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Der Israelit · 1886-11-01 · Heft 85 (1.11.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 85 (1.11.1886)
Date
1886-11-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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liier in ciiifflcu 3i)iiflßOfleii nach dem Minchagebete am Montag und Donnerstag rzvz rvr-n (Moralpredigten) gehalten, in welche gottgefällige Arbeit sich die drei Rabbiner Toseano, Zewi nnd landab! Fano '"2 ehrlich nnd gewissenhaft theilten. Diese Predigten zogen immer ein großes Pnblitnm an nnd viele Familienväter brachten zu denselben anch ihre Kinder mit, damit auch sie von der Gottcslchre Nutzen ziehen sollten. Turin, 13. September. Am 8. d. verschied hier die Wittwe unseres schon längst verstorbenen Nabbiucn Samuel Jizchak Lattes j?"j, Frau Abigajil de Benedetti, im Alter von i;3 Jahren. Rabbiner Lattes war ein p.-w'v l hervorragender Schüler) des Oberrabbincrs Trevcs von Venedig und somit ein Mitschüler des gleichfalls schon vor Jahren verstorbenen Professors am Rabbiner-Seminar in Padua, Hillel Della Dorre b-'. Die Verstorbene glänzte durch ihr großes Wissen, ihren großen Wohlthätigkeitssinn und ihre große Bescheidenheit. An ihrem Leichenbegängnisse betheiligte sich fast die ganze Gemeinde, und auch zahlreiche Frauen folgten dem Sarge. Wie nun verlautet, wird unsere Gemeinde zugleich anch für einen Grabstein für die Verstorbene sorgen. ms:n Griechenland. Korfu, 6. Octobcr. In den nächsten Tagen trifft unser Königspaar von seiner Reise nach Kopenhagen hier ein. um nach einem Aufenthalte von einigen Tagen in nuferer Mitte wieder nach der Residenzstadt Athen heimzukchren. Unser Königs- Paar unterläßt es nie,-wenn—es-tvahr-end seines Aufenthaltes hier ein großes Bankett gibt oder sonst einen großen Empfang im Palaste veranstaltet, zu demscbcn auch unseren verehrten Oberrabbiner E. Levi nnd die hervorragendsten Mitglieder unserer Gemeinde zu laden. — Vor einigen Tagen erhielt unser Lberrabbiner eine Zuschrift aus Amerika mit der Einladung, sich an dem im Sommer in Rew-Aork oder Baltimore abzuhaltendcu Rabbincr- Eongreffe betheiligen zu wollen. Es ist das erste Mal, daß ein griechischer Rabbiner eine solche Einladung erhielt. Soweit ich jedoch die Ehre habe, unseren verehrten Obcrrabbiner zu kennen, dürfte derselbe den Eongrcß Eongreß sein lassen und schön ruhig daheim ans seiner Insel bleiben, statt die weile und mühevolle Reife nach der neuen Welt anzulretcu. Man erinnert sich hier wohl, weiches traurige Ende die letzte Rabbiner-Synode in Augsburg genommen hat und hält sich daher am liebfteu gänzlich ferne von diesen Eonciliums-, Eongrcß- und Synodalspielereicn der Reform-Rabbiner. — Durch das vor einigen Tagen im Peloponnes slatlgefnndene Erdbeben ivnrden anch einige daselbst lebende jüdische Familie,, hart mitgenommen. Dieselben werden ludest ans den Spenden, die ans allen Theilen des.Königreiches nnd auch ans vielen Städten des Auslandes für diese Unglücklichen cinlanfen, entschädigt werden. Anch hier hat sich ein Eomltü behufs Sammlung von Geldspenden für diese Unglücklichen coustituirt, und gehören dcmselbeu aus unserer Gemeinde die Herren Salomo» Samanra, Dr. Vittorio de Scmo nnd Philipp Fonld an. — Von der Insel Mrcta (>tandia) sind einige jüdische Stndendcn in Athen eingeleoffen, um au den dortigen höhere» Schulen, zumal an der Universität nnd am Polytechnikum daselbst, ihre Studien fortzusetzen. Es ist wirklich eine Freude, diese kretensisch-jüdischen Studenten zu sehen, denn sie sind durchwegs streng religiös und bestreben sich, jüdische Kost zu genießen und den Sabbath zu halten. Rur wenige von diesen Studenten sind wohlhabend. Amerika. Bnenos-Ayrcs. Zu'den bedeutendsten und geachtctsten Geschäftshäusern unserer Stadt gehört auch die Firma M. Torre u. Eomp. Die Träger dieser Firma sind Juden aus Italien und zwar aus dem Städtchen Aleffaudna bei Genua, und ivareu sie mit dem verstorbenen Oberrabbiner ihrer Heimathsgcmejndc, East. E. Levi de Beali. verwandt. Die Firma widmet ihre Thätigkeit ausschließlich dem Handel mit Gold und der Goldschmicdekunst, und errichtet sie jetzt eben in ihrer Heimath, in dem Dorfe Spknetta - Marengo eine große Fabrik zum Schmelzen und Pnrificiren goldhaltiger Metalle, wodurch sie den Bewohnern dieses Dorfes, einen neuen Erwerbszweig verschafft. Ein Mitglied dieser Finna, Herr Guiscppe Torre, wurde soeben in das Directorium der hiesigen Handelskammer berufen. Bedenkt mau, daß Buenos-Anres, die erste Seennd Handelsstadt Süd - Amerikas, nur wenige Juden zu ihren Mitbürgern zählt, und daß auch hier, so wie in den anderen Städten Süd- Amenka's. die katholische Religion fast die allein herrschende ist, so wird man es begreiflich finden, welch' hohe Ehre für einen Israeliten es ist, in dem Dircclionsrathe der hiesigen Handelskammer zu sitzen. Die Herren Torre haben iudeß ihre jüdische Abstammung noch gut im Gedächtnisse und handelt es sich in unserer kleinen jüdischen Eolonie hier um die Vollführung eines religiösen oder humanitären Aktes, da wird sicherlich unter den Namen der Theilnehmcr daran auch der des Herrn Torre nicht fehlen. Die hiesige Bevölkerung hat die Nach-

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