Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 83 (25.10.1886)
- Date
- 1886-10-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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n:m mir die iV.iumnm, aroum Augen snulelten mul) in vollem ('»lamc. 'JJitdjael die ^dmu-üo k* .'iiilMlel') iibciMiiii!, liküloji ein Ämtkimiljl ^'»esicht, unilncifo 'JJtidMd, einen Moment lies erschütlen, wie versteinert Neben blieb. „Wie freu ich mich Dich wieder \n selten." sprach . jener.... „las; mich znersi die Brache verrichten, die vorgeschriebe» in, ivenn mall einen ,freund ein Jahr nicht grschcn hat", nnd nachdem er diese gesprochen, wallte er sich ans seiner drücke erheben und Michael entgegengehen, aber seilte Bemühung war vergeblich, er sank kraftlos in den Lehnstuhl zurück. Michael stürzte ans ihn zn, ergriff seine Hand, bedeckte sie mit Küssen und Thräucn mit» ries.: „Theurer Vater. so nun; ich Dich Wiedersehen!?" „Wir, mein.'»lind und ich, haben Dich mit graher Sehosocht, aber nicht so rasch erwartet. Dein letztes Schreiben lies; uns vermnthen. Du würdest erst kurz vor Nojchhaschono hier anlangen, sonst hätten wir Dir ~fd)0it früher von dem . . . „ttuglnckssall, der mich betroffen", wollte Brack ursprünglich sagen, aber er ergänzte rasch, „von dem, was sich in den lehlen Tagen hier zugetragen, Dich in Kenntnis; gefegt, um Dir eine unangenehme Uebcrraschung zu ersparen; — aber, mein lieber Sohn, cs ist lauge nicht so arg. als es im ersten Momente erscheinen mag. Ich habe durch Gattes Willen zwar einen Jus; verloren, aber, wenn ich mich von der Krankheit, die ich gleichfalls zu überftehen hatte, erholt nnd Kräfte gesammelt haben werde, hoffe ich, auch rüstig hernmgehen und meine Geschäfte besorgen zn können. . . ." Brack unterbrach sich und hüstelte verlegen, der streng wahrheitsliebende Mann hatte sich von seinem Bestreben, Michael rasch zu beruhigen, zu weit hiurcisien und das (srftemal in seinem Leben verleiten lassen, etwas ans-,»sprechen, was er nicht mir Gewischeit behaupten mochte.- nnd er fuhr fort: „Danken wir Gott, das; er mich gnädigst am Leben erhalten hat: — nicht jeder übersleht eine solche Operation — und das; ich es erlebte Dich wiederzusehen", und so sprechend käme er Michael nnd drückte ihn an seine Brust. Die alte treue (shanna war fortgeeilt, um Sara zu holen. Diese war ins Pfarrhaus gegangen. Ihr Bater sollte nach ärztlicher Vorschrift, um sich als Neconvaleseenr rasch zu stärken, täglich ein gebratenes Huhn effcn: min warm dem ganzen Städtchen kein.vmlm amzmrdben und sie war znu: Pfarrer Willibald gegangen, sich von seinem Hülrnerhosc ein.vmlm für ihren Vater zu erbitten. Sara war bei der Knude von Michaels \Hu lauft so rasch heimgceill, dal; ne dasHnlm im Stiche lies; nnd 6Hanna, die dasselbe heimbrachke, ihr heim besten Willen nicht \u folgen vermochte. Das anmnUsige. elfjährige Kind, das seinem xHeitüeiu nach schon sünszehnjährig zn sein schien, stürmte athemlos in's Zimmer. Sie lief; Michael nicht Zeit, die sieh rasch entwickelte-Meufcheukuospe zn bewundern, sie flog ihm an den Hals, drückte ihre Pannirlippen aus seinen Mund, preßte ihn heftig an sich, dantl erst sprach sie mit vor Aufregung bebender Stimme: „Wenn Dn da bist — dann ist mit Gottes Hilfe wieder Alles gut! .... Alles gilt?" wiederholte sie wehmüthig, das reizende.Köpfchen schüttelnd, nnd die Thränen, die -an ihren langen, seidenen Wimpern zitterten, flogen langsanr über ihre Wangen, „das kann ich denn doch nicht sagen. Wir haben in der lebten Zeit viel gelitten, und ich Hab' mich nach Dir gesehnt, ich kann TirS gar nicht schildern wie! .... Du hättest mir das schwere Weh ertragen Helsen, das der unergründlich große Gott über uns gesandt!" Michael war wortlos: war das holde Wesen, das ihm gegcnnberftand, noch ein Kind? Ihm schien es nicht mehr ein solches. „Wie gros; nnd schön Dn geworden bist!" sprach er. Sara fand mit der rührenden Naivität der Unschuld diesen Ansspruch natürlich, und sie fuhr Ton: „Wir hatten wohl Freunde, die sich während unseres Unglückes thcilnchmend bewiesen: aber sie sind uns jedoch fremd, ich habe ja außer dem Vater doch keinen Menschen auf der Welt, als Dich, und als man meinem lieben, guten Vater den Auf; absägte" — Sara drohte in Schluchzen ansznbrechen, aber die kleine Heldin bekämpfte ihre Rührung, „da ich alle meine schwachen Kräfte unfgebote», zu bleiben und es war mir gelungen mich wenigstens fo zu zeigen .... ich war während des schrecklichen Momentes äußerlich ruhig an dem Bette des Bakers gestanden, und hatte, obwobl mein Herz vor Qual anftuckre, doch nicht die Wimper bewegt, — aber dann fürchtete ich nmzusinken: — nnd. als die Nacht hereinbrach und ich zu schlafen versuchte, da wurde mir fürchterlich zu Mmhe, mein thenrer Vater ein ..." „Krüppel" wollte das Kind in überwallendem Schmerze sagen, aber es far.te sich und sagte „ein hilfloser Mann, — ich ein unkluges unbeholfenes Kind und Dn. unsere einzige Sttige, unser Alles — fern! .... Plöglich tauchte der böse emsegliche Gedanke in nur ans. Du könntest uns. . . ." <-ara konnte nicht 2) e?rnedr.'ttsri, ^cgenwruch.