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Der Israelit · 1886-10-25 · Heft 83 (25.10.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 83 (25.10.1886)
Date
1886-10-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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i l.il <<vlmar. x'ui bi'HH’iiiiKii 2iiMit'n, liuiifie lein <HUiiiil*ciiöt>cfi’iuit!iiH bhun viflcn, nljnitcii mul) i'ic 2))iinflOrtcujic)m'inbi'ii mib bie WnbMinT 21 rt n 1 «• n sil» ü (fc; so zufolge des!n7'»cv Vmibc-MiaiK'balt-o- Mal* i«/mki (Mulbcn iu Hollund, :titn» ftvc*. in Viircmlutva und l atc«, iu 'Belgien. Während seit 1.^-1 in Boden, seit 1 >s7:t in titsasr Lothringen die Ltaatsbeiiräge erhöht lvorden und, will der Finanzansschns; der sra nz. >iouuner ollen Religionsgefellschoflen sömmiliche Liaatsbei^ tröge von l.ss7 ab znrückziel-en ober doch neuerdings herabsetzen; feit is$f> find bereits die Ltaalsffipendien für die Theologiekandidaten in F r a n k r e i eh lveggesallen, ferner zufolge (Gesetzes vom April l.^4 die Gcmeindeznschnffe für die den Moittiftüricu gehörenden Eultusgedände. Tos; in Italien weder Llaat, noch Provinzen irgend welche Beihilfe für den israelitischen Kultus gewähren, rührt davon her, das; solche dort auch keinem anderen Bekenntnisse mehr geleistet werden. Ncbrigen« sind alle Beschränkungen, welchen die CvH'üditcu in Toskana, Venedig, -3übttalicu u. s. w. unterlagen, durch die neuere italienische Gesetzgebung ausnahmslos ausgehoben worden. F. G. Holland. Anrfterdant. Laut Befehl de« .<krleg«mlnkster« haben die jüd. Rekruten austatr am l. Oktober erst, am 24. d. iu den Dienst zu treten, damit ne die Festtage unbehindert feiern fömiat. Italien. -Livorno- Ter vor 13 Jahren dahier verstorbene Graf Riffim 2amama, welcher ein Bernrögcn von 20 Millionen Franc« hinierlüffen, .hatte der jüdischen Gemeinde in Jerusalem 200,ooo Fr. zur Errichtung einer Jeschibah und den isr. Gemeinden zu Hebron, Lafed und Tiberio« je 23,000 Fr. zur Unterstützung armer Talmudgelehrter vermacht. Tie Erben hatten da« Testament angefochten, und der Prozeß ging durch alle Instanzen. Ter oberpe Gcrichtshof hat nunmehr da« Testa ment bestätigt und die stipulirten Lummen werden demnächst den isr. Gemeinden die vier h. Llädte ausbezahlt werden. Ei' wird eine besondere Berwa-rnng eingesetzt werdendie über die richtige Verwendung der' Gelder zu sorgen hat. R u s; l a n d. Tie Austreibung der Inden an« Liameuetz- Pödvlsk hat selbst bei der christlichen Bevölkerung große Erregung hervorgernfeu. Bis jetzt und 70 Familien ansgeivanbelt. Alle Lchritle, »velche »n leinommen worden, um bie strenge Ordre rück gängig zu machen, sind frnchttos geblieben. F v u i l 1 v t p it. M i ch it (’ f. iHVitjlMifl von .U o l)tt, vi'cifaji'a voit (’UiDiicl. (Fortsetzung.) F ii nfzehnte« >r a p i t el. Michael war am frühen Morgen in dem W.er t^-betto angelangt. Er hatte feinem Pflegevater absichtlich nicht den Tag seiner Ankunft angegeben, und nach seinen Briefen glauben lassen, das; er erst kurz vor Rosch-Hasckwrw anlangcn würde. Er beabsichtigte Brack und >sara zu überraschen, auch wollte er es verhindern, das; sie sich seinethalben in ihren Lcbensgewohnheite» störten, ihm etwa entgcgenkämen, oder den Tag seiner Ankunft durch eine bessere Mahlzeit feierten. Bracks Hans war, wie wir wissen, am Eingänge des Ghetto gelegen. Als Michael in diese« trat, und die Fenster de« ebenerdigen Geschosses, aus'denen ein dumpfiger Geruch drang, geöffnet, und diese« unbewohnt fand, erschrack er zuerst heftig, aber bald erinnerte er sich, daß die W.er Judengasse von cntci* Überschwemmung hcimgcsucht worden und daher die ebenerdigen Lokalitäten für längere Zeit unverwendbar waren. Als er den Hausflur betrat, begegnete ihm die alte Magd EHanna, die den Korb am Arme, eben zum Fleischer zu gehen beabsichtigte. Bor llcberraschung war sie so verwirrt, das; sie nur einen lauten -Freudenschrei ansfties;, nmkehrte, und so rasch als sie cs eben vermochte, die Treppe hinanseilte, um die Ankunft des lieben Gaffe« anzumelden. Als Michael in das Zimmer trat, fand er seinen Pflegevater am Tische sitzend, er hatte noch Talis und Tsittin nicht abgelegt: aber doch schon sei» Morgengebet beendet und ffudirte, — wie er dies alltäglich, bevor er seine geschäftliche Thätigkeit erönuete. zu thun pflegte, einen Abschnitt ans dem Mischnajos.*) Aron Brack war, seit ihn Michael das letztemal gesehen, sehr gealtert. Ter vor drei Jahren noch kohlschwarze Bart war vielfach wie von Lclmecflocken angeflogen, die immer etwa« dunkle aber gesunde Farbe seines sonst vollen Gesichtes war olivengelb, diese« selbst eingefallen und die Backenknochen stiegen ans demselben empor, I) iie erüe Saitituhmg rabburischer Borschrisren.

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