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Der Israelit · 1886-11-22 · Heft 91 (22.11.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 91 (22.11.1886)
Date
1886-11-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1580 bei* blvljcvincu Cbitiaimö der CrU'flruwc „".N'ühldorf," des jüngst unter der Aegide dev Herrn von Schönerer gewühlten niederösterreichischen Landtags- Abgeordneten Bergan! wurde nns mitgetheitt, das; die Ortsgruppe sich aufgelöst habe, denn es walle Niemand mehr zahlen, nachdem man erfahren habe, das; der Schulverein in Nordböhmen n:r Schulen für 4073-Jndenlinder und nur l'.r2 christliche minder erhalte!! Herr Bergan! hätte wohl wirklich als Obmann einer Ortsgruppe nicht mir die Gelegenheit, sondern auch die Pflicht gehabt, sich besserüber die Thätigkeit unseres Vereines zu unterrichten! Um aber allen solchen Lugen endlich ein Ende zu machen, sei zunächst constaiirt, das; nicht Eine, geschweige denn 113 jüdische Schulen in Rordböhmcn oder in irgend einem anderen Gebiete vom Deutschen Schulvereiu erhalten werden. Wir haben unseren Standpunkt hinsichtlich der Unterstützung von israelitischen Schulen, wie solche in den verschiedenen Formen der Eultusschulcn, Schulen jüdischer Gemeinden und Privatschulen jüdischer Lehrer n. dgl. in Böhmen und Mähren Vorkommen, schon wiederholt in den bei den Hauptversammlungen erstatteten Berichten dargelegtund halten auch jetzt an diesen Grundsätzen fest: Tort, wo solche Schulen israelitischen Kindern, deren Eltern sich zum Ezechentlnun bekennen, nur die Kenntnis; der deutschen Sprache vewiffteln—sollen^_wo_ also ein nat'"nales Interesse nicht vorliegt, verweigert der Deutsche Schnlverein grundsätzlich jede Unterstützung.' Dort aber, wo solche Schulen den nationalen Zweck fordern, sei es nun, das; sie auch für christliche Kinder der betreffenden Orte die einzige Möglichkeit des deutschen Unterrichtes bieten, sei es, das; ihre Erhalter den Muth haben, trotz des ans sie ausgeübten Druckes und trotz der ihnen drohenden geschäftlichen Nachtheile sich zum Deutschthum zu bekennen, in diesen Fällen hält cs die Bereinsleitung für ihre Pflicht, solche dem deutschen Unterrichte gewidmete Stätten zu unterstützen. Leider nimmt aber die Anzahl, israelitischer Schuten, welche diesen vom Schulverein gestellten Anforderungen entsprechen, unter dem czechischen Drucke merklich ab: Beweis deffcn die folgenden Zahlen: Im Jahre isst wurden 8 Schulen mit zusammen l'.mi» fl., 1882 12 Schulen mit 1015 fl. unterstützt, wogegen in den Jahren 1884 und 1885 die Anzahl der uuternütztcn Schulen aus 10 und die bewilligten Summen auf 1405. beziehungsweise 12t2 herabsanken. In diesem Jahre endlich sind bis jetzt '» Schulen mit 488 fl. unterstützt worden- Alan mag übrigens die hier dargelegte» Grundsätze billigen oder mistbilligeu, so wird man doch zngestedeu, das; bei einer Gesammtverwendung des Sclmlvereins von f,or«o,ooo st. für das deutsche Schulwesen weit eher Grund zu der Klage vorhanden ist, das; nicht eine grössere Zahl israelitischer Schulen den gestellten Bedingungen entspricht, als zu dem Borwurfe, dass die verhälttüssmässig unbedeutende Summe von $S30 fl. zur Unterstützung von Schulen dieser Art verwendet wurde. Dem Austritte Herrn von Schönerer'-? aus dem Aus'ichtsrathe folgte bald sein Austritt aus dem Vereine, wobei er verlangte, dass sein und seiner Gemahlin Namen „ans dem Mirgliederverzeichniffe des verjuderen Vereines" gestrichen werden. Wir wissen nicht, was Herr von Schönerer eigentlich mir dem Worte „versndet" für einen Begriff, verbindet, aber das Eine wissen wir, dass »eit der Zeit, als Herr von schönerer dem AufsichLsrarbe angehörte und sich um die Wiederwahl in diese Körperschaft lebhaft bemühte, bis zu seinem Austritte, in dem Verein und seiner Leitung »veder hinsichtlich der Mitglieder noch hinsichtlich der Thätigkeit und der Gebahrnng mit dem Vereinsvermögen wesentliche Aendernngen vorgekommen sind, so daß wir nicht begreifen, worin denn die „Verjndttng" gelegen sein soll. Wenn also eine Veränderung vor sich gegangen ist, dann ist sie in den Anschauungen des Herrn von Schönerer und nicht im Schnlverein vorgekommen." England. London, 13. November. Die Unterzeichnete Behörde fühlt sich im Intercne der Humanität nnd des gefährdeten Glaubens veranlasst, alle Gemeinde- Vorstände, Vereine nnd WohUhäligkcirsftcnnde des Eonlinents ans die in ganz England, hauptsächlich aber in London herrschende Arbcktsnoth. von der unsere arme jüdische Bevölkerung in erster Reibe betroffen ist, dringend aufmerksam zn machen! Diese Roth hat in den letzten Monaten eine Höhe erreich: die an das Unglaubliche streift nnd Folgen der allerschlimmsten 4lrt befürchten lässt. Ter Handel liegt darnieder. Fabriken feiern und der arme und wider Willen beschäftigungslose Mann'darbt, und »eine Familie ist ohne Ernährer! Vergebens, dass sich Hunderte von achtbaren arbeitsamen Familienvätern nach der allergeringsten Arbeit unnehen, deren Ertrag ihr und ihrer Familie Dasein, »venu auch nur kümmerlich fristen kann. So beklagenswert!» diese Einheimischen, die der Sprache mächtig und des Landes kundig sind, weit beklagcnslverber aber noch sind die armen ans Polen, Deutschland und Russland Eingewanderten. die auf's Gerarkewohl oder dnrck falsche Vorsviege-

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