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Der Israelit · 1886-10-25 · Heft 83 (25.10.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 83 (25.10.1886)
Date
1886-10-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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flflm allein ein ns; ein gerechter Manu. der l'-e rechtigkeit liebte, der manche-? limechl er leiden mustle ahne doch llurecht \\\ thuu. Anihrend alle*? Fleisch seinen Üi'ert neibeibt Halle auf (nkn, die Nlenfchen nicht allein uutev fiil), sondern foglrr mit den Tliieren lviderrratnrlichen Baslern fiobiiteu, blieb 'Junnb reni ln seinem Wandel nnd in seinem Familienleben, so das; die heilige Schrift Hjii'c*cn# fehlerlos. nennt, während alle Menschen Wöben van Holz nnd 3iciu, durch die sie in ihrern Lasterleben nicht behindert wnrdell, ihre Verehrung brachten, blieb Noach den Traditionen der Väter treu, verehrte den einziaen Gott, den Schöpfer des Weltalls nnd liest die Furcht vor I h m nicht einen Angenblick ansterAngen; n; -jt'-rn 2-.rs.-> -s „mit Gott wandelte Noach." ‘ Und weil er so war, falld er Gnade in den Augen Gottes und wurde gewürdigt, die Menschheit auf Erden zu erhalten. Ein alter Erklärer des heiligen Schriftwortes findet in den drei dem Noach hier nachgerühmtcn Eigenschaften r.: •jSr.rn ir*ii\xn ns ,n"2n ,p-s das Wesen der drei Söhne.Noach's angedeutet.. Noach war ein Zadik, ein gerechter Mann, der die Gewaltthaten seiner Zeitgenossen nicht billigte und gegen seinen Nebenmenschen kein Unrecht verübte. Dem entsprechend ward er der Later des Iaphet, des Stammvaters der modernen Eulturvölker, welche Recht und Gerechtigkeit zur Grundlage ihrer Staaten gemacht haben. Noach war ein Thamim. ein fehlerloser sittenreiner Mann, und desthalb zeugte er den Schein, welchem Abraham entstammte, von dem es heistt: ersn rrro *£-nn „wandte vor Mir und sei vollkommen." Aber auch in Bezug auf den ungeratheucu Sohn, den Eham, ist dem Noach kein Borwurf zu machen. Sehr sfr sehen wir, dast die Kinder frommer Eltern mistrathen. Sehr hällsig ist der Grund darin zu suchen, das; die Frömmigkeit der Eltern keine wahrhafte, keine aufrichtige, keine sich stets bewahrende ist. Die Kinder, welche ihre Eltern genau beobachten, finden bald die schwachen Seiten derselben heraus; haben sie daun bemerkt, dast cs ihnen nicht vollkommen ernst um Tugend und Frömmigkeit ist, so werfen sie bald dasjenige von sich, was die Eltern nicht aus vollem Herzen und fester, nnerschüiterlicher Uebcrzengung zu thuu gewohnt waren. Vielfach verhält cs sich so, aber nicht immer. Grasten Einflust üben Erziehung nnd Beispiel ans das Heranwachsende Geschlecht: aber im lebten Grunde ist doch jeder einzelne Mensch der Herr feines Willens: er kann trotz der besten Erziehung vom Bsttde des Guten weichen, er kann tros schlechten Beisvtels aus dem Wege des Guten beharren oder aut ihn sich begeben. Damit Niemand glaube, das; Eham destwegell auf Abwege geratheu sei, weil die We rcchtigkcitslicbe und die Sittemeinheit Noacbs keine anstichtige oder ausdauernde gewesen. desthalb be zeugt ilim die heilige Schrift ru -prin c*t\n.*t rn „mit Gott wandelte Noach". Niemals liest Noach die Allgegenwart Gaues auster Augen ttnd demge mast richtete er stets seinen Wandel ein. Uuinöglich war es daher, dast durch fein Berschnlden fein Sohn Eham auf Abwege geratheu: nur der eigene freie Wille war es. der ihn dazu veranlagte, das Böse statt des ('taten zu wählen. Wir können an die hier erwähnten drei Eigenschaften nod) andere Betrachtungen knüpfen. Als Zadik und Thamim wird Noach im Verhältnisse zu feinen Zeitgettoffen rn-nn gerühmt, während in Bezug auf seinen Wandel mit Gott diese Beschränkung nicht ausgesprochen wird. Während cs bet Noach heistt: Mit Gott wandelte Noach, spricht Gott zu Abraham: wandele vor Mir nnd sei vollkommen: den Israeliten aber in der Wüste befiehlt unser Later im Himmel: dent Ewigen, eurem Gotte, sollt ihr nach wandeln. Diesen Wechsel der Ausdrücke wollen wir an einem Beispiele klar machen. Das kleine Kind trimmt der Barer bei der Hand und führt es; zu dem größeren Kinde spricht er: Gehe vor mir her, damit ich dich im Auge behalte: dem erwachsenen Sohne dagegen befiehlt er: Folge miv uadjl — Dem kleinen Kinde ist Noach zu vergleichen: er war nur gerecht und vollkommen im Bergleiche mit seinen bösen Zcitgeuogeu: desthalb nahm ihn Gott gleichsam bei der Hand und führte und stützte ihn und half ihm, alle Lersnchmtgen zu überwinden. Abraham aber, der aus eigenem Antriebe Gott erkannte, die Götzenbilder zertrümmerte, für die sündigen Mitmenschen betete, ihn konnte Gott schon sich selbst üderlasfen: aber doch nicht ganz, denn er hatte die Thora noch nicht empfangen. Wir Israeliten aber, die wir am Berge Sinai der göttlichen Offenbarung gewürdigt wurden, die wir tu der Thora eine Richtschnur besitzen für unser Fühlen, Denken und Thun, uns befiehlt unser Later im Himmel: „Dem Ewigen, Eurem Gotte, sollt ihr nachwandeln!“ (Schluß folgt.) (Sin Arief iiöoff Srauck's in Muis an fl. 'S.Üarcmlifitj in BuiUrrtll. Als wir, schreibt das „Bukar. Tg'ol.ch mit der „Romania Libera" wegen der Indensrage in eine Polemik gerierhcu, stellte an tms Herr Majorcsen, der Lerfat»er des betreffenden Artikels im geuanuren

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