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Der Israelit · 1886-11-08 · Heft 87 (8.11.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 87 (8.11.1886)
Date
1886-11-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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ir.oti noch, „daß die ^rofic liluTule PiUtci", scildcrrr sie „zut Macht" fldiiiiflto, Neider schon l N7<i!> die mp tisemitische ^civljcit biss Irrterpdlaritert längst in die Praris übertragen Inu. Während er aber, nur sek,re Zuhörer im Senat und im itanbc zn ködern, antisemitische Phrasen drechselt, hat er da-? Anstand im Sirrne, um nicht zu weit zu gehen. Tie Nncksicht auf das Ausland, besonders wenn cs sich um israelitische Sachen handelt, ist in Rumänien seit 1866 nie außer Acht gelassen worden. Dem Anslande wurden eben durch osfiziose Verherrlichungen, durch irr- und ausländische Zeitungen und durch offizielle diplomatische Noten immer ganz andere „Wahrheiten" gesagt, als wie im Inlande thatfächlich passiven. Hat Bratianu nun dem Interpellanten, — wenn auch ersichtlich verabredeterrnaszen, um seine Negierung zu befestigen und deren Weiterbestand zu sichern — seine Verdrehungen richtig gestellt, so könnte er noch ein Uebriges thnn und seine eigenen diplomatischen Noten, namentlich seit 1878 berichtigen, um die antisemitisch - oerlragsrvidrige Wahrheit in ihrer ganzen Nacktheit auch das Ausland wissen zu lassen. Vom Premierminister erfährt man übrigens, daß der Nückgang der ländlichen Bevölkerung (der vorgeschobene'Zweck der Interpellation, — GH. that auch die städtische dazu, damit die Zahlen desto schrecklicher aussehen sollen!) nur noch in der Phantasie des Herrn Senators existin, und daß das Landvolk, wie Lratianu sich ansdrnckt, „feit einiger Zeit" (jedenfalls also vor dem Ansbruch der — Interpellation') just irn Wachsen begriffen ist.:.' Die Wahrheit über die Ursachen der Sterblichkeit in Numänien, sowohl der Erwachsenen als auch der Binder, geht nach diesem Allem klar hervor aus den folgenden Schlußsätzen einer von der Bukarefter Fakultät magna mm lande approbieren und von derselben rumänischen Presse, die gegen die Juden hetzt, mit größten Beifall erwähiiten medizinischstatistischen Tifferration des .Bataillouarztes Tr. Damasku. Derselbe sagt in seinen „Versuchen zur medizinischen Demographie und Gcogr.aphie" (1886>: „Ans die streng genauen Ziffern meiner Statistik gestützt, bin' ich zu meinem größten Leidwesen überzeugt, daß die rumänische Raffe unseres Landes mir einer erschreckenden Schnelligkeit i,H Untergang begriffen ist. — Wie m a ngelhast d i c A n szc ich nun gen der S ra nd csä mlc r au ch fe in mögcn. bleibt in dem von mir angeführten (Krempel doch noch ein bedeutendes Minus der Bevöllerrurg ersichtlich, deren Verschwirrden ich rrrir rrichtS anders erklären kaitri, als durch die Thatsache, daß aus de m La»de und sogar in den Städtcri, die infecto-kontagiösen und die z i in 0 t i s ch e n (g ä h r e n d e u .st r a ukh eiten nicht nur iu eadcmischer, forrderu geradezu in p aride misch er Weise eristiren und die jetzige Generation nicht nur abtödtet, sondern entfach dahinrafft. D e m n a ch i st ein gu t e r T h e i l des Blutes unserer Nasse entartet durch die .Stlasse der diathcsischen .Krankheiten; der größte Theil aber degeucrirt und geht zu Grunde durch die ganze Begleitung des psychologischen Elends und diese beiden werdennnterhalten durch den Mangel an hig lettischen Sten nt nissen, zu deren Verbreitung man mehr Ausdauer verwenden müßte. Dies ist wissenschaftlich-private und wirkliche Wahrheit. Man sieht, nicht die Inden und deren geschäftliche Eigenschaften sind an dem AuSsterbcn der Rumänen schuld, sondern die Krankheiten des Blutes und das unordentliche unreinliche, vor Allem das ausschweifende Leben. Tie „weltlichen" Krauk- Ijciten und davon die Llntvergiftungen, und deren Folgen, Skrophulose, Brust- und Lungenschwindsucht sind in Numäniell die-Hauplkrankheiten. „Der Ittde" aber wird immer wieder verbrannt! Zeitrrngsrrachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Stuttgart, 3. Nov. Aus Anlaß der Eröffnung einer neuen württernbergisch-badischen Eisenbahnverbindung (Freudenstadt - Wolfach) haben Se. Majestät, der König, allcrgnädigst geruht, unserem Glaubensgenossen, dem badischen Finanzminifter, Herrn Gehcimeralh Ellstatt er, den höchsten Orden unseres Landes zu verleihen. Berlin. Ein jüdischer Thierarzt hat sich seit mehreren Jahren zur Nutze gesetzt und führt als Hausbesitzer m einer <-tadt Mitteldeutschlands ein beschauliches Dasein. Jüngst vermiclhete er an einen Negiernngsaffcssor eine Wohnung. Andern Tags spricht letzterer schriftlich sein Bedauern aus: Er könne die Wohnung nicht beziehen, da er prinzipiell nicht bei einem Juden wohnen wolle. Unser Hausbesitzer antwortete sofort: „Geehrter Herr! Ich muß Ihnen aus Ihren Brief mittheilen, daß Sie die gemierhete Wohnung zu bezahlen haben. Irn Ucbrkgc» muß ich Ihnen oncn gestehen, daß mir Ihr Verfahren bislang in m ein e rPrar isnoch nicht vorgekonnrien ist. &. approb. Thierarzt.

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