Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 90 (18.11.1886)
- Date
- 1886-11-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Tischti iin r.j-j.i (ivtm) \w Aiauffuvt n. SAU. ßrfwu'if. 3 du Filter, Nabbi Samuel 2ofVr, Hiiunurf um liiicr (MeOmnrnmiüe; feine Mutter Nosel. nmr eine ('mtdin be« bcviiDmtcii illabbi 2amnd Schotten, Dev al« itaubrdbfoiiitT mi Tarmftadt feinen 2in in ^vaiilfurt fl. :Vi. hatte, m er zugleich *Silau^rabtüiter war. 2.1)011 al« Heine« Mino entfaltete Dev junge Mosche!) so gläuzeudc Anlagen, das; er allgemeine« Aufsehen erregte. Da seinem Vater keiner der Frankfurter Fugendlehrer genügte, so übernahm er selbst den Unterricht seine« Knaben, bi« dieser befähigt war, die Vorträge de« gros;cn frommen Nabbi Ra Ui an Adler zu besuchen. Da« Verhältnis; zwischen Lehrer und Schüler gestaltete sich bald zu einem sehr innigen; nichtsdestoweniger verlies; der junge Moscheh, Familienverhältnisse halber, F-ranksurt a. M.,.um tu Mainz zu den Füßen des dortigen Oberrabbiner« Nab bi David Scheuer bs"; feine gtiibicit fortznscyen, der ihn vor allen übrigen stndirendcn Jünglingen anszeichnete. Der damals schon hochbetagte Mainzer Nabbi wurde von seinem Sohne, dem später so berühmt gewordenen Herz 2 che ne r rs": bei der Leitung der Feschiwah unterstützt. Auch dieser gewann den Jüngling sehr lieb und zeichnete ihn bei jeder (Gelegenheit aus. — Nach Fahrcssrift kehrte der junge Moscheh nach seiner Vaterstadt zurück und genos; daselbst nicht blos; den Unterricht seines geliebten Lehrers Nabbi Nathan Adler, sondern auch den de« weltberühmten Frankfurter Oberrabbiner Trabbi Pinchas Horowiv bUm£. — Bald nachlzer — der junge Moscheh zählte damals 10 Fahre — wurde Nabbi Nathan als .Rabbiner nach V o «k ow t o in Mähren berufen, wohin ihn fein Schüler begleitete. Ter Frankfurt Ghaßid paßte jedoch nicht dorthin und gerieth bald mit seinen Gemeiudemitglicdern in Streit; er kehrte nach Frankfurt zurück, wahrend Rabbi Moscheh 2oscr in Mähren verblieb. Ein wohlhabender Mann gab ihm seine Schwerter zur Frau und versprach ihm, für alle seine Bedürfnisse zu sorgen, damit er sich ungestört dem Studium der Gotteslehre hiugebeu tonne. Der Schwager konnte jedoch nicht lange sein Versprechen ballen, da er selber verarmte. .,.^o sah sich beim Nabbi Moicheh ~ wider scineiT'Wi'len — gezwungen, eine Rabbiuerüelle anznuehmen. Als die Noch am grossen war und er bereits mit seiner Frau der uothweudigfteu Lehrmittel entbehrte, nach dem üe Schmuckgegenstäude und Silbergeräthe verkamt oder verfem hatte.»:, übertrug ihm die Gemeinde Drcsuitz das Amt eines Rabbiners, zu welchem Zwecke ihn der große Landrabbiuer Mordechai Bcnet das Nablünerdiplom verlieh. So groß war schon damals sein Nus, daß ihm die ganze isr. (Gemeinde Tresniv erngegen;og, die Vierde vom Wagen ansspaimte und ihn in Triumphe in die Stadl führte. — Kaum hatte Nabbi Moscheh diese Stelle angenommen, als das itilikf wiederum seinen Schwager zu lächeln begann, der bald zu großem Neichlhmu gelangte. Man schloß daran«, daß es von o>ott so bestimmt, war, damit Nabbi Moscheh als Nabbincr seine segensreiche Thatigkeit entfalte. — Fm Fahre r»r>r>s (lins) wurde Nabbi Moscheh nach Maltersbors in Ungarn als Nabbiuer berufen, wohin ihm viele seiner Schüler aus Drcsm'v, die sich nicht von ihrem geliebten Lehrer trennen wollten, begleiteten. Hier in Mattersdors gewann die von ihm geleitete Feschiwah bald einen großen Nus, und viele bedeutende Männer sind ans ihr hervorgegangen. — Schon in Trcsniv hatte Nabbi Mosechch, dessen Ehe mit seiner damaligen Gattin kinderlos war, eine Waise zu sich genommen und erzogen, die er in Mattersdors ansstattete und verheirathele. Bald nachher starb der Fhasau der (Gemeinde, welcher mit dem Rabbiner in einem Hause wohnte. Derselbe hinterließ einen Säugling, Namens Esra, den Nabbi Moscheh zu sich nahm, und wie sein eigene« Kind erzog. — Fm Fahre (1S02) wurde Nabbi Moscheh nach Neustadt au der Waag als Rabbiner berufen, welche Stelle er auch aunahm, da die israelitische Gemeinde zu Mattersdors die vielen Schnlcr nicht ernähren konnte, die sich um den großen Nabbi schaartcu. Schon hatte er in M. seine Abschiedsrcde gehalten, als rin furchtbarer Brand ausbrach. welcher die Mehrzahl der Häuser der Fudcu zerstörte und ihren Wohlstand vernichtete. In dieser Kalamität wollte der treue Hirte seine Heerde nicht vertanen: er blieb in Mattersdors und ward den Bedrängten ein Helfer, indem er fremde Gemeinden veranlame, die Verarmten zu mtterftnven, damit sie ihre Häuser wieder anflnmen konnten. Wiewohl mm Der edle Manu inmitten seiner verarmten (Gemeinde großen Mangel leiden mußte, schlug er doch eine Berufung, die ihm einige Fahre nachher , von der großen und wohlhabenden indischen Gemeinde zu Neutra kam, aus. um mit allen Kräften da« Elend der Verarmten lindern zu Helten. Hier in Mattersdors beschäftigte sich der große Mann sehr eifrig mit der Kabalah und kaufte viele diesbezügliche Bücher und Mauuscripte an: unter den lcvteren war auch das große'Werk rij*, von dem Nabbiuer Fa tob Luauz aus Wal! erst ein, dem ältesten Sohne des großen Fürsprechers und Befehlshabers der gesammtcn deutschen Fudenhcit, Nabbi F o s e l m a u n aus 31o s h c: m. Da«