Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 99 (20.12.1886)
- Date
- 1886-12-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449693--25537-2514993- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXVII, Jahrgang. M 00. Eln Kentrat - Organ für das orthodo.rs IudenLhum. Heransgcgeben von ttr. Lehmann in Mainz. Montag, den SV. Dezember SS47 (1886). MWM*. Da mit dem 1. Jan. 1887 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Lersendung keine llnterbrechimg erleide. Leitender Artikel. Der Fortschritt in der Keitignng. (Zum Chanukah-Feste.) H. Mainz, 16. Dezember. Die stets fortschreitende Heiligung des Körpers sowohl wie der Seele ist die eigentliche Alifgabe des Israeliten auf Erden. In den Lehrhäusern unsrer alten Weisen wurde einst die Frage aufgeworfen, was wohl für den Menschen leichter gewesen wäre, wenn er unerschagen geblieben oder daß sein unsterblicher Geist auf diese Erde hinabgesandt ist worden. Nach jahrelanger Controvcrse kam man endlich überein, daß cs leichter für den Menschen gewesen wäre, wenn sein unsterblicher Geist nicht den Kämpfen und Leiden dieser Welt wäre ansgesetzt worden. Ja, leichter wäre es für die unsterbliche Seele gewesen, niemals die himmlischen Sphären zu Verlagen; aber die Erlangung der höchsten Vollkommenheit durch die fortschreitende Heiligung ist nur durch die Kampfe und Leiden dieser Welt möglich. So lehren die Weisen, anlehnend an das Gebet Jakobs (1. B. M. E. 32. V. 10): JcrcM 'irrr'cV« >**«6 3*r »bt nssn b „Es spricht die menschliche Seele : Gern wäre ich in den himmlischen Höhen geblieben, aber Tn, o Gott, hast zu mir gesprochen: Gehe hin zu deiner Erde und werde geboren, damit Ich dir einst Gmes erweisen kann." Nur zu unsrem eigenen Heile hat uns Gott erschaffen, damit Er uns einst die höchste Seligkeit zu Theil werden laffe. Tenn, solange der Mensch, das heißt des Menschen Geist, noch nicht auf Erden weilt, hat er noch keinerlei Verdienst, wie cs heißt: ncsn d32i D’-sonn »p,:cp ehe der Mensch geboren ward, hat er nichts Gutes vollbracht, nicht gekämpft und nicht gelitten, n« p3sn n: ^p23 ,n:n prn ns may '3 yrn Ti* rnans »a»? 'n".i nnyi /pm ni n«i yrm :310H 12"> „Und nun bin ich geworden zu zwei Lagern, das ist der Trieb zum Bösen und der Trieb zum Guten. Schon mit der Geburt des Menschen macht sich der Trieb zum Bösen geltend, wie cs heißt: pn rssn nrss „Schon an der Pforte des Mutterschooßcs beginnt der böse Trieb zu walten." Die Aufgabe der Eltern und Lehrer ist es, durch Erziehung und Unterricht das Gute im Menschen zu entwickeln und das Kind für die zu erwartenden Kämpfe zu kräftigen und zu stählen. Allmählich muß das Heranwachsende Kind an die Erfüllung der Gottesgebote gewöhnt werden; die Eltern und Lehrer müssen seinen Eigenwille» brechen, seine Lcidcnschaficn zähmen, die Keime des Guten sorgfältig pflegen und kräftigen, damit sie gedeihen und emporwachsen. Man könnte fragen, warum Gott auch den Trieb zum Bösen in das Herz des Menschen gelegt hat. Allein,-auch dieser ist nothwendig; ohne ihn gäbe cs keinen Kampf, keinen Sieg und keinen Lohn; ohne ihn gäbe es keinen Sporn zur Thätigkeit und zum gedeihlichen Wirken. Wenn nur der Trieb zum Guten da wäre, so würde bald alles Streben aufhören; wenn nur der Trieb zum Bösen da wäre, so würde Alles vernichtet werden. Das Vorhandensein beider und ihr fortdauernder Kampf gegen einander' macht erst den Menschen zum Menschen, p'sn httux ,*ry T2 tix ts n: rär: