Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 89 (15.11.1886)
- Date
- 1886-11-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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l!.1l (Waroffo) v^vy'.h’ 'i ist «miiIM ein in« Tlwrastiidim» crgraiiier Äiann, der feine bem 'Älile feiner Seele und seiner i'ivinvmuc luibmei und daher nur nicht bnvnn denkt, sich auch noch mit Gonsnla«»- und Handelsangelegenheilen zu beschäftigen. Uebrigen» könnte derselbe.eine neue Talmndausgabe schon brauchen, da seine bisherige» Talrurrd-Foliaruen durch ihren zu fleißigen (Gebrauch schon abgenützt und zerfevt sind und er nicht einmal die nvlhigen Mittel besitzt, da er von seiner Gemeinde nur ein kleine» Gehalt bezieht, sich neue auzuschasteu und die gewöhnlich an» Livorno nach Marokko eiligeführicn Talmud-Exemplare ungemein rhencr sind. Michael. Erzählung von S. Kohn. 2'erfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) An Lorenzens siebzehntem Geburtstage war Golzinger nach Wien gefahren, hatte wie jedesmal bei seiner Anwcscrrhciin der Residenz bei den Hornecks gewohnt, harte bei der zu Ehren des Geburtstagkindes gegebenen Taselgnr und viel gegessen und getrunken, und nachdem der Major in scherzhafter Weite auf den zukünftige» Gencraifeldmarschall Lorenz Golzinger einen 'in rhetorischer Beziehung nicht sehr gelungenen Toast ausgebracht, sich zu einem Trinlsprnche ans Hausherrn und Hausfrau erhoben, der ans Inhalt und Ausdehnung betrachtet füglich schon als Vorläufer, der in der Gegenwart (bei den betreffenden Rednern, nicht bei den Zuhörern) so beliebten Tischreden berraebret werden konnte. Gr bezeichncte Schivager und Schwägerin geradezu als „zweite Ellern seines geliebten Kindes," d'scnlirie die Frage, ob Lorenz feinen leiblichen oder seinen Pstegeeltern;u grünerem Tanke verpflichtet sei, und obwohl er diese delikate Frage nicht nur edler Entschiedenheit beantwortete, schienen sich ihm doch mehr Gründe dafür anfzndrängen. das; der Löivei'üuthei! des Tankcszollcs den Horneeks in den Schon zu falten bade. Ten Major stellte er (dieses R.edcbild war nicht neu. er haue dieses schon vierfach dennm und abgebraucht) 'vsnderrr bar die nur dc:n kai'ert. dnrr'chen Vapxcn gezirrren Bücher grsehen.- als das Vorbild eines Helde«« hin, das seinem gelieblen Kinde bei seinen« künftigen Vceuse als m« erreichbares Ziel vor schweben, die Majori» aber als das vorzüglichste Gemisch weiblicher Sanstrnnth und männlichen Geistes. Um auch ihre Kvrpervorznge nicht völlig nnerwährrt zu lassen, verflocht er in seine Tischrede die schmeichelhafte Bemerkung, das; die Jahre spurlos an ihr vorübergesckrirtcu seien, und sie sich in merkwürdiger Weise die Anluntl; der Jugend erhalten habe. Mir bekümmerlcr Miene sprach er auch die Befürcht «mg ans. daß rvcnn Lorenz einst zur Wahl einer Lebensgefährtin schreiten würde, ihm jene dadurch erschwert werden würde, das; ihn« hierbei das verkörperte Ideal eines Weibes, das er in feiner Jugend in. dem aumuthsvollen Nerze seines häuslichen WaltenS kennen gelernt harre, alle Andere überstrahlen würde, und als er endlich mit einem donnernden Hoch auf den Baron und dessen Gattin schloß, mustkc Lorenz sich in eine Zimmerecke flüchten, sich mit einer Serviette das Gesicht verhülle«: und deren Gilde in den Mund stopfen, um nicht in ein schallendes Gelächter auszubrechen. Tnrch ein für Lorenz höchst glückliches Mißverständnis;, hielten seine befangenen Pflegeeltern das couvulsivische Zucken seiner Lachrnuskeln als den Ausdruck tiefer Nührung. das Verhüllen des Gesichtes als den Versuch, die für einen angehenden Krieger unpassende, unmännliche Thräne zu verbergen, und so war »ock mehr durch das glückliche Mißverständnis: als durch Golzinger» Schlauheit bei dein Baron und dessen Gattin eine äußerst rührselige Stimmung hervorgerufen worden, welche Golzinger ermuthigte, sofort einen Hauptschlag zu führen. Aach Tisch erbat er sich — halb scherzhaft, halb im Ernste, — von Schwager und Schwägerin eine geheime Audienz, um, u?ic er ihnen irr» Thr flüsterte, mir ihnen Lorenz' Zukunft zu bespreche». Als sich dkestr entfernt baue, schneuzte sich Golzinger zuerst mit einer feierlichen UmständUckkeir, welche zweifellos eine voraussichtlich lauge Anseinandcrfevuug erwarten liest, ergriff des Schwagers und der Schwägerin Hand, erhob feine stimme und begann: „Bor Allein must ich Guck, meine lieben, tbeueren. verehrten Verwandten und Gönner, aus überströmeuder Seele meinen tiefsten Tank für die großen Wohlthateu. die Ihr meinem Lorenz erwiesen, anssprechen; aber ich kann sie nicht länger für ihn annehmeu. und er wird auch eine andere Laufbahn eiuschlagen mimen. Ich weist es. es wird Meinem armen Jungen, web, sehr weh' rlnnr — Golzinger ließ die Hände der Horneck's los, da er feine da-