Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 88 (11.11.1886)
- Date
- 1886-11-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Finthen, mit welchen der streune Richter die Erde überschwemmt hatte; nun schiiiücteu liebliche Blumen das Erdreich. Abraham ist da, der den einzigen (ttott erkantrl hat und Leinen Rauten verkündet auf Ihfceu. Schon als Jüngling hatte er die Götzenbilder seines Vaters zertrüminert, und mmhvoll war er entgegengetrcten dem mächtigen Herrscher Nimrod, dun Verführer der Menschheit. Abraham zur Seite tritt seine edle Gattin Sarah, seine treue Gehilfin. Beide suchen sie auf die Menschheit cinzuwirken und die Lehre vom einzigen Ö5ott in die Herzen zu pflanzen. Abraham belehrt die Männer, Sarah die Frauen. Damals bedeckte die Erde sich wieder mit Blumen, die das Auge erquicken und köstlichen Duft emporscnden. Lobgesänge ertönten wieder zum Preise des einzigen (Lottes. Tie Zeit der Lieder war gekommen. Friedlich und freundlich näherten sich die Menschen einander, und Stimmen ertönten auf Erden, wie das zärtliche Girren der Turteltaube. Nicht das sofortige Auftreten Abrahams hatte diesen großen Erfolg, es bedurfte vielmehr einer langen Reihe von Jahren angestrengter Thätigkeit, großer Mühe, und der Ueberwindnng vielfacher Versuchungen. Als Abraham sein Hcimathland verließ, zählte er bereits 75 Jahre, und noch 24 Jahre mußte er im gelobten Lande seine segensreiche Thätigkeit entfalten, bis es von ihm heißt: jw v&n r.'}, „Sic Zeit der Lieder war herangekommen." Als er in das gottverheißene Land kam, wo ihm Segen, Glück und Freude in Aussicht gestellt war, fand er Hungersnot!) vor und mußte nach Mizraiiln fliehen, wo ihm fein geliebtes Weib geraubt werden sollte^ Wohl hätte Abraham fragen können: Ist das verlegen des gelobten Landes? Allein, nicht einmal in Gedanken lehnte er sich auf gegen die nncrforschlichen Rathschlüssc Gottes. Ta er kaum zurnckgekehrt war in das verheißene Land, zwingen ihn die Verhältnisse, den einzigen Verwandten, der ihn ans der Heimath begleitet hatte, von sich hinwcgznschicken. Tann bricht ein großer.krieg ans, dessen Spive sich gegen Abraham richtet. scx :::Tr.r :»2 sr -*y 4s ,2tl22) 7^72: zt^y r*:*y f , Und sie kehrten zurück und wendeten sich gegen das Auge des Rechts," das heißt, so lehren die Weisen, sie wollten die Welt ihres Auges berauben, ne wollten Abraham vernichtet'., der gleichsam der Aüg?vst! des 'Weltalls war. — Und Abraham nahm den siauwf aut gegen die mächtigen, sieg- | reichen Könige und deren große Herresmackt, und; der allmächtige Gott verlieh ihm den Sieg. —? 'Rach gewonnener Schlacht nahm Abraham die Gelegenheit wahr, der Welt feine Nneigennüvigkeit zu zeigen, indem er die von den Feinden geraubten >!onbarleiten den ursprünglichen Eigeulhüinern znrückerj'lattete. So überwand Abraham Bersnchnng ans Bersnchnng und wirkte überall segensreich durch Lehre und Beispiel, bis daß Gott ihn würdigte. Seinen heiligen Bund am Fleische Abrahams zu besiegeln. y^n Ts:n ny. Das Wort tst bedeutet auch „beschneiden" und speziell das Beschneiden des Wcinftockes. Beim Weinst ocke ist das Beschneiden desselben die vielleicht wichtigste Thätigkeit des Winzers. Wenn der Weinstock nicht beschnitten wird, so trägt er keine Früchte. Wenn er nicht rechtzeitig beschnitten wird oder nicht so. wie es geschehen sollte, so ist sein Ertrag nicht reichlich, und seine Früchte werden nicht gut. So wurde auch Abraham erst durch die Beschneidung vollkommen, und daher sprach Gott, ehe er ihm den Bund der Beschneidung verkündete: „Wandte vor mir und werde vollkommen l" Abraham war ein ncunundnennzigjähriger Greis, als Gott ihn die Beschneidn.ug vollziehen hieß, und dann erst brach der Frühling für ihn und die ganze Menschheit an; denn dann erst zeugte er den Sohn, der des Vaters Wirksamkeit auf Erden fortsetzte und weiter entwickelte. Erst nachdem der Gottcsbund an Abrahams Fleisch besiegelt war, heißt es: :'t;i fowi nrs 2^r x:m 'o '■» vvx sm „Es erschien zu ihm die Herrlichkeit Gottes, da er saß am Eingänge seines Zeltes." Gott stand gleichsam, und Abraham saß mya rü cnrx t'x — eine Andeutung der künftigen Größe und Herrlichkeit der Nachkommen Abrahams. vby ras r:rr n:m nt: rry xm Bon nun an und weiter gingen die Engel Gottes, wie irdische Gäste, bei Abraham ein und aus, von min an und weiter wurde der Allherr der Gott Abrahams genannt, wie Er der .könig des Weltalls heißt — der Weltensrühling war angebrochen. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Tie Stiftung für gebrechliche und verwahrloste israelitischekinder zu Frankfurt am Main erhielt im abgelamcnen Geschäftsjahr an Geschenken M., an Jahresbeiträgen tio M., an Zins vereinnahmte sie 32N M., dage-