Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 91 (22.11.1886)
- Date
- 1886-11-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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mnaazaara 1 15 artiger, die Vtiu'pcrfrnft absorbirender beiden eine stärkende .Mt ein wcsciitliches (ns md er ms; ist, so wird man leicht begreifen, das; die Genesung eines gesetzcstrenen Israeliten,der in feinen gesunden Tagen sorgfältig aus m-rr gehalten und bei seinem Gemüt hsleidcu vor den verbotenen Speisen zurückschreckt, eben dadurch verzögert, wo nicht gänzlich anfgehalten wird. Ist doch ein solcher Unglücklicher, der sich nur in nichtlndischkm .Streife bewegt, ohnehin aus Allem, was das jüdisch-religiöse Leben sonst mit sich bringt, förmlich herausgerisscn! Sabbat und Woche sind für ihn gleich, bei n?$n und per fühlt er sich durch seine llmgcbung genirr, und lvie kann er n-üie machen inibprcn ro">.2 beten, wenn er gar tcx ’im genossen! Einem solchen schreienden Noth- und Uebelstande vermag nur eine echt jüdische Heilanstalt abznhclsen, und von einem solchen soeben eroffnetcn Institute kann ich heute berichten. Der der orthodoxen Nichtnug augchörige Dr. Kahn, dem der Name eines geschickten Arztes voranfgeht, hat vor einigen Tagen in unserer Unversitätsstadt eine israelitische Heil- und Pslegeanstalt für Nerven- und Gcmüthslcidende in der dem Sicbengebirg gegenüberliegenden, reizend gelegenen Billa Victoria begründet. Tie Anstalt, durchweg als jüdische geleitet, hat ihr eigenes Betlokal, in welchem auch der hiesige Gemeinde-Rabbiner Vorträge halten wird.! Frankreich. Paris. Das der Kammer vom Ministerium vorgelegte Enltusbudget pro 1887 fordert für den Zsr. Eultns die Summe von lSÖ,t)00 Fr, gegen das Vorjahr 8000 Fr. mehr; letztere als Beitrag zur Reparation von Gebäuden des isr. Eultns. Für Besoldung von 63 Rabbinern und Vorsängern sind 143,000 Fr. angesetzt; für Wohnungsentschädigung, Unterstützung von Vorsängern und Verwaltnngsko-; sten der verschiedenen Eousistorien sind 1300O Fr., und für das Rabbincrseminar 22000 Fr. stipulirt. Reims. Unser Rabbiner, Herr Emil (sahen wurde vom Stadlrath einstimmig zum Mitglied der Schulkommission ernannt. Rußland. Petersburg, 13. Rovbr. Kijewer Blätter melden von Mastenausweiürngeu der, Inden aus Kiew unter rigoroser Anwendung längst außer Kraft gesetzter Gesetze. Tie Zahl der Au-sgewiesenen sei groß. 70 S Mi i l U’ t D 11. W i ä) a e t. Erzählung von S. nolnr, Perfasstc von Gabriel. (Fortsetzung.) Am nächsten Morgen war Golzinger mit seinem ehemaligen Stndicugcnossen Tr. Volbrecht, den er früher gehörig instruirt hatte, bei seinem Schwager erschienen und das Baron Öorneck'sche Ehepaar unterfern'gte eine llrkunde, worin sie Lorenz Golziuger als ihren Sohn adoprirten. In den nächsten Tagen überreichte Golzinger ein von Baron Horneck unterfertigtes Majestätsgcsuch, worin jener allerunrerthänigst um die allerhöchste Genehmigung bat, seinen Rainen und Rang ans seinen Schwestersohn übertragen zn dürfen. Das Gesuch war nach eingehender Besprechung mit Golziuger von einem der besten Advokaten der Monarchie verfaßt, und die Sachlage meisterhaft dargestetlt worden. Golzinger hatte nicht nur selbst mit den größten Tpfcrn Alles anfgeboien, seine Zwecke zu fördern, sondern es war ihm anch gelungen, Horneck einzuredeu, es wäre für ihn eine große Herabsetzung, für seine ihm feindlich gesinnten Verwandten, der höchste Triumph, wenn' sein Majestätsgcsuch abgemiesen würde, und auch der Major ließ, unter der klugen Leitung Golzkngers. nichts unversucht, alle jenen hohen Personen, welche über diese Angelegenheit ihr Gutachten abzugebeu hatten, für sein Gesuch günstig zu stimmen. Baron Horncck hatte nichts verlangt, was gegen die bestehenden Gesetze verstieß, es wurden durch die Gewährung seines Gesuches nichts die R echte dritter Personen verletzt. In dem Gesuche war, den 'Anschauungen jener Zeit vollkommen entsprechend, hervorgehoben, daß Lorenz Golzinger in dem Besitze eines großen Verniögeus gelangen würde, so daß er seinem Stande gemäß leben können würde, und daß er sich dem Militärstandc widmen, Gut und Blur dem.Kaiser und Daterlande opfern wolle. Tie von dem Monarchen abgeforderten Gutachten fielen günstig für den Bittsteller ans, und nach einigen von Tominik und Lorenz Golziuger, in höchster Spannung verlebten Monaren, gelangte die allerhöchste Erledigung herab: „Seine Majenät hätte mir allerhöchster Entschließung allergnädign gestattet, daß der Freiherrnstan) des pensionirren kaiserl. konigl. österreichischen Kavallerie-Majors Baron Lorenz Horncck auf denen Schwcstersodn Lorenz Golzinger und denen eheliche Nachkommen-