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Der Israelit · 1886-12-20 · Heft 99 (20.12.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 99 (20.12.1886)
Date
1886-12-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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mcrfciK'incvtl) an der '3m(jc ist. bafi unter den Pt Rabbinen alle Parteien vertreten sind.- nw Indien. Bombay, Ui. Novbr. Das filv den kommenden Sommer bevorstehende r^o Salirtac Regiernngs- Iubilnnm unserer huldreichen Maifcviic undKönigin Victoria hat auch schon die Aufmerksamkeit der im indobritischen Reiche lebenden Juden erreßt und haben auch diese schon die Frage aufaeworfen, wie foUeit und können Bekenner der Lehre Mosis am besten und würdigsten das Regierungs-Jubiläum einer Fürstin begehen, die wahrhaftig zu den -on (gütigen Herrschern) gehört und von deren Regierung buchstäblich gesagt werden kann ]üep bfnn (Israel wird in Sicherheit wohnen). Das Reich der Königin Victoria erstreckt sich bekanntlich über alle fünf Weltrheile und in allen ihren zahlreichen Ländern und Cölonien, mögen dieselben unter welchem Himmelsstriche immer liegen und von welchem Volke auch immer bewohnt werden, leben Juden und fühlen sich auch glücklich, unter dem Sceptcr dieser seltenen Frau zu stehen und von ihr regiert zu werden. Zumal wir Inden des indo-britischen Reiches, wenn wir unsere Stellung in diesem Lande betrachten und dieselbe vergleichen mit der unserer Glaubensgenoffen in den anderen asiatischen Reichen und sehen, daß wir dieselben Rechte und dieselbe Behandlung genießen, wie alle übrigen Bürger dieses Niesenreichcs, und daß uns alle Ehrenstellen, alle Aemter und alle Erlverbsqnellenoffenstehen, so müssen wir mit dem Psalmiften ansrufen: ■pn^n ova'-jn»: Sieben Male des Tages lobe ich Dich, o Herr, daß Du mir die Kaiserin-Königin Viktoria zur Regcntin gegeben und daß du mir gestattest, in ihrem Reiche zu leben und zu wohnen. Unsere Ergebenheit und Loyalität für unsere Kaiserin-Königin muß aber noch größer werden, wenn wir unsere gegeulvärtige Stellung im indo-bririschen Reiche mit der, welche unsere Voreltern iiuic hatten, vergleichen und sehen, daß wir mm Bürger dieses Riesenreiches sind, und daß dessen Bewohner alle, mögen sie Heiden, Mohamcdaner oder Ehristen sein, strenge zur Verantwortung gezogen werden, falls sie wagen sollten, uns auch nur mit einem Worte wehe zu thun. Dreitausend Jahre sind nun vergangen, seitdem die ersten Juden auf indischem Bode» erschienen sind. Dieselben kamen nämlich unter der Regierung Salomos hierher, ei» dieser Schiffe nach Ophir (der heutigen Malabraküste) schickte, um von dorther Elfenbein, Affen, Pfauen und Sandelholz (indisch: El-Mog, datier das Hebräische: o,;o:\h wi zu holen, lieber die Ansiedelung der Inden in Indien will ich hier lischt weiter sprechen, da im dieses Thema schon im vergangene» Jahre Im „Israelit", als ich über die Bene Israel hier und in Eoein berichtete, erörtert habe. Ich will blas hier noch bemerken, daß meiner Ansicht nach die von Salomo in Indien angelegte» jüdischen Eolonieeu noch Jahrhunderte nach dessen Tod bestanden haben müssen, was auch den König von Juda, Iciwschafat, veranlagte» sich mit Ahazjahn, dem Könige von Israel, zn verbinden, damit sie gemeinsam eine Flotte nach Ophir senden sollen. Die Hauptaufgabe dieser Flotte sollte wahrscheinlich sein, sich durch den Augenschein von der Lage der von Salomo in diesem Lande angelegten Eoloniecn zu überzeugen und dann bei ihrer Heimkehr zugleich auch eine ganze Ladung indischer Boden- und Kunstproducte mit sich zu nehmen. Leider kam dieses Vorhaben nicht zur Ausführung, denn die für dasselbe bestimmten Schiffe scheiterten im Hafen von Won Geber (Könige L, Cap. 22, V. 22). Der Name Lphir verschwindet von nun an gänzlich aus der heiligen Schrift, und mit ihm dürften auch die Mischen Eolonien in Indien für immer auS dem Gedächtnisse ihrer Brüder in Palästina verschwunden sein. <ck wurden gänzlich vergesse». Einige Jahrhunderte später taucht der Nanie Indiens abermals in der heiligen Schrift empor, und zwar im Buche Esther, wo es von AhasveruS heißt: mna sro t;i: „der regierte von Indien (im Sanscrit heißt Indien: He-dho) bis Ethiopien. In Indien selbst dürfte AhasveruS nicht geherrscht haben, da es ja heißt- „der regierte von Indien," d. h. von den Grenzen Indiens an. Im Jahre 327 vor der allgemeinen Zeitrechnung drang "Alexander der Große mit seinem Heere in Indien ein und eroberte einen Brnchtheil dieses Landes, der aber nach dessen bald nachher erfolgtem Tode von indischen Fürsten wieder zurnckerobert ward. Wahrscheinlich haben noch bei Lebzeiten Alexander» die Juden im benachbarten persischen Reiche begonnen, mit Indien Handelsverbindungen anznknüpfen, da schon zur damaligen Zeit ein lebhafter Verkehr zwischen diesen beidenReichen herrschte. Weder im babylonischen, noch im hierofolimitamifchen Talmud findet sich irgend eine Andeutung, ans der man schließen könnte, daß schon zur Zeit des zweiten Tempels, oder wenigstens in den ersten siebenhundert Jahren nach dessen Zerstörung jüdische Gemeinden in Indien eristirt haben- Jm Jahre TU nach der allgemeinen Zeitrechnung fiel ein Feldherr des KHälften Walid,

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