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Der Israelit · 1886-11-22 · Heft 91 (22.11.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 91 (22.11.1886)
Date
1886-11-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVlI. Jahrgang. Krilngk i» Ur.!» drs Israelit. Zerittilgsttachrichtcn und Correfpoudeuze». Deutschland. Lirlzbiirg, l8. November. Dienstag den lß. L. verschied nach fast sicbeuwöchciitlichem Krankenlager der auch weit über unser badisches Vaterland hinaus rühmlichst bekannte. Herr Bezirksrabbiner E. Dreyfuß im 82. Lebensjahre. Das heute stattgehabte Leichenbegängnis; legte den Beweis ab in welch hohem Ansehen dieser thcure Verblichene stand, sowohl bei Israeliten als Nichtisraelitcn; und gcftattctc sich die Leichenfeier zu einer wahrhaft imposanten. Von auswärtigen Rabbineu waren erschienen die Herren Lamberger, Riedcrhagenthal, Wormser, Tann, Mock, Müllhausen, I. Cohn, Basel, Dr. Lewin — im Aufträge des Oberrathes — Frciburg, Dr. Rawktsch, Schmieheim. Außerdem kamen Deputationen von Karlsruhe, Freiburg, Müllheim, Lörrach, Kirchas, Eichsrätteu undwou vielen andren Orten. Um 1 Uhr Nachmittags wurde die Leiche in die zu diesem Zwecke feierlichst erleuchtete und dekonrte Synagoge getragen. Hier sprach zuerst Herr Rabbiner Bamberger in meisterhaft wohldurchdachter Rede, anknüpfeud an den dicswöchcntlichen Thoraabschnitt rru* "n 'm wies er nach, daß die die wir hier beklagen und beweinen, nmn *?r'rr;r sei in Bezug auf die große» Eigenschaften und Leistungen des Verblichenen. Sodann sprach Herr Rabbiner Wormser ans Tann, Herr Dr. Lewin aus Frerburg Namens des Oberrathes der Israeliten und seiner Gemeinde über den großen Verlust, den nicht nur die Familie, die Nabbinatsangchörigen, sondern ganz Israel erlitten. Ferner sprach Herr Lehrer Bruchsaler von hier Namens der Lehrer des Bezirkes und der hiesigen Gemeinde. Nachdem einige Psalmen recitirt wurden, bewegte sich der Zug zum'Friedhofe, wo die Herren Rabbiner Tr. Rawilsch und Dr. Eohn in beredten Worten die großen Verdienste des Verblichenen schilderten, die Gemeinde aupordcrteir, im Sinne dieses großen Lehrers und Meisters, der 52 Jahre im hiesigen Bezirke wirkte, nachzuahmen und den ausgcstrcuten Samen fortznpftanzen. Trotzdem der Verblichene sich jeden verbeten, ließen sich die Herren Rabbinen nicht nehmen^"') •ny:n und um der Wahrheit die Ehre zu geben und, wenn auch nur in bescheidener Weise, die großen Verdienste dieses Tiyan p'ik* zu schildern. So schloß, diese erhebende Feier; möge baldigst iu Erfüllung gehen “&:1? men Berlin. Von mehreren Freunden des verstorbenen Stadtverordneten Ludwig Löwe ist dem Magistrat zur Errichtung einer Zweigstiftlmg bei der Alterversorgungsanstalt der Kaiser Wilhelm- und August« - Stiftung unter dem Namen „Ludwig Löwe-Stiftung" die Sunune von 7000 Mark mit dem Ersuchen überwiesen worden, die Zinsen des Kapitals zur Errichtung einer event. zweier Hospitalken-Stellen in der genannten Anstalt zu verwenden. Der Magistrat bezw. das Kuratorium der Kaiser Wilhelm- und Angusta-Stiftung hat das offerirtc Kapital acceptirt, und wird die erforderliche kaiserliche Genehmigung zur Annahme des Geschenks nuvorzüglich eiugehvlt werden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Die „D. Ztg." schreibt: Das von der Leitung des Deutschen Schulvereins versendete Rundschreiben an die Ortsgruppenvorsiände zur Widerlegung der Anschuldigungen des Abgeordneten Schönerer und seiner Genossen liegt uns heute vor. Es führt eine ruhige, aber durchaus cutschicdeuc Sprache und es legt die Wühlereien gegen den deutschen Schnlverein in ihrer ganzen Nichtigkeit dar. In der Einleitung wird zunächst darauf verwiesen, daß sich der Lchulvercin den antisemitischen Zwecken nicht nnterordnen durfte. Es werden dann einige Hauptpunkte der von den Anhängern Schönerer's gemachten Angaben des Näheren gekennzeichnet. Der dritte Punkt, den das Rundschreiben behandelt, betrifft dir Frage der Unterstützung israelitischer Eultusschnlen. In dem Rundschreiben, welches an eine erfundene Mirtheilung der Biliner „Deutschen Volksschrist" anknüpft, heißt es diesbezüglich: „Wir wissen nicht, woher die „Volksschrist" die Fabel hat, daß der Deutsche Schulderem 113 jüdische Schulen erhalte. Nicht einmal die „Politik." welche sie als glaubwürdige Zeugin anruft, deutet etwas Derartiges auch nur im entferntesten an. Aber wohl haben wir bereits erfahren, was mit der Erfindung, der Schulverein gewähre 4000 Indeukindern Unterricht, bezweckt wird: In einer Zuschrift

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