusuchcn, abznralhcn und sie zur Rückkehr in ihre Heimath zu bewegen. Weit bcffer das; sie sich dort, wenn auch nur kümmerlich, ernähren, als daß sie im fremden Lande, der Entbehrung, Verlockungen der Mission, und Enttäuschungen aller Art preisgcgeben, elendiglich uutcrgchen. Lioncl L. Eohcn. __ Präsident. Portsca. Herr A. Leon Emanuel, Gold- und Silbcrarbeitcr hier, wurde mit großer Majorität zum Stadlrarhe iu Porchmomh zum zweiten i Male d. i. für andere drei Jahre gewählt, obwohl sein Gegenkandidat Dr. Hann (ein Ehrist) den Wählern zn bedenken gab, daß bemerkenswerth genug in dieser Stadt — der Kandidat ein Inde sei. Herr Emannel , Rentier und Ex - Mayor dieser Stadt, präsentirte der hiesigen jüdischen Gemeinde eine prachtvolle mit allem Eomfort ausgeftattete Succa zum Anfstellen und Anseinanderlegcu zu den Kosten von L. 5tt (1000 Mark) zur Benutzung für Mitglieder der Gemeinde rnae nr*D. Bemerkenswcrth ist der Umstand, daß der große Tisch in dieser Laubhütte derjenige ist, an welchem im Jahre 1861 der Gesetzentwurf betreffs der Eidesformel der in's britische Parlament gewählten Juden berathcn und genehmigt wurde. In Leicestcr, einer bedeutenden Stadt in England, wurde Herr Israel Hart zum dritten Male als Mayor (Bürgermeister) gewählt. Er ist der erste Jude, der dieses wichtige Amt in dieser Stadt bekleidete. Rach englischem Gebrauche ist er in diesem Amtsjahre, in welchem ihm ein Sohn geboren wurde, mit einer silbernen Wiege beschenkt worden." R n ß l ä n d. Wilna. Die in hiesiger Garnison liegenden israelitischen Soldaten wurden dieses Jahr an den hohen Feiertagen vom Dienste nicht dispensirt, obgleich der Rabbiner Dr. Gordon dieserhalb ein dringendes Gesuch an die Militärbehörde gerichtet hatte. Amerika. Brooklyn, 8. November. Gestern fand im hiesigen Hcbrcw-Orphan-Asylnm (jüd. Waisenhaus) ein religiöser Akt seltener Art statt. An einem zweijährigen Knaben, der zur Zeit nicht beschnitten worden war, wurde von einem 'jrrc unter Assistenz eines Arztes die Beschneidung vollzogen. Alsdann fand eine rnij?D statt, an der der Präsident, sowie sämmtliche Beamte des Waisenhauses Theil nahmen. Die Operation ist gut gelungzn und dem Sinaben geht cs gut. — Gleichzeitig möge die Thatsachc Erwähnung finden, daß die Beschneidnng hier öfters Erwachsenen von Aerzten verordnet wird. Ebenso wurden vor einiger Zeit in einer jüdischen.Familie drei Knaben von 7—11 Jahren an einem Tage beschnitten, weil deren Eltern früher in Wcstindicn gelebt hatten und dort die Beschneidung nicht vollziehen lattcn konnten. i Lehrer Bernhard Alexander. r_j__ _

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