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Der Israelit · 1886-12-20 · Heft 99 (20.12.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 99 (20.12.1886)
Date
1886-12-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1718 jr,n ni wy. „Stehe mir bei, bnf; ich niemals der geistigen Trägheit oder dem Laster verfalle, das» es mir vielmelir gelinge, die Leidenschaft so \\\ bcherrschen, daß sie in den Dienst des Guten sich stelle, nnd zur Förderung desselben beinahe ny '2 □*» 77 d>* xy;s ’2:h denti jede Einseitigkeit würde mein Leben zu einem nutzlosen gestalten; ohne deu ynn würde es weder er< noch L'ra, weder Mutter noch Kinder neben, und ohne den v^ yun würde das Menschengeschlecht der Vernichtung anhcimsatleu, wie es ja im Zeitalter des Roach geschehen, uni-rw ’nes'i -,27 2'v'rr 2ö\y mw' nr>n ano ".sd' *6 ~\m d\-, ^ro. Du aber, 0 Gott, hast uns verheißen, uns im Kampfe bcizusteheu und zum endlichen Siege zu verhelfen, bauüt wir des Guten theilhaftig werden, welches Du für uns bereitet Haft. Wohl gibt es furchtbare Gefahren, die des Menschen zeitliches und ewiges Wohl bedrohen, sie gleichen oftmals den gewaltigen Wogen des heranströmenden Meeres, welches das bewohnte Land übcrsluthen zu wollen scheint; allein, die Wogen müssen sich brechen am Sande des Meercsufers. So können die Mächte des Bösen den in der Heiligung stets Fortschreitenden nicht niedcrwerfen; Gott stützt ihn Im Kampfe und führt ihn zum Stege. Derjenige, welcher in der Heiligung stets fortschreiten will, muß früh lernen, auf viele Genüsse und Vergnügungen freudigen Herzens zu verzichten. Die meisten Menschen meinendes "sei der Endzweck ihres Daseins, sich das Leben so behaglich und angenehm als möglich zu gestalten. Sie schrecken vor jeder Arbeit, welche angestrengte Muhe erfordert, zurück und schauen mit scheelem Auge auf Diejenigen, welche die Mittel besitzen, lediglich dem Vergnügen nachgchen zu können. Wie schaat ist doch rin Leben, welches lediglich Freude und Vergnügen erstrebt! Nur zu bald tritt Uebcrsältigung und ttebcrdruß ein; ein solches Leben hat weder Kern noch Werth und endigt meistens mit Trübsinn und Lebensüberdruß. Jeder befriedigte Genuß, reizt solange zur Erstrebung stets größerer Genüsse, bis ttebersättigung cintritl und kein Reizmme! den blasirtcn Menschen, den oft noch im jugendlichen Alter stehenden Greis cmporznftachcln vermag. Traurig ist das Loos solcher elenden Schwächlinge: sie gehen früh an Geist und Körper zu Grunde. — Wie glücklich dagegen ist der Mensch, der schon in der Jugend lernt, auf zahlreiche Vergnügungen freudigen Herzens zu verzichtenWährend seine Altersgenossen die kostbare Zeit mir allerlei' unnützen Dinge vergeuden, Theater, Eircus, Bälle besuchen, oder in Wirthshäusern sitzen, um zu spielen und zu trinken oder die Zelt mit unnützem Geschwätze z»r tödteu, sucht der strebsame jüdische Jüngling seinen GM durch Erwerbung nützlicher Kenntnisse zu erweitern und vor Vlllem den köstlichsten Schutz unseres Volles, die erhabene Gotteslehre, kennen zu lernen und ihren heiligen Vorschriften gemäß fein Leben einznrichten. Hub wie der Jüngling sich gewöhnt hat, so thut später der Mann. Bei der Wahl seiner Gattin sieht er vor allem darauf, eine Lebensgesährtin zu finden, von der er hoffen darf, das; sie gemeinsant mit ihn! strebe, in der Heiligung stets fortzuschreiten. Gin solches Ehepaar wird nicht feine Freude außerhalb feines Hauses suchen, nicht Dalle und Gesellschaften, Theater und Eoncerte für die Glanzpunkte des ehelichen Lebens halten; die Armen werden vielmehr ihre Hausgenossen feilt, und für die Zwecke der Wohlrhätigkeit werden sie sich gegenseitig begeistern. Man hört in der Gegenlvart so häufig klagen, daß cs, namentlich kn größeren Städten, den gottessürtchtigen Inden so sehr an passender Gesellschaft gebricht. Da gibt es jüdische Vereinigungen, in welchen unjüdisch bereitete Speisen und Getränke verabreicht werden und sonst noch gethan und geredet wird, was mit der heiligen Religion Israels im Widerspruche steht. „Der Kinder wegen, die doch auch einmal ein Vergnügen haben wollen." schließt man sich dann wohl solchen Vereinigungen an zum ewigen Verderben derer, denen mau Freude bereiten möchte. Wie thöricht verfahren diese Menschen! Sie sollten vielmehr ihre Kinder so erziehen, daß sie nach Elchen Freuden gar nicht gelüsten, sondern den Zweck ihres Lebens in der stets fortschreitenden Heiligung erkennen. Wann die Ehannkah-Lichter leuchten, dann erzählet Euren Kindern von der Opfcrftendigkeit jener Helden, die alle irdischen Güter freiwillig anfgaben, um für sich und ihr Volk die heilige Religio» der Väter zu erhalten und stets fortznschreiten in der Heiligung. — Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Budapest. Das Amtsblatt meldet: Se. Majestät der König hat für den Bau eines jüdischen Berhanses in der Ortschaft Bank 100 st. gespendet. — Gelegentlich der am Sonntag statlgehabien Elnweihnngsferer des neuen Mädcheu-Saiftn-Afyls und der Volksküche des Pester israeltlifchen Franen-Vercins hat der wegen seines Wohlthärigkeirssinnes allgemein beliebte Pfarrer der Elisabethftadt, Herr

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