Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 99 (20.12.1886)
- Date
- 1886-12-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1710 Titris Degen, als er erfuhr, das; auf dem Hause noch fiO.Ooo fl. 3djulbcii lasten und um den uoiit PrebifliT Dr. Mül) ii in bcr'' l^imuciliiuiiv>rrbe gethancn Ausspruch, das; die Wohllhätigkeit leine Koiisession kenne, prakiisch zu bethäiigen, der Präsidentin Frau David Bischitz!<«! st, mit der Bitte übergeben, diese als geringen Beitraa zur Tilgung der aus dem Vereinshause lastenden Schuld zu venvcudeu. Gestern Vormittags erschienen Frau David Bischitz und Frau D. Bökc bei dem wohtthätigeu Pfarrer, um diesem namens des Ausschusses des Pester israelitischen FrancuvercinS für die Spende zu danken. — Für die wohllhätigcu Institute der Pester isr. Religions- Gemeinde wurden, dem in der jüngsten Ansfchnßsitznng erstatteten Präsidialberichte gemäß, folgende Spenden und Stiftungen gewidmet: zu Gunsten armer Schüler: Frau Irma v. Märiffy geb. R ap p als auf Namen ihres sel. Vaters lautende Stiftung 1009 fl. Papier-Rente, deren Jahreszinsen einem armen Schüler für die Dauer seiner Studien als Stipendium ausznfolgcu sind; Herr Wilhelm Müller zur Wintcrbckleiduug armer Schulkinder 100 fl. und für arme Schüler 50 Stück Speisekarten aus seiner diesfalls beini isr. Frauenverein errichteten Stiftung; zu Gunsten des Spitals: Herr Moritz Löwy eine Stiftung von 1009 fl. Herr Ignaz Schlesinger, Buchdrucker: Widmung der unentgeltlichen Lieferung des beim Bau des ucnen Spitals erforderlichen Drucksorten-Ledarfcs; zur Armcnuuterftntznng: Firma H. Grü nh ut u. B r»der 40 fl., Herr Simon Deutsch 25 fl. (Frau von Mürffy ist eine Christin!) Die hiesige Jsraelitcngcmcinde läßt ein neues Spital erbauen, welches auf circa 600.000 fl. zu stehen kommen wird und hat soeben einen Konkurs zur Anfertigung von Bauplänen ausgeschrieben. Die Eoncurrcnzpläne sind bis 28. Februar 1887 beim Sekretariate (VII. Tabakgatte 8.) der genannten Gemeinde cinzureichen. Die drei besten Pläne werden mit einem Honorar von je fl. 2000 prämirt und bleiben Eigcnthmn der Pester isr. Gemeinde. Das zur Basis d^r Pläne dienende Progamm und der Situationsplan sind beim genannten Sekretariate einzuschen. An der Konkurrenz können sich nur vaterländische Architekten betheiligen. Aus Ungarn, 15. Kislcw. Man braucht sich nur kurze Zeit in den nngarländischen jüdischen Kreisen zu bewegen, um sich von der herrschenden Unbehaglichkeit zu überzeugen. In vielen Gemeinden ist Zwiespalt eingctrctcn und die Berathungen zur Beseitigung der obschwebendcn Konflikte führen zu keinem Fricdensrefultate. Es versteht sich von selbst, das; bei diesen Wirren znmeist die jüdische Erziehung leidet, und die viesormbestrebungen, denen man hierzulande noch so ziemlich fremd geblieben ist, gewinnen immer mehr an Terrain. Auch der famose Ministerialerlas; in Matrikelsachen hat sein Schärslctn zu dieser Lage bci'getragcn. Die Gemeinden schreiben allmählich Konkurse ans, veranstalten sogenannte Probepredigten, und sehr oft werden unberufene Individuen als Rabbiner angcftellt. Tie bis jetzt cndgiltig vom h. Ministerium genehmigten Nabbincr und Rabbinatsverwcser haben die Zahl 200, sage zweihundert überstiegen. Wieviele von diesen das ungarische Jndenthum in wahrer Religiosität neu beleben werden — das wird die Zukunft lehren. Aber gewiß, vor der Hand wird von vielen Rabbincn. sehr wenig sür's allgemeine Wohl im Schoße des Jndenthnms geleistet und wahrlich, cs ist keine pietv? ny, und doch sind die ung. Inden gewöhnt, den D’crn nsi Gehör zu schenken. Umso mehr thut es wohl in dieser Zeit noth, Akte der Wohlthat zu registriren, welche sich leider nur zu wenig wiederholen. In Mattersdorf, einer alten ehrwürdigen Gemeinde, hat sich ein neuer Verein rronn ■hid’» konstituirt. Zweck dieses Vereins ist: ausschließlich armen Kindern in n::rs ~":n unentgeltlich Unterricht zu ertheilen und für die ihnen nöthigen Lebensbedürfnisse zu sorgen. Der Verein hat schon seine Thätigkeil begonnen, denn aus nah und fern wurden arme Kinder in die Anstalt ausgenommen und ist ein tick rv7m voranszusetzen. Allsabbatlich werden in dieser Anstalt die Prüfungen abgehalten unter Aussicht des allgemein hochgeachteten Präses und Gründers des Vereins, H. Mayer E i s e litt ädter. Diesem edlen Manne, Sohn dcS berühmten Ungwarer Rabbiners 7"? L'"-r c"-inc, gebührt das größte Verdienst in dieser Mizwah. Als eifriger Förderer alles Schönen und Guten hat er keine Mühe und Opfer gescheut, die nöthigen Mittel zu diesem edlen Werke zu sammeln. Der Verein verdient gewiß das beste Gedeihen, und wird sich der Lvfersin'n edler Wohlthärcr auch in diesem Falle durch zahlreiche Beiträge bewähren. Spenden zu diesem Zwecke sind an die Adrette des H. M. Eisenstädtcr in Mattersdorf, Ungarn, zu senden.! mrs «sr*. c":y ^222 rn?n Dreiundvicrzig Rabbiner haben eine Eingabe an das h. Kultusministerium gerichtet, um Aufhebung des Erlasses, wonach nur die dem Rabbinerfache sich widmenden Schüler, vom Schreiben und Zeichnen am Sabbat und Festtagen disvensirt sind. Wir wünschen dem Einschreiten besten Erfolg. Be-