Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 85 (1.11.1886)
- Date
- 1886-11-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVIl. Jahrgang. Beilage ju Ur. 1)5 des ♦ Leitender Artikel. Literarischer Bericht. ^-,2" ADJ3, Äon Taumel Joseph Finn, hcransgegeben von M. G. Sachs und Abraham Zuckermanu. Warschau 1886. Der in der hebräischen Literatur rühmlichst bekannte Verfasser hat sich zur Aufgabe gemacht, in lexicalischer Form eine kurzgefaßte Lebensgcschichte sammtlicher berühniter Israeliten der nachtalmudischen Zeit bis auf den heutigen Tag zu ediren. Nach dem beiliegenden Programme sollen in das Werk ausgenommen werden: Berühmte Schriftsteller auf dem Gebiete der rabbinischen und der karäischen Literatur, hervorragende Chaßidim und Kabalisten, Philosophen, Forscher und Dichter, ferner Glaubensgenoffcn, die durch Werke auf dem Gebiete fremder Literaturen Großes geleistet, Männer, die eine hervorragende Stellung in politischer oder in andern Beziehungen eingenommen haben, bedeutende Maler und andere Künstler, berühmte Wohlthäter, berühmte Reisende und andere mehr. Das ganze Werk soll, etwa 100 Bogen umfassen und in 20 Lieferungen erscheinen. Der Preis jeder Lieferung beträgt 35 Kopeken (70 Pf.), sieben Rubel (14 Mark) für das ganze Werk. Das Werk ist gegen Einsendung des Betrages durch den Buchhändler Abrahaur Z u ckermann in Warschau, Nalewki Nr. 37, zu beziehen. Bor uns liegt das erste Heft, welches im Umfange von fünf Bogen nur einen Theil des Buchstabe» Aleph umfaßt. Es ist erstaunlich, welch eine große Gelehrsamkeit und welch eine unermeßliche Belesenheit der gelehrte Bcrfayer vor den Augen des Lesers entwickelt. Es ist zu wünschen, daß die folgenden Hefte recht bald nacheinander erscheinen und so dieses große und bedeutende Werk in kurzer Zeit seiner Vollendung cntgcgengeführt werde. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. Hamburg mrc 213?. Zu einer besonders erhebenden Feier gestaltete sich das Fest des Versöhnungstages in der Synagoge des israelitischen Krankenhauses (Salomon - Heine - Stiftung) hier. Herr Lehrer I. S. Witttower ans Altona war mit der Rede betraut. Anläßlich der zu den Feiertagen vollendeten Renovirnng des Krankenhauses, nahm Redner Gelegenheit dem nmsichtigen Vorstände dieses Hauses sowohl, der es verstanden durch Treue und geschickte Verwaltung eine Summe von 45,«ooM. hierzu aus der Bcrwaltungskasse zu erübrigen und beiznstcuern, wie auch der Frau Karl Heine Wwe. (Paris), die eine hohe Summe zur Rcnovirung spendete, ehrend zu gedenken. — Die von Herzen gesprochene Rede und viele gut durchdachte Erklärungen von Talmud- und Midrasch - Stellen verfehlte ihren Eindruck nicht und fand allgemeinen Beifall. B. A. P. Oesterr.-Ungar.Monarchie. Trieft, l0. Okt. Der Jom Kipur ist nun glücklich vorüber und mit ihm ist zugleich auch die Angst geschwunden, daß der Menschcnandrang zu unseren Synagogen an diesem Tage der Eholera, die schon seit drei Monaten in unserer Mitte wüthet, bedeutenden Vorschub leisten werde. Diese Angst war nun eine ganz grundlose, denn Tank der von unserem verehrten Obcrrabbiner getroffenen Vorsorge fand in allen Synagogen eine zweistündige Panse statt, während welcher Zeit die Gotteshäuser gehörig gelüftet wurden und die Andächtigen sich wieder in der frischen Luft ein wenig erholen konnten. — Die nach dem Ansbruche der Eholera vou hier flüchtig gewordenen Gcmeindemitglieder sind nun, da der Herbst und mit ihm auch eine kühlere Temperatur herannaht, größtentheils wieder heimgekehrt und so waren sowohl am Rcujahrstage, so wie auch gestern, am Versöhnungstage, alle unsere Synagogen mit Andächtigen gefüllt, und in zweien derselben standen sogar in der Vorhalle die Beter Kopf an Kopf und lauschten aufmerksam den Vorträgen unserer tüchtigen Ehasanim. — Am 23. v. Mts. führte ein Sohn unserer Gemeinde, Herr Marco Scemaja, die Tochter unseres allgemein verehrten Oberrabbiners, Frl. Fausta Melli, zum Traualtäre und wurde die Trauung von dem Vater der Braut persönlich vollzogen. Ich halte es für überflüssig, hier besonders zu erwähnen , daß an diesem Familienfeste unseres verehrten Seelsorgers i auch die ganze Gemeinde theiluahm, da hier zwischen > dem Hirten und feiner Heerde schon von jeher die