Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 83 (25.10.1886)
- Date
- 1886-10-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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liiid) flcmii] bno fuiüiivilji’iibc Won finden nun fuhr i’iü nach fiucv Pause fort „untreu gezvordeu sein, töiimi'it uns ücrflcficii haben, dann tuarcu u»ir ja tu'iliifft’ii jimu'iV» mii» id) tiüjlti* mich Unglück'-* lick), elend .... id) Ijaüe so diUerlich geweint, wie nach nie in meinem ganzen i'i’üciiund einen Moment schien es, als wolle sie jetzt wieder zu weinen beginnen, aber nach tiefem Athem.zng üiljr sie fort, „allein daun schalt ich mich tüchtig aus Liber meine dummen (Gedanken, das; Tu uns verlassen könntest! Das könnte ja gar nicht sein! Wir Ionen nidjt von Dir und auch Du nickst von uns nicht wahr, Michael!!" und das holde.Stint» reichte dem Jünglinge die Hand und blickte ihn mit seinen wundervollen Augen an, das; es ihm schier Herz und Lecke erwärmte, „und da ward ich ruhig und ich lonnre, ermattet wie ich war, einschlasen, und cS träumte mir von Dir, Tn lieber, lieber Michael! Tu wärst ans Prag oder aus Wien heimgckehrt, nud Du halfst nlcinem lieben Later, Du gabst ihm ein Mittel und sein, abgcnommener Fuß wuchs wieder an, und ich freute mich und dankte Dir und dem lieben unendlich großen Gotte, der durch Dich Wunder wirkte. Freilich, als ich ans dem Schlafe erwachte, da wurde ich wieder traurig. . . . Du warst noch nicht da, '.nein Later hatte nur einen Fuß, und Du wirst niemals wieder ihn. noch irgend einen andern Menschen heilen könncu, Tn kannst ja nicht Medizin studircn, kannst nicht, wie wir Alle es gewünscht, Arzt werden:" - „Warum sollte Michael nicht Arzt werden, können?" frug Brack überrascht ans sein anmnthig (lind blickend. „Das fragst Du, Tu lieber kluger Later?" erwiderte Sara, „Michael muß ja jetzt bei uns bleiben, kann uns nicht verlassen; Tn bist ja nicht mehr im Stande Dich allein zu erhalten, Du kaniist, nachdem Tu einen Fuß verloren, nicht mehr ohne Unterstützung Dein (Geschäft fortführen, Tn mußt einen treuen, verläßlichen (Schilfen haben; und da findest Du gewiß keinen besseren, tüchtigeren als unseren Michael!" „Was sprichst Du da?" fiel ihr Brack ins Wort, „Michael kann cs bei seiner Begabung weit bringen, haben wir das Riecht uns seinen! Glücke in den Weg zu stellen?" „Du hast das volle Recht, cs zu verlangen", erwicderte Sara, „daß er, da Du es jetzt nicht vermagst, für Dich und mich sorge. Tn hast ihn ausgenommen, als er allein, verlassen war. Du hast ihm den Barer ersetzt, cs ist nur billig, daß er jetzt die Solmespftickst gegen Dich erfülle; und ich müßte Michael nicht kennen, wenn er diese nicht willig z» erfüllen beabsichtigte." „Gewiß, bestimmt". ries Michael, „Sara hat ganz recht, ich muß und werde so thnii, wie sie gesprochen; - ich will Dir ln Deinem Geschäfte ein treuer Gehilfe werden." „Ihr seid beide unerfahrene, tindisehe Menschen," sprad) Brack, seine tiefe Rührung unter der Maske des .'Zornes verbergend, „Ihr sprecht über Sachen, die (such ganz fremd sind. . . . Michael hat ja gar keine Eignung für einen Geschäftsmann; er versteht Latein, Griechisch, Mathematik, Philosophie, aber nichts vorn Handel und Wandel, es rväre ewig schade für das schöne Wissen, das fick) der arme Junge mit so viel Fleiß und Allstrcngnng erworben." „Michael versteht Alles, Michael kann Alles!" widerstritt Sara energisch — mit jenem Enthusiasmus , den innige Neigung cinflüßt, „er ist zu Allem begabt. Ich glaube auch, Michael wäre, wenn er Medizin sindirt hätte, ein tüchtiger Arzt geworden, aber er wird, wenn er in Dein Geschärt ciiitritt, mir Gottes Hilfe ein angesehener Sranfnud Handelsherr werden. Ich für meinen Theil", fügte sie etwas altklug hinzu, „glaube, daß er cs in Allem, was er unternehmen würde, zu einer hohen Srnfc brachte, würde er Rabbi werden, würde er cs gewiß zum Dber-Landesrabbiner bringen, würde er Jus ftndiren, wäre er der beste Advokat, würde er Maler werden, würde er die Wett durch seine Bilder entzücken, würde er Soldat, so vermöchte er — wenn er kein Jude wäre — gewiß General zu werden." _ „Das Alles will ich nicht behaupten", cntgegncte Michael lachend, „ich bin durchaus nickst von den großen Talenten überzeugt, die mir mein Schwesterchen andichtct: allein ich glaube, daß ich, wenn ich auch etwas später die neue Laufbahn «»trete, dock) durch Fleiß und guten Willen die verlorene Zeit werde einbriugcn können, und . . . „Aber, wo habe ich nur meinen Verstand!" unterbrach ihn Sara plötzlich, „Dn hast gewiß heute noch nicht gefrnhstnckr und wirst hungrig sein, hast Du schon gebetet?^) wenn nicht, thn' dies sofort, ich eile in dic>rüche, um Dir unter Ehanna's Mithilfe einen kräftigen Imbis zu bereiten." Sara eilte hinaus, Brack und Michael (bcefer hatte sein Gebet schon früher, bei Tagesanbruch verrichtet) blieben allein. Michael crtnndigte sich nun eingehend über die An und Weife, in welcher feinem Pflegevater das 3» Juden gerneücn am Morgen vor dem lieber nieder Lpeiie noch Trank.