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Der Israelit · 1886-10-25 · Heft 83 (25.10.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 83 (25.10.1886)
Date
1886-10-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVN.aalKflflHfl. Erste Bei In ge jii Jlr,!!'! örs ilsriu’lil. und Cfvvnspvttdctt.;, «. Deuts ch l a n b. Würzburg. Unserer Unterrichts- und t^rziehungs-Anftalt'steht eine Reorganisation bevor. Herr Rabb.-Eandidat M. Nun«, der über m; Jahre in segensreichster Weise in der Anstalt wirkte, tritt in den Ruhestand, und seine Stelle sott durch eine junge üraft erseht werden. Der Schulansschust läßt es nicht au Mühe und Aufopferung fehlen, um die Anstalt zu heben und ihr Gedeihen zu befördern. Allgemein erhebt sich in der Gemeinde der Wunsch, das; die Leitung derselben nnserm Herrn Rabbiner übertragen und dein hebräischen llntcrricht dieselbe Ausdehnung gegeben werde, wie in frühern Jahren. In Würzburg wurde auf Anregung des isr. Reli'giouslehrerZ'des isr. Neujahrsfestes rvcgen der Beginn des neuen Schuljahres im alten und neuen. Gymnasium vom 1. Oktober auf den -l. verlegt. Wenn am Realgymnasium solches nicht geschehen, so lag die Schuld daran, das; cs der isr. Religionslehrcr versäumt hatte, das Rectorat darauf aufmerksam 31? machen. Diese edle Toleranz der Herren Rectoren verdient in Ihrem geschätzten Blatte reaistrirt 'zu werden. Vom Niederrhein. Die israelitische Gemeinde zu Tanten feierte am 29. August und 27. September er. zu Ehren ihres dort 25 Jahre fnngircnden Lehrers, EantorZ und 7ms, Herrn (y 1 lm ö 1111, schöne und erhebende Feste, welche dcm Gefeierten zur höchsten Ehre gereichen, aber auch zugleich bewiesen, welcher Liebe und Hochachtung er sich auch über die Grenzen seines engeren Wirkungskreises hinaus zu erfreuen hat, und wie er es bei seinem streng orthodoxen Lebenswandel verstanden, auch die Herzen der christlichen Mitbürger aller Stände zu gewinnen. Wenngleich der Jubilar in seiner großen Bescheidenheit sich jede Cimiion verbeten hatte, musste er es sich doch gefallen lauen, die Huldigungen nicht allein am 29. 'August, sondern auch am 29. September, dcm Tage, an welchem nach füd. Zeitrechnung 25 Jahre seit demAmrsamritte des Jubilars Versionen waren, cntgegenzunclrmen. Am erstgenannten Tage versammelten sich in dem mit <')nii,l(Uibi,ii und Blumen geschmückten Schnllw kale die Schüler und Schülerinnen. begleitet von ihren Eltern, und brachteil unter Absiuguilg eines Festliedes und Bortrag passender Gedichte ihre Glückwünsche dar. Eine Deputation der israel. (Gemeinde, unter Führung des Borsteher Herrn Simon Stern, der es sich trotz seiner vielseitigen Berussgcschäste nicht hatte verdrießen lassen, die Einübung des Liedes und dvr Bortrüge zu teilen, überreichte alsdann das kostbare Ehrengeschenk, gewidmet von der Gemeinde, auswärtigen Eollegen und Freunden des Jubilars, welcher tiefgerührt für die ihm 'erwiesenen Ehrenbezeugungen in herzlichen, schönen Worten dankte, die alle Bethciligten tief bclvegtcn. / Am 27. Sept. lud der Bomchcr, in dessen Hause Herr LHUuann 25 Jahre beköstigt worden, anstcr beit Mitgliedern der israel. Gemeinde eine Anzahl Freunde des Jubilars nach dcm schön dckorirten Gartenlokale, um auch diesen Tag als Frendentag zu Ehren des Jubilars zu begehen. Unterdessen waren von Rah und Fern viele Geschenke, Glückwunschtelegramme und Briese eingetroffcn, von welch letzteren ganz besonders das von Herrn Oberrabbincr Dr. Horowitz in Erefcld in classischcm Hebräisch abgesastte Schreiben erwähnt zn werden verdient, worin die vorzüglichen Eigenschaften des Gefeierten hervotgelwben wurden. Beim Eintritt in den durch Lanstuous' erlclichteten Garten sah man ein Transparent, welches folgende von der Familie Stern gewidmete Inschrift trug: „Wenn Tn an uns Gefallen hast, So bleibe unser lieber Gast Roch einmal 25 Jahr, Du then'rcr, guter Jubilar!" Im Gortcnsaalc überraschte ein wohlgelnngcnes, nach einer Photographie, des Jubilars gefertigtes, großes belgemälde, womit Herr Stern denselben beschenkt. R'achdem die hiesige Liedertafel „Drphea" ein herrliches Elwrlied gelungen, hielt der Borsteher die wohldurchdachte, von Herzen kommende und zu Herzen gehende Festrede, schildernd die schöne, erhabene Handlungsweise des Jubilars, sein wissenschaftliches Mömicit, seinen Edelmut!), seinen bescheidenen, anspruchslosen Sinn, seine effeetvoilen. geistsprühenden Borträge, seinen Wohlthätigkeitssinn, seine Rachiwachen bei kranken und Sterbenden,

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