Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 99 (20.12.1886)
- Date
- 1886-12-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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der Stamni 'Jlnbiv Schal)'-), vor beut eins! bu;> Ijtilbe Asien Miller! Kulte. Unterdessen Hallen sich die Engländer in Indien festgesetzt. und nmerwarsen sie sich diese-) Wett reich nach nnd nach, ihm? erstürm, sie den letzten (HvoiV Mgnl, Lnltan Mohanred Bahadnr, für nbncfciu und wiesen Kirn und seiner Faiiiilic eine bescheidene Pension an. Leit damals herrscht tunt bic Königin Victoria über Indien und zwar beherrschte sie dieses Weltreich bis is;>7 durch die bekannte ostindische Eompagnie, worauf sie in diesenl Jahre die Herrschaft selbst in die Hand nahm, um sie von nun an durch einen von ihr ernannten Vicekönig auSüben zn lassen. 1878 nahm die Königin Victoria den Titel „Kaiserin von Indien (Kmpress öfliuliat" an, den sie noch viele nnd viele Jahre zur Freude ihrer jüdisch-indischen Unterthanen tragen möge. Unser gegenwärtiger Vicekönig, Lord Dnfferin, ist ei» würdiger Stellvertreter seiner hohen Gebieterin; er ist anch ein großer Freund nnd ein großer Gönner unseres Stammes. Ich schließe nun dieses Thema mit dem aufrichtigen Wunsche: cb'y ly r?.T pj nrv:» jn*ep*n (Möge der Thron Lictoria's nnd ihres Hauses seststehen für ewige Zeiten). — Es wäre jedoch eine große Undankbarkeit von uns, wollten wir hier nicht zugleich auch eines andere» indischen Fürsten, des Königs von Siam, Ehrom - Luaun. in Ehren gedenken, der obgleich ein Heide, dennoch ein großer Gönner Israels ist nnd so manchen christlichen Fürsten beschämt, der, trotz der Religion der Liebe, zu der er sich wenigstens dem Namen nach bekennt, seine israelitischen llnterthanen verfolgt und bedrückt. Dieser Herrscher hat nämlich soeben den in seiner Hauptstadt Bankok lebenden italienischen Ingenieur, Herrn Moise Luzatti , eigens nach Rom geschickt, damit er dem italienischen Minister des Auswärtigen, Grafen Nobilant. den höchsten Grad feines Elephantenordens nberbringe. Ein Jude Abgesandter eines heidnischen Fürsten! Wie ärgerlich und beschänicnd zugleich für unsere Herren Antisemiten. — Der italienische Gelehrte. Herr Elio Modigliani, . ein in Genua geborener Jude, bereift jetzt wieder die holländisch-indische Insel Sumatra, um dieselbe wissenschaftlich zu durchforschen. Derselbe drang dort auch in solche Gegenden ein, die bisher noch von keinem Europäer betreten worden waren, die er nun gründlich geologisch, botanisch und zoologisch durchforschte. Ein großer Tbeil der von ilnn ans dieser Reise gesammelten wissenschaftlichen Schätze hat er dem Museum seiner Vaterstadt Genua überlassen, das eine Beschreibung derselben mit vielen Illustrationen dazu in feinen Annalen veröffentlichen wird. Doch ein merkwürdiges Volk, diese Inden! Vor dreitausend Jahren fniiieu wir tu dieses Land, mir hier für König Sa lomü irdische Schätzt ZN sanuueltt und jetzt konimen wir nach Indien. n»n geistige, wissenschaftliche Schätze zn fmunielit. So ist der Sohn unseres Volkes der leibhaftige ewige Jude, oem es bestimmt ist. allüberall auf Erden mnherznwaudern und überall zn verkünden, daß es nur einen Gott gibt. Michael. Erzählung von <3. jtolm, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) „Du bist ein sehr kluger Mensch," sprach Brack zu seinem Pflegefohlt, „aber Dir fehlt die Erfahrung des Alters. Ein Zusammenstoß zwischen Dir und Lorenz könnte schlimme Folgen haben. Er ist bei jedem Streite Dir bei Weitem überlegen. Während er Dich nahezu-straflos thätlich rnfnltrren kann, tvürdeft Du für jedes Wort, zu dem gerechter Unwille Dich, dem kaiserlichen Offizier gegenüber, binrcißen könnte, zn schwerer Verantwortung und Strafe gezogen werden. — Vielleicht will er Dich zn einem Streite reize». Er ist Offizier und sein Vater Bürgermeister nnd Polizei-Ehef der Stadt. Wie leicht kann dieser nicht bei einem ausbrechenden- Zanke einen Vorwand finden. Dich einige Wochen inS Gefängnis; zu werfen, dann wäre mein Kind, Deine Pflegeschwester, Deine Verlobte, einem brntal'w Gewaltakte gegenüber schutzlos. Ich bin ein Krüppel, ich vermöchte sie beim beste» Willen nicht zu schützen." „Lieber Vater," erwiderte Michael» „daß cm so vernünftiger Mann solche unbegründete Beforgnipe anssprechen kann! Tu denkst an die bösen Tage Deiner eigenen Jugend, an Mädchenraub: an jene Zeit, wo Trenk's Panduren Frauen und Mädchen, die ihnen gefielen, gewaltsam wegföhrren und der verdienten Strafe entginge». Die Zeiten baben sich, Gott sei Dank, geändert, wir Bekenner des mosaischen Glaubens leben zwar noch immer unter hartem Drucke — und auch dieser hat sich schon etwas vermindert — aber doch unter geordnete»