Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 83 (25.10.1886)
- Date
- 1886-10-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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fchic Toleranz neuen Jedermann, sein Verdienst um die diesige NU"*!p *nrn, welche durch seine Leituun eines ganz besonderen Aufschwungs, einer zahlreichen Theilnahnre anch von anderen Ortschaften her sich zu erfreue» hat. Fernere Veden, so namentlich die des Präsidenten der Liedertafel, der den Jubilar in seinem Verhältnis; den nicht israelitischen Mitbürgern gegenüber in herrlichen Worten feierte, Gesang, sowie höchst gelungene humoristische Vorträge würzten den Festabend. Wir wünschen von Herzen, daß dieser silbernen, die goldne Feier folge. Cö!<». nrlr? pns ‘irr. „Die Erinnerung an einen Frommen gereicht zum Segen." Wenn wir das verklärte Lebensbild eines Frommen an unserem geistigen Auge vorüberzieheu lassen, indem wir seiner frommen Thaten gedenken, seiner'Tngenden uns erinnern, so erzeugt ein solch ideales Vorbild Empfindungen und Stimmungen in uns, die uns nnr*?, zum Segen, gereichen, indem sie den ernsten Vorsatz festigen, zu gleicher Hohe des Geisteslebens uns cmporzuschwingcn. Einem solch edlen, mnsterglltigen Leben mögen diese Zeilen in tiefster Ehrfurcht gewidmet sein. Der Dahingeschiedene, Herr Isaak Können ans Kempen hat am 29. September, nr, tut 76. Jahre seines Lebens seine reine Seele ansgehancht, um in ein besseres Jenseits eknzugehen. Schon in frühester Jugctld ein lernbegieriger Knabe, ward er als Jüngling einer der hervorragendsten Schüler des gelehrten jmrr'JiKp r‘7 '*1 ans Erefeld, dessen Lehren und Leben er ganz in sich ekndringcn ließ. Mit materiellen Gütern gesegnet, widmete er denn auch den größten Theil seines Lebens, das Leben seines großen Meisters gleichsam.fortsetzend, der rmn, der mirj? und dem "ren mto, und wurde so wieder ein Vorbild nicht nur des engeren Famklienkreises, dessen geistiger Leiterer war,- nicht nur seiner Gemeinde, der er 50 Jahre hindurch als D3"!ö vorgestanden; der ganze Kreis, der etwa seit 20 Jahren zu einer Synagogengemeiude vereinigt, ihn zum Präses dkeserVercinigung gewählt hat, zeigt in seinem religkonsgesevlichen Verhalten deutliche, unverkennbare Spuren von dem hl. Gotteseifer des Mannes, dessen Augen sich nun für imurer geschlossen. Bei aller talknudischcr Gelehrsamkeit war der Verblichene ein Mann, der -pt cy mn;"rr verband. Ebenso bewandert im profallen Wissen wie in der hebr. Literatur, wandte sich bald auch die Ausmerksanrkeit seiner mchtjüdifchen Mitbürger, wie der Staatsbehörde aus ihn und so sehen wir ihn denn als Stadtrath und als Mitglied des Gewerbegerichts einet; Theil seines tlmlmmrd wittttttgsreichen Leberts mit der rnittütiösefterk Gewisferlhaftigkeit dem Wohle der Stadt und des Staates widmen. — Der Kindersegen war ihm leider versagt, dafür ward er ein um so größerer Segerr für die Kinder, lndeur er die Schule so recht eigentlich zur Domäne seiner Wirksarnkeit machte. Die vorzügliche, mit allen nöthigen Mitteiu ausgestattete, jüdische Elementarschule in Kempen ist als sein Werk zu betrachten. Er begnügte sich aber nicht daruit, die Schule in's Leben gerufen zu haben, unausgesetzt wandte er derselben seine Aufmerksamkeit zu und ließ es sich in allererster Linie angelegen sein, nur solche Lehrer zu bestellen, die, fest aus dem traditionellen Boden des Jndenthums stehend, in vollem Maße den Anforderungen entsprachen, die die Neuzeit an einen Lehrer stellt. Sein hohes Interesse für die Schute bekundete er auch dadurch, daß er viele Jahre hindurch als Cnratörimnsmitglied des jüdischett Lehrerseminars in Eöln wirkte. Er hat dieser Anstalt seit ihrem Bestehen stets die lebhaftesten Sympathien zugewendet und verliert das Collegium an ihm einen treuen Eollcgen, einen ansrichtigen Freund, ctireu begeisterten Anhänger für die Sache der Jugendbildung. — Daß eines solchen Mannes Leichenbegängnis;, au welchem der Laudrath, der Bürgermeifter, eine Deputation des Gewerbcgerichts und andere hervorragende Persönlichkeiten sich betheiligten, zn einem änderst imposanten sich gestalten würde, war vorauszusehcn; was uns mit besonderer Genugthung erfüllte, war die Ueberzengung, die wir hier von Stenern gewanncit, daß wir die Achtung und Wcrthschätznng unserer nichtjüdischen Mitbürger nicht durch Abfall oder Gleichgültigkeit gegen unser hl. jüd. Gesetz, sondern vielmeh r dadurch erwerbe», daß wir, unwandelbar treu beit altüberlieferten, - jüdischen Traditionen, als Mensch, Bürger und Jude, ein harmonisches Ganzes bilden. Der Heimgegangene war in allen Lagen des Lebens ein Muster solcher — Segen spendenden — Harmonie und so dürfen wir denn diese Zellen mit Lenselben Worten schließen, mir denen wir sie eingelcüct: :nrw p'is ir? Ocstcrr.-Ungar. Monarchie. Wien, 7. Oktober. Der Steuer-Eommissär Willibald Faltl fand sich am 27. Anguss bei dem Pfaidler Wilhelm Grüner ein, um bei bcmfdbcu eine Pfändung wegen eines rückständigen Steuerbetrages von 102 fl. vorzunehmen. Grüner machte geltend, daß das ganze Waareulager seiner Frau gehöre, worauf Faltl nach der Taschenuhr und