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Der Israelit · 1886-12-20 · Heft 99 (20.12.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 99 (20.12.1886)
Date
1886-12-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1721 Mohamcd Kazin, mit einem Wie in ^iiMch tiii, mu diese-) Reich fiir den Islam und scinen l^bieter z»l erobern. Schon unter diesem Khalisen begannen dann einzelne jüdische Familien ans Persien noch Indien cinzuwandern und sich in den Hafenstädten daselbst anzusiedcln. Unter der Regierung des Lul-. laus Abul Hassan Ali. der ior»i den indischen Thron bestieg, wurden jüdische Schlvertfeger ans Persien nach Indien berufe», damit sie für das Heer dieses Fürsten Schwerter und andere Hieb¬ und Stichwaffen anfertigen sollten. Als der Sklave Kuteb lütt-» den indischen Thron bestieg, erließ er ein Gesetz, welches den MoslimS verbot, ihre Liegenschaften an Heiden, Chaldäer (Christen) oder Juden in Pacht zu geben. Dieses Gesetz wurde von dessen Nachfolger auf dem Throne, Siruz Schah, neu bestätigt. Dessen Nachfolgerin, die Sultauiu Nuzia, welche 1235 den Thron bestieg, ließ einige berühmte Acrzte aus der persischen Stadt Schiras als Lehrer ihrer Kunst nach Indien kounnen, und sollen sich unter denselben auch zwei Juden befunden haben. Ihr Nachfolger, Sultan Allah Eddin, gab feinem Reiche volle Glaubensfreiheit, da er öffentlich verkünden ließ, daß in Indien jede Religion und jeder Cultus geduldet werden sollen. Im Jahre 1300 kam der erste Sendbote des Papstes, Mönch Adoricns, nach Indien, um hier das Evangelium zu predigen. Er fand jedoch weder bei den hier lebenden syrischen Christen noch bei den Bene Israel eine freundliche Aufnahme, da die Erstercn die Autorität des römischen Papstes (Pape Rumi) nicht anerkennen wollten, während Letztere wieder auf die Bibelsielle (Deuteronomium Cap. 18, B. 18) hinwicsen, in der cs heißt, daß Gott uns, wenn es zu unserer Belehrung nöthig sein sollte, einen Propheten, wie es Moses war, senden werde, damit er uns den richtigen Weg zeige. Daß Gott uns jedoch feinen Sohn senden werde, davon sei in der heiligen Schrift gar nichts erwähnt. Das Jahr 1397 war ebenfalls eine ms njr 2pr*?, ein hartes und trauriges Jahr für alle jüdischen Gemeinden Mittelasiens, denn in demselben zog der gefürchtete Timur Lenk (Tamerkan) mit einem großen Heere von Samarkand nach Indien, um dieses Reich zu erobern. Tie jüdische» Gemeinden in füllen jenen Städten, die er ans diesem Zuge pastirte, wurden fürchterlich gebrandschatzt, die Synagogen und die Thorarollen aller ihrer Kostbarkeiten beraubt und dabei zugleich auch Hunderte von unseren Glaubensgenosten durch die wilde, mord- und beutelustige Soldateska auf eine grausame Weise hingeschlachtet. In einem noch erhaltenen Liriipn \nr, (Memorial der Märtyrer) der indischen Gemeinde von Ragmi in 'Mittelasien heißt es von diesen« Jahre wörtlich: ny aiy ryb) npn m w"w'i -pon ^ti »a nnjo joi jnsn nnc w err^n er cvssin cnirvn :en^n illnb als es gegen Abend war, da drang das Heer des Kölligs (Tamerlan) (ii unsere Stadt ein, steckte sogleich unser Gotteshaus in Brand imb erdolchte alle daselbst eben anwesenden Inden, worauf sie deren Leichen vor die Thüre der Bundcslade hinwarfen). Aber nebst Hunderten von Inden wurden auch Tausende von Moslims, Heiden und Christen von diesem bluttriefenden Wcltstürmer und seinen wilden Horden abgeschlachtet, so daß die Straße von Samarkand bis zürn Indus buchstäblich mit ben Leichen dieser unschuldigen Opfer bedeckt war, während die zahllosen eingcäschertcn Städte die Meilensteine auf dem Marsche dieser GotteSgeiscl waren. Die sterblichen llebcrrestc dieses großen Menschcnschlächters ruhen heute in einer Moschee in der Stadt Samarkand und maller^ noch heute die Gläubigen in großen Schaaren zn besten Grab hin. 1525 bestieg ein Ur- Ur- Urenkel Tamerlan'S, Sultan Lader, der auch als persischer Dichter bekannt ist, den indischen Kaiserthron. Unter dessen Regierung kamen die ersten -ded nsnüe (Vertriebenen aus Spanien) nach Indien und ließen sich dort dauernd nieder. Dieselben hatten ihren Weg hieher über Egypten und das Rothe Meer genommen, 1554 bestieg der Großmogul Akbar, der Große, der ein gerechter und milder Herrscher war, den indischen Thron. Unter seiner Regierung wurden zum ersten Male Handelsbeziehungen zwischen den Juden Indiens und denen der Niederlande angeknüpft. Im Jahre 1739 brach der mächtige Beherrscher PcrsicnS, Nadir Schah, mit einem großen Heere in Indien ein und drang bis Delhi vor, wo er ein furchtbares Blutbad anrichten ließ. Drei Tage lang dauerten das Gemetzel und das Plündern in den Straßen der Stadt, in denen damals mehr als 150,000 Menschen ihr Leben ansgchancht haben sollen. Dieser Menschenwürger ließ später die heilige Schrift von einigen persischen Rabbinern ins Persische übertragen, da er sich mit dem Projecte trug, Juden und Perser zu einem Volke zn verschmelzen, um so alle seine Unterthanc» zu einem Glauben zu bekehren. Er wurde kndeß von seine» eigenen Feldherr« ermordet, während sein einziger und noch unmündiger Sohn Ali zuerst nach Konftantinopel und dann nach Wien gebracht wurde. Tie große Kaiserin Maria Theresia ließ diesen Knaben tanfen und ernannte sie ihn auch später zum Baron von Semlin. Mit besten Tod erlosch

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