Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 91 (22.11.1886)
- Date
- 1886-11-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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15.72 schlossen werden. Hub mcv wäre zu solch ruhiger und vernünftiger Erwägung geeigneter als die Giern, die ihre Binder «der Alles liebenV 2ie nehmen Rücksicht aus die Faniilie, ans die änderen llmstände, ziehen CvifHubiniuificu ein über die Charaktere der zu Vereinigenden, freilich darf auch dieses Verfahren nicht in Einseitigkeit ansartcn, muß ans Neigung oder Abneigung der jungen Leute b;e erste Rücksicht genommen rverden. So lehren auch unsere Weisen im Anfänge deS zweiten Abschnittes des Traktats Kiddnschin: (5s soll Niemand seine Tochter verloben, so lange sie noch zu jung ist. um ihrer eigenen Willcnsmci'- nnng Ausdruck zu geben: er soll vielmehr warten, bis sie erwachsen genug ist, nn '.igcn zu können, das; der für sie Erwählte ihrer Mein' g entspricht. — Auch müssen die idealen Güter des "cbcns bei der Eheschließung mehr in den Vorderg treten als die materiellen; Abrahanr beauftragt mu,.. 'nenAbgesandten, für Jizchak eine reiche Frau zu suchen, sondern eine seiner würdige. In vielen Fällen sind ja auch die pekuniären Verhältnisse von Wichtigkeit; jedoch, sie dürfen nicht ausschlaggebend und allein bestimmend sein. — Die Liebe ist dauernd, die aus gegenseitige Achtung gegründet ist; die Liebe ist dauernd, die in der Liebe zu Gott und Seiner heiligen Neligion die Ehegatten eint und fest an einander bindet. Die Ehe Jizchaks und RiwkahS war zwanzig Jahre lang kinderlos; aber nicht kam es Riwkah in den Sinn, für ihren Gemahl ein anderes Weib zu bestimmen, wie einst Sarah es gcthan hatte. Wie der Hohepriester, der am heiligsten Tage des Jahres im Allcrhciligsten vor Gott zu erscheinen hatte, nur ein Weib sei» eigen nennen durfte, so sollte Jizchak, der Gottgchciligre, nur ei ne Gattin bcsiken. Er betete daher zum Ewigen um seines Weibes willen, und Gott liest sich von ihm erstehen und gewährte ihm den heisterfehnten Kindersegen. Aus ähnlichem Grunde verbot ihm Gott, das heilige Land zu verlästert. Als daselbst eine Hungcrsnoth ausbrach und Jizchak sich die Grenze des heigen Landes znwandte, da erschien ihm der Ewige, verbot ihm ausznwanderu und verhieß ihm Seinen reichsten Segen. Auch Jizchak. hatte mannigfache Kämpfe zu bestehen, wenn sie auch nicht so groß und gewaltig waren, wie die seines Vaters Abraham. Wie der Barer, so betrachtete auch der Sohn cs als den Zweck seines Lebens, die Gottescrkcnntmß zu verbreiten und die Menschen für die einzige Wahrheit zu gewinnen. Tie Philister hatten die Brunnen verstopft, die Abraham gegraben. Jizchak suchte die Suchen lebendigen Wägers wieder herzustellen unter tausend Hindernissen und Zwistigkeiten. Tie Wahrheit stößt überall auf Widerstand und bereitet dem, der für sie einfteht. Zank, Hader und Widerwärtigkeiten. Endlich aber führt Die. Wahrheit den, der es treu und ehrlich mit ihr meint, doch zum Ziele. Nur darf man sich durch Zank und Streit pry und durch all die mächtigen Hindernisse .iM nicht znrückhalten lassen; denn wird es endlich gelingen, der Wahrheit eine Gaffe nan zu bahnen. „Und es gruben die Knechte Jizchaks^ im Thule, und sie fanden einen Quell lebendigen Wägers. Ta stritten die Hirten von Gerar mit den Hirten JizchakS, sprechend: Uns gehört das Wasser. Und er nannte den Namen des Brunnens Estek (Zankbrunnen), weil sie mit ihm gestritteit hatten. Und sie grübelt einen anderen Brunnen und sie stritten auch um diesen; und er nannte seinen Namen Sitnaü (Hinderungsbrunnen). Und er zog fort von dort, und er grub einen andern Lrmmeu, und sie stritten nicht um ihn, da nannte er feinen Namen Ncchoboth und er sprach: denn nun hat uns der Ewige Freiheit verschafft, und wir werden fruchtbar sein im Lande." Tie Weisen (im Sohar) wenden darauf den Vers an (Mischle E, ö, V. 16): "w pxn ,2'2 *:Ps niani: ,n$n ynsyo iss* .n?2m sfy * „Es werden sich ergießen deine Quellen nach außen, durch die Straßen Ströme des Wassers." Ter weise König verkündet hier den Erfolg des Lehrers der Weisheit. Suche nur die Wahrheit und strebe nach ihr mit allen Kräften, scheue nick: die Zwistigkeiten, die durch ihre Verkündung entstehen, weiche nicht zurück vor den Hindernisten, die sich dir entgcgenrhürmen; dir bleibt der Erfolg gesichert, und ine Anerkennung bleibt nicht aus. Tie Wahrheit, die du lehrst, wird doch endlich die Welt durchsrröinen, die Welt erobern. So baute denn auch unser Vater Jizchak einen Altar und verkündete den Flamen des Ewigen. Und zu ihm mußten die Fürsten wandern und um feine Freundschaft bitten (l. B. M., E. 26, V. 25—26). Koch einmal Mossigs „Walerkake«;nr Statikrlrdes jüdischenStammes." 8. Vorbemerkung: Ich war bereits im Begriff, mein Referat über die genannte Statistik der Red. dieser gcsch. Blätter zu übersenden, als ich aus Nr. 67 erfab, daß ein anderer Herr BerkÄrernaner mir znvorgekommen war. Doch da tu diesem Referat einige wesentliche Punkte außer aller Bca^- tung geblieben waren, so glaubte ich, meine Be' IWWIWII'»