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Der Israelit · 1886-10-12 · Heft 81-82 (12.10.1886) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 81-82 (12.10.1886)
Date
1886-10-12
Page
– (sequence 19)
Language
German
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hniiii die Paraschah ans der Thora vor nnd recitirie tiiid) das Mnssophgcbct. Vor ^r>" nn:2i und tui offeurr 2stmdcs!ade sprach er dann ein ijcbräifiljco Miedet, in dem er CMt dankte, daß er ihn diesen Tag hatte erreiche-! lüsscn, nnd gelobte .'er zugleich, stets ein treuer Sohn seines Volkes nnd seines Glaubens bleiben zu wollen. Nach dem Mussaphgebete versammelte sich die ganze Gemeinde, Männer nnd Fronen, im Hanse des Rabbiners, um den glücklichen Eltern zu dem Besitze eines so tüchtigen Lohnes zu gratuliren und Letzterem einige kostbare Geschenke zu überreichen. — Tie im 17. Jahrhundert von Rabbi Moses Zaccnt (j?"3 mrr nu'c '2") in Mantua gestiftete Chcbrah „ü'bzx cn:ü* blüht noch heute dort und fungirt als ihr erster Gabai der Lehrer Angela Riss im, Sohn des bekannten aber leider schon verstorbenen Rabbiner Nissim. Herr Angela ist zwar ein simpler Lehrer, aber eine wahre Zierde seines Volkes und seines Glaubens. — In Bologna, wo die Cholera ebenfalls wüthct, hat dieselbe bis jetzt, Gott sei Tank, noch keinen Jehndi hingerafft. In einer dieser Stadt benachbarten Gemeinde, (der „Vessillo Jsraelitico", dem wir diese Notitz entnehmen, will deren Namen nicht veröffentlichen).hat es am Tischah-Bcab . einen großen Lcandal in der dortigen Synagoge gegeben. Der Rabbiner daselbst hatte nämlich aus Furcht vor der Cholera das Fasten an diesem Tage verboten und ging er in seinen prophylaktischen Maßregeln so weit, daß er nicht einmal das Borlesen aus der Thora gestatten wollte. Heber diesen Un- oder vielmehr Blödsinn ihres Seelsorgers waren einige Gemeindemitgliedcr, die trotz des erwähnten Verbotes gefastet hatten und deren Zahl die nothwcudige Zehnzahl bei weitem überstieg, höchst entrüstet nnd begannen sic nun laut zn protcstiren. Der Rabbiner gab nun schleunigst nach, woraus man die Thora aus der Dundesladc nahm nnd den betreffenden Abschnitt ans derselben, wie üblich, verlas. — Der in Rom lebende Schriftsteller Cav. .Cmannel Gen tili, Corrcspondent des Pariser „Tcmps" und des „Rcw-Zjorker-Herald" erhielt von der französischen Regierung den Orden der Ehrenlegion. — Ein Kauf- -mann in Genna, Herr Cav. Giacomo Cohn, hat an der Handelsschule zu Genna eine Stiftung im Betrage von 12,000 Lire errichtet, deren Zinscnerrrägniß jenem Schüler zugute kommen soll, der die beste Prüfung ans den Handelswinenschaftcn ablegcu wird. — Bor circa zwei Jahren verschied hier der holländisch-jüdische Kaufmann Benjamin Philipwn und hinterließ eine Stiftung von 10,000 Lire, mn der Bestimmung, daß die Zinsen davon einem hiesigen Studirenden ohne Unterschied der Confessio», der sich durch seinen, besonder» Fleiß nnd seine bedeutenden Fortschritte ausgezeichnet hat, übergeben werden sollen. Die Zinsen dieser Stiftung kamen Heuer das erste Mal zur Verthcilnng nnd erhielt sie der Hörer der hiesigen Ackerbanschnle Dr. Arturo Cavellari, Katholik. Spanien. Madrid. In einem weitern Briefe an die „Archive« Lsr." schlägt nun Herr Senator I. Lopez Lapnya bezüglich der Einwanderung von Juden in Spanien zur praktischen Ausführung seiner Idee vor, das; die bereits im Lande wohnenden Israeliten sich vereinigen (nach dem Censns von 1877 lebten in Spanien im Ganzen 29 Israeliten, 21 männliche und 8 weibliche Personen) und in der Hauptstadt ein Centralcomitc bilden, welches die Eimoanderung der Glaubensgenossen zu fördern am geeignetsten erscheint. Das Verbannungsdecret von 1492 sei aufgehoben und die freie Ausübung der Religion durch die Verfassung gesichert. Türkei. Konstantinopel. Vor Kurzem starb dahier Herr Jsak Rosso im Alter von 80 Jahren. In der Türkei nannte man ihn den zweiten Rothschild; in der That hat er ein großes Vermögen in beweglichen und unbeweglichen Gütern zurückgelasseu. Bei seinem Leichenbegängnisse waren die meisten türkischen Behörden vertreten, ebenso die Consulu von Oesterreich, Spanien, Persien und Nordamerika erschienen. Die ganze jüdische Gemeinde folgte dem Leichenwagen. Der Rabbiner nnd zwei Dircctoreu der Allianceschnle hielten ergreifende Reden. Ter Verstorbene hat bedeutende Beträge für Wohlthätigkeitszwecke hinterfapen. F e u i c t o n. Zödik. Von R. Keller. VIII.*) Als Gotthelf sein Anwesen verkauft hatte, war er fest entschlossen, sich in einer fernen Gegend niederzulapcn und ein ehrliches, bürgerliches Gewerbe zu betreiben. Zu seinem Unglücke jedoch heftete sich der schwarze Philipp an seine Fersen. Auch dieser hatte sich in Folge der Flucht Kaufmanns und Lieschens kn feinem Hcimalhorte nicht mehr sicher gefühlt; er folgte daher seinem bisherigen Complicen. Im heutigen Königreiche Belgien, welches damals eine österreichische Provinz war, ließen sich die drei *) Fonsrxung und Schluß.

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