Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 88 (11.11.1886)
- Date
- 1886-11-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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i 52.3 Menschen" bodj ncfjt'bie isr. Neligion nicht so weit, wie der Hnmauilätsdilset unserer .'seit, welcher den Menschen mit dem Thiere identisiciren Nlöchte; desthalb hoben wir unsere Spcisegesetze, die das seelische Wesen des Menschen vor allzugroster Amalgamation mit dem Thiere bewahren sollen, l Mos. 9. 4. Aber noch weiter geht das Indenthum. Von dem Grundsätze ausgehend, das; alles naturwidrige sündhaft sei, verbietet cs strenge die Vermischung des Verschiedenartigen in Pflanzen- und Thierwelt. (5 M. 22, 9. Jor. Deal) Ab sch. 2'.).', :c. Acisch. Chil. 1,!—8: 5. Mos. *22. N. Misch. Chi!. 9. 5. Mos. 22. 10. Nlos. 22. 24). Wo finden wir noch solche Vorschriften und Gesetze, welche die Verabscheuung jeder Grausamkeit gegen die Thiere zur Folge haben müssen? Wie sehr sündigt man allerorts trotz der Thierschntzvereine gegen diese elementaren Satzungen des so sehr geschmähten Judenthums! Aber das Jndenthnm verbietet nicht nur die Grausamkeit gegen die Thiere, es gebietet auch, Menschlichkeit in allen Beziehungen zu den Thieren zu üben. Nimm Deine Bibel zur v>aud, lieber Leser, und sieh folgende Stellen nach: 2. Mos. 2li, 19, 34, 2«, 5. Mos. 14, 21. 3. Mos. 22, 23. 5. Mos. 22, 6, 7. 5. Mos 25, 4.^ Alle diese Stellen liefern Dir den Beweis, daß das Iudenthnm jede Grausamkeit gegen die Thierwelt als unsittlich und sündhaft ansieht und der fromme Jehudi die Liebe zur Thierwclt nicht erst von den Thierschntzvererneu zu erlernen nöthig hat. Die Liebe zur Thierwelt ist bei unserem Volke so in Fleisch nnd Blut übergegangen, das; es nicht erst der Anregung der Thierschützvereiue bedarf, sie zu bethätigen. Wenn.nun die Träger dieser Idee der Menschlichkeit gegen die Thiere als grausam verschrieen werden, weil die Art und Weise der Tvdtung der Thiere nach jüdischem Ritus nicht den Bestall der Herren Vorstände der Thierschntzvereine erhalten hat. so sollte dieses uns wenig kümmern. Cine Neligion, die ihren Bekenner» obenerwähnte Pflichten gegen die Thierwelt anferlcgt und die bis aufs Kleinste vorschreibt, wie die Tödumg der Thiere geschehen soll , deren Fleisch wir. geniesten dürfen und dessen.wir zum Leben bedürfen, sollte nicht die am wenigsten schmerzende Todesark vorschreiben, das ist undenkbar. Darum, ihr Thicrschuevereine, lernt das Gesetz Israels kennen, und Ihr werdet erkennen, das; im Iudenthnm die Liebe zu finde» ist, die ihr oft vergeblich anderwärts sucht: Die Liebe zum Schöpfer und zur Schöpfung: die Liebe zu Gott uud den Menschen, die Liebe zur Pflanzenwelt und last l»ut n<>t least: Die Liebe! zur Thicrwetr. B. l Acitungsnachrichtcu und <forrcsponden.;cu. Deutschland. Würzburg, im Nov.?*yn p"i*n pjrr zr.*1 nirry. Crft niit dem Scheideri eines Frommen aus der Stadt, ans dem Kreise seiner Thätigkeit, gewahrt mau seine Bedeutung, wird malt seines Werthes uud bannt auch des Verlustes bewusst, der einen betroffen. Auch aus unserer Stadt, aus unserem Kreise ist ein Frommer, ein D'T£n geschieden, dessen Leben Uns ein herrliches Bild der echten, hingebeuden Gottesfurcht, der reinste« Nächstenliebe und freudigste» Bethäriguug derselben hinterliest. Herr Simon Cm. Oppenheimer hauchte am 2. ds. nach mehrjährigem, schwerem Leiden im Alter von 74 Jahren seinen reinen Geist aus. Niit ihm ist einer der thätigsten, angesehensten und würdigsten Männer aus unserer Gemeinde, zu deren Verwaltung er mehrere Jahre gehörte, geschieden. Mit seltenem Cifer suchte er den Pflichten von cncn n>c:n rrrcjz rrnr, welche ppsr *:r» pnsn als die Grnndsänlen der sittlichen Weltordnung bezeichnet^, gerecht zu werden. Bei aller Inanspruchnahme als Chef eines bedeutenden Cngros-Crport-Geschäftes, fand er doch Zeit für einen täglichen "*'>"2* im Hanse und au dem pvrj'c in der Synagoge regelmäßig Theil zu nehmen. Seine rr'nn Ttrr*) P2“K bewies er auch den Thorabefliffeuen gegenüber; die fanden in ihm einen Verehrer nnd (Gönner, die Thora-Jünger der hiesigen rnnr einen Förderer ihres Strebens. Anstalten, die der mir* gewidmet, wurden von ihm materiell und intelectnell eifrigst unterstützt: so nahm er bei der Gründung der isr. Lehr- und Crziehungs-Anstalt dahier, der hiesigen isr. Lehrerbildungs-Anstalt, welch beiden Anstalten er auch als Berwaltnngs-Mtrglied augchörte, der Borbereimngsschulen in Höchberg und Bnrgprcppach regsten Anrbeil. In rmz'j zeichnete er sich durch seinen regelmäßigen Besuch des rs'2 n*7CnP, durch sein andächtiges, inniges Geber und durch die strenge uud eifrige Beobachtung aller rr^:- aus. Cndlich oblag er der Pflicht *r~n mit ganz besonderer Hingabe. Vertrauensvoll wandte .nau sich bei jeder Angelegenheit an Simon Cmauuel Ovveuheimer, und stets war er bereit, sich der Sacke anzuuehmen; sehr häufig übernahm er das schwierige Amt des Sammlers und sein Ciser war meistens vom besten Erfolge begleitet. Wo und luamt Jnnner ein Noröruf aus bedrängter Lage in die Oenenttickkeir drang, da stellre sich der edle Verblichene an die Spitze 4 s*