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Der Israelit · 1886-11-11 · Heft 88 (11.11.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 88 (11.11.1886)
Date
1886-11-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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xxyii. Mriifliifl. J\:> HS. E!n Kenlrak - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgtgtbe» von 11^. Lehm«»« in Mainz. Donnerstag, den 11. November 5647 (1856). Leitender Artikel. WetterrfrülMug. Mainz, 8. Nov. Im hohen Liede (6. 2, 2>. ll u. f.) wird uns in herrlicher Weise der Frühling geschildert: „Siehe, der Winter ist vorüber, die Regenzeit hat aufgehört, ist dahingegangen. Blumen werden erschaut ans dem Erdboden, die Zeit der Lieder ist da, und der Turteltaube Stimme wird vernommen in unserem Lande; der Feigenbaum setzt die junge» Früchte an, und der Wcinstöcke blühende Trauben verbreiten Wohlgeruch — auf, meine schöne Freundin, komme herbei!" Im heiligen Soharbuche wird diese Schilderung auf den Weltenfrühliug gedeutet. Neunzehn (Geschlechter läßt die heilige Schrift an uns vorüberziehn und kann nicht viel Gutes von ihnen erzählen. Schön und herrlich hatte der allgntige Gort seine Welt erschaffen, um Alles, was Er gemacht hatte, dem Menschen zu Fünen zu legen. Heilsame Mraftc hatte der allgütige Gon den Himmeln und der Erde verliehen. um die Welt zu wunderbarer Schöne zu entfalten. Aber nicht eher spendeten die Himmel ihren Segen, nicht früher eurfalrere die Erde ihre.(traft, bis das erste Menschenpaar aus Gottes Schöpferhänden hervorging, wie es heim 0. B. M., E. 2, B. 5): Und jeder Baum des Feldes war noch nicht auf der Erde, und alles .>tranr der Erde war noch nicht gewachsen, denn cs harre niÄL regnen laffcn der Ewige, Gott, auf die Erde, weil der Mensch noch nicht da war, das Erdreich Zu bearbeiten." Erst als Gott den Menschen gebildet harre ans Staub von der Erde und ihm eingehauchr die unsterbliche Seele, da erst cmfallere die Erde ihre paradiesische Fülle. Allein, der Mensch vermochte die hohe Würde, die ihm Gott verlieben hatte, nicht zu bewahren. Er verletzte das einzige Gebot, das Gott ihm aufgelegt hatte. Vertrieben wurde er aus dem Paradiese, und verflucht wurde die Erde um seinetwillen, wie es heistt (1. B. M., E. ll, B. 17 ». f.): „Verflucht sei die Erde um deinetwillen, mit Schmerzen wirft dn ihre Früchte verzehre» alle Tage deines Lebens. Und Dornen und Disteln wird sie dir wachsen lassen, und du wirst geniesten das Kraut des Feldes. Im Schweige deines Angesichtes sollst du gewinnen die Speise, die du geniestest, bis das; du zurückkehrest zu der Erde, denn von ihr bist du genommen, denn Staub bist du und zum Staube wirst du .zurückkehren." Es sind trübe Ereignisse, die uns nun.belichtet werden. Schon im.zweiten Menschengefchlechte erschlägt ein Bruder den anderen, und im dritten Geschlechie, im Zeitalter des Enosch', entweihen die Menschen ihre Gottähnlichkeir. machen sich Göxen von Holz und Stein und benennen sie mit dem Namen des Ewigen. Immer gröster wird die Schlechtigkeit der Menschen aus Erden,, und sie sind so unverbesserlich, das; Gott beschliestt, sie alle durch eine Flnth himvegznraffen. Nur N'oach fand Gunst in den Augen des Enügen, um der Begründer eines neuen Geschlechtes, der ihm entstammeudeu 'Menschheit zu werden. Aber auch N'oach verstand cs nicht, die hohe Würde, die ihm zu Theil geworden , zu bewahren. Er berauschte sich irn süsten 'Weine und liest sichtbar werden seine B löste. Nicht lange währte es, und wiederum empörte» sich die Menschen gegen ihren Vater im Himmel. Die Thoren wollten einen Thurm bauen, um Krieg zu führen gegen den allmächtige!! Gorr. Nur Abraham hielt sich fern von dem Rathschluffe der Frevler, und mir ihm begann ein neuer Welremrühling. Vorüber war der Winrer. der vor dem Hereindrechen der Sündsturh die Herzen aller Menschen zu Eis haue erstarren lassen , hinweggeslosseu waren die

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