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Der Israelit · 1886-10-25 · Heft 83 (25.10.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 83 (25.10.1886)
Date
1886-10-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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i rjo Mutte die nl» uijr beim nidji alajifHH, tmfj riiuiüiiffilic t^olf -feine (t'ifliiKiri nmljmi mib bciiiiieiiniH jene Gl.niente beseitigen müsse, toeiche den eigenartigen lftlarakrer dev Volles Hüben. Den ersten Theil dieser Ainac müssen mir mit einem entschiedenen „ja" den rit Worten, das; mir 'fiel? alte Bestrebungen, welche daraus hinzielc», den nationalen Gharglter der rumänischen Nation zu lrasti'nen nho ZN fördern, mit Freuden begrüßt haben. Veüblich der Behandlung, welche den srenrden Elementen und speciell den Juden in Rnmanien zu Theil werden sollte, sind wir jedoch anderer Ansicht als die „Oioiuama Ribera." Man müßte unseres Trachtens denjenigen Inden, welche durch Worte und Thaten beweisen, das; sic sich als .Amnänen fühlen, den Zutritt zum rumänischen Volke nach Möglichkeit fördern. Geschieht dies, so wird diese Glitc des rumänischen Judenthums aus das Gros ihrer (Aanbensgenossen segensreich einwirken lind so würde im Laufe der Zeit eine vollständige Assimilation der Juden mir dem rumänischen Volke erfolgen. Diese Ansicht wird auch von dem berühmten französischen Gelehrten Adolf Franck in einem Briese vertreten, den derselbe an Herrn N. Blarenibcrg gerichtet hat. Die „Gpeca" hat diesen Brief veröffentlicht und da er auch unsere^ Leser in hohem Grade iuteressiren dürfte, so lallen wir denselben fammt den einleitenden Worten der „Gpoca" folgen. „'Wir schätzen uns glücklich." schreibt letztere, „einen Brief des illnftren Philosophen vom (5 oll ege de -France, Herrn Ad. Frank, veröffentlichen zu können, einen Brief, den er an Herrn N. Blaremberg in Folge der Veröffentlichung seines Werkes „über die Gesetze und die Insiitutionen Rumäniens" gerichtet bat. Herr Franck behandelt in diesem Briese die Jndenfrage in Rumänien, welche heute ans der Tagesordnung siehr. Gr schreibt: r$aint Gartien (Sinne et Oise) 1. September 1SS6. Gce'htcr Herr! Sie hatten vor einiger Zeit die Güte, mir mit der liebenswürdigsten Widmung ein Werk von bervorragcndfter Bedeutung zu übersenden. das Sie veröffentlicht haben unter dem Titel: „Vergleichender Versuch über die Institutionen und Gesetze Rumäniens von den ältesten Zeiten bis auf unsere Tage." Dieses Werk, wofür ich Ihnen nicht früher danken wollte, bevor ich cs gelesen hatte, gereicht Ihrer Gelehrsamkeit, Ihrem Patriotismus und sogar Ihrem Vaicrlandc zur größten Göre. Die Gelehrten und vor allem die Historiker, welche nck von Ihrem Lande eine Idee bilden wollen, müncn von jetzt ab von Ihrem Werke nicht vlos Kenntnis; nehmen, sondern dasselbe sogar studircn. In Ihrer wcrihvollcn Arbeit habe ich jedoch einen Theil gesunden, der midi zwingt, Ihnen mit dein herzlichsten Wohlwollen einige ernste Benlerkimgcu zu machen: ich meinejenen Theil, lveleher die Juden betrifft. Ich gehöre, mein Herr, und ich big stol; daraus, jenem allen Geschlechte auzugehöreu, welches der Menschheit die Bibel geschenkt hat. Wcuu Sie es nicht gewußt haben, so erachte ich es für meine Pflicht, es Ihnen zu sagen. 'Wenn Sie es jedoch gewußt haben, so luerbcit Sie begreifen, wie sehr ich enttäuscht und betrübt war, als ich sah, was Sie und ein großer Theil der Rumäucu über meine Glaubensgenossen in den alten Provinzen der Moldau und Ltzalachei denken. Sie schreiben den Inden alle möglichen Sehandthateu zu, sogar dicje- »ige, welche darin besteht, die Ghre ihrer Frauen und Töchter zu verschachern, obgleich alle Welt, sogar zu den Zeiten des rohesten Fanatismus, den patriarchalischen Tugenden derselben gehuldigt hat. Wenn man Sie hört, müßte man glauben, daß die Inden alle Laster und keine einzige Tugend besitzen. Ich kann mich nicht in einem einfachen Dankschreiben in eine eingehende Debatte über einen so ernsten Gegenstand cinlasscn. Ich werde wich daher btos beschränken, auf Ihre Anklagen mit Thatsachcn zu erwidern, die sv klar sind wie der Tag. In jenen Staaten, in welchen die Gesellschaft die'Indcn in ihren Schoß ausnahm, wo man nach den edlen Worten der eonsrituirenden Versammlung vorn Jahre 1780 bereit Menschen- und Bürgerrechte anerkannte, hat ihnen keine einzige moralische oder patriotische Tugend gefehlt. In Frankreich, England, Holland, Belgien, ja sogar in Deutschland, wo der Racenhas; entfesselt wurde,- finden Sic die Inden im Parlamente, in Gerichtshöfen, Universitären, Academicn, in den höchsten Stellungen der Armee, in der polititischen und Finanzverwaltuug. Gegenwärtig befindet sich ein Jude im englischen Oberhanse, ein Anderer im conservativeu von Salisbury präsidirten Gabinct. Vor einigen Jahren war ein Jude, David Salomon, Lord-Major (Bürgermeister) von London. Wilsen Sie, daß sich in der französischen Armee vier jüdische Generäle im aciiveu Dienst befinden? Und gleichwohl zählt Frankreich bei einer Bevölkerung von nahezu 08 Millionen Ginwohncrn int Ganzen nur 70 bis so.ooo Juden. Sie beklagen sich über die ttnchrlichkcit der Juden. Zahlreiche französische Juden, deren -kamen unantastbar isr, sind Gassicr, Steuereinnehmer, Finanzverwalter. Ich kenne persönlich vier oder fünf jüdische Mitglieder des hohen Gaffalionshoses. darunter einen Sectionspräsidenten, Herrn Bedarrides. Wenn die italienische'-kegierung über finanzielle oder wirthschastliche Interessen mit Frankreich zu verhandeln hat, so beauftragt sie da-

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