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Der Israelit · 1886-10-25 · Heft 83 (25.10.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 83 (25.10.1886)
Date
1886-10-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I IUI». niit mviiuii (jclriivti'n ((‘)laiit'C!iöi]nip)fi,i! .'new Vir,-* ,yui.;*ttif L'.v.i'.Wiijilum'i De* „Institut dt* Fian«**" (Vlcai-i’iiiii') foiimu'ii v'ltit Inden, unter den s|>nnV!|omi he* „«’•»II«•.•.-*• ,!,* d ian, n - haben wir t jiibilVhf Ptosessoreii, nun denen ich einer bin. Durch volle t Iabre trabe iel) in ,vrantreti() in einer '3tthitvitellhnfl christlichen jungen teilte spirilualistit'che Philosophie vorgei ragen. Niemand bat daran Anstand genommen, nicht einmal die Bischöfe. Als ich mielj im Alter non 77 fahren entschloss, tnieb zurück.:,lzichen, haben die Bischöfe über diesen Rutscht ns; fiel) bet lagt. Roch eine Dbalsache, mein Herr, die ich Ihren Erwägungen und denen Ihrer Mitbürger anheimsielte. Tao nInstitut •!»* Franc* hielt es unlängst für angezeigt, beim t<n»jährigen Jubiläum der Universität Heidelberg sich vertreten zu lassen. Unter den fünf für diesen Zweck von der gesammten Mörperschasl bestimmten Mitgliedern befanden sich zwei Inden: Der Physiker Lipniann von der „.-VcaiFmio <lt»s scivnses*4 und der Asspriologe Dppert. Ich käme .zu keinem Gnde, wenn iel) alle Inden namhaft machen wollte, die in Frankreich, Deutschland, Italien, Gngland, Zierden der Wissenschaft, Ü imfr, Politik, Industrie, der Armee sind und durch ihren Wohlthätigkeitssinn sieh anszeichnen. Die Inden"in :llmnänien würden dasselbe Schauspiel bieten, wenn ^ic die Traditionen der Barbarei, der Routine und des Hasses verlassen wollten, und die Bahn der Gerechtigkeit, Ireiheit, und, ich wage sogar hinznznsngen, die Bahn des., wahren GbristenthnrnS zn betreten, denn die christliche Moral gipfelt in dem Save: Liebet euch gegenseitig. Männer wie Sie, mein Herr, sind berufen, diesen Umschwung herbei',«führen. Daher rechne ich auf Sie, im Interesse der Humanität. Ad. Franck." ZcitnttgcknachrichLctt und (sorrespondenzcn. D e u t s ch l a n d. Posen, im Sei ober. In einer Woche bat der unerbittliche Dod zwei Männer eins der Mitte unserer Gemeinde gerissen, die zu den edelsten und wackersten derselben zählten, den Fommergienrath S a m n e l A n c r b a ch und den Manfmann I f i d o r l> r a p o k i, diesen als Greis von 7." Jahren, fenen im kräftigen Mannesalter von -t;i Jahren. . Beide waren Mitglieder der Berwaltnugsreiv. A'epräientanten-Follegien der jüdischen Gemeinde und erfreuten sich der nngetbeilteneu Achtung und Berehrnng. Aamentlich wird bei Herr Auerbach denen? seltene, nnerschöpsliehe Mittcklmtigkeit gerühmt, wo durch er. im Stillen wirkend, jahlvciiho Thianen getrocknet und vieler Mensehen Glend gelinden hat. lleberull, wo es die Anssühmng eines wohlthätigen Zweckes gal), fehlte Anerbtieh nicht, wenn er nicht sogar an der Spive stand. Die Wohlkhätigkeit war ihm nicht mir Pflicht, sondern ein Genuß und ein Be dürfniß, so das; er sieb oft dankbar aussprach, wetnt man ihui Gelegenheit gab, sie zu bethätigen. Selbst eine polnische Zeitung, der nltranwntane „Manier Pornaiiski," die sonst eben iticht jndenfrenndlich gesinnt ist, siebt sieh genöthigt, dem.Hinseheiden des Herrn Anerbaeb einige Worte?,n widmen, woritt sie anerkennt, in welch seltener Herzensgute er, ohne Unterschied der Gonsession. Hilfsbedürftige unterstützte. Diese allgemeine Beliebtheit und Verehrung, so wie der Umstand, dag er Ghef eines wcirreiwmmirteu Haudlnugshauscs, der Begründer der ersten Zuckerfabrick in der Provinz und Dheilhaber an vielen anderen war und sonach einen 'mtsgebreitctcn Bekanntenkreis hatte, bewirkten cS, das; das Leichenbegängnis: unter außerordentlich zahlreicher Dbeilnahme stattfand. Ginc nnübersebbare Menschenmenge und zahlreiche Ggnipagen folgten dem Leiihenznge, an dem auch eine große Anzahl christlicher Ginwohner siel) betheiligte und überall hörte mau das Hinscheidelt deS edlen Mannes aufrichtig beklagen und Zuge ans seinem Leben und Wirken erzählen. — Tags darauf fand unter ebenfalls außerordentlich großer Betheilignug das Leichenbegängnis; des Herrn Isidor Gzapoki statt, der, wenn auch in anderer 'Weise, es ebenfalls verstanden hat. sich Hochachtung und Verehrung zu erwerben. Seine nngebenchelte Religiosität, seine Menschenfreundlichkeit und das Streben, nur lautes zu wirken und ztt fördenk, sichern ihnt in der Gemeinde, zu deren Vorstehern er gehörte, ein ehrenvolles Andenken. Bet den atr den beiden Gnmnanen hkcikger Stadt abgehaltcnen Maiurialsprnfungen ist cs wiederum ohne Gonstier in Betreff des Schreibens am Sabbat abgegangen, obgleich aut I-ried. Will), (^vmnannm die mündlicl;e Prüfung, wobei in der Mathematik schriftliche Alffzeichnnng erforderlich ist, am Sabbat stattfand. Der die Prüfung afristirendc Mönigl. Schnlratb, so wie der Dircctor gestatteten in recht entgegenkommender und wohlwollender Weise, daß der prüfende Lehrer die betreffende Zeichnung nach Angabe der Gramt'nirten ansnihrc. Den zum Dienste cingezogeuen Rerervtsten ist durch Bemühung des Gemeinde-Rabbiners Herrn Dr. Icilchenield Befreiung vom Dienste an den 2 rr 2 2' gewährt worden.

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