Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 81-82 (12.10.1886)
- Date
- 1886-10-12
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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HBO werde, nicht kennen. Dann wurde noch die Volkshymne gesunken, nnd hicmit war die. vsslcielte Feier zu Ende. Nach Beendigung derselben wnrde das von acht Siemenöschcn Lampen hell erleuchtete Tempelgebäude, daS in romanischem Style ausgefnhrt und mit bescheidenem Luxus ausgestattet ist, in alten Räumen besichtigt. Dem Baumeister Hern Donat Zifferer, sowie dem Architekten Herrn Ludwig Tischler wurde für die gelungene Durchführung des Tempelbaues allseitige Anerkennung zu Theil. Wien. 2. Oktober. In der gestrigen Sitzung der semitischen Sectio:: des Orientalisteu-Congresfes stellte Professor Nöldecke (Straßburg) den Antrag, daß dieLersammlung eine Herausgabe der chaldäischen Uebersetznng der Bibel oder Tagumim nnd eines Theiles des Talmud, als für die Beröffentlichnng geeignet empfehlen möge. Trieft, 6. Oetober. In Nr. 68 Ihrer geschätzten Zeitschrift lese ich einen Artikel aus Hessen, in welchem von einem Circular die Rede ist, welches ein gewisser Odo Israel Melli kn die Nunde gesandt hat, in welchem er sich als meinen Neffen ausgibt und von mir ermächtigt worden sei, sich auf mich zu beziehen. Ta dieses ganze Circular blos auf Schwindel ansgeht, so bin ich genöthigt zu erklären, daß der benannte Odo Melli weder mein Neffe ist, noch von mir eine Ermächtigung erhalten hat. Vielmehr muß icherklären. daß nach eingeholten Erkundigungen erhellt, daß derselbe in seiner Heimath sich hat taufen lassen. Ich ersuche daher die Löbl. Redaction, den Artikel, zu berichtigen, während ich im Voraus danke zn1/«1? ö'Tfr E"mr wünschend, zeichne ich achtungsvoll Ihr ergebenster S. R. M e l t i, Oberrabbkner. Italien. Livorno, 22. Septcniber. rr^>i i'nrnrD. (Wehe um die, die dahin schwinden und nicht mehr aufzusinden sind.) Unsere Gemeinde hat einen groben und fast unersetzlichen Verlust erlitten. Am 21. v. Mts. (zx crnic? '2) starb nämlich in Goletta, der Hafenstadt von Tunis, Baron Comcndatore Doctor GedaljahEaftelnuovo im Alter von 66 Jahren nach einer langen und schwierigen Krankheit. Geboren 1819 hierzu Livorno (die Familie Castelnuovo hat unserer Gemeinde schon viele Rabbiner gegeben und fungiren jetzt eben zwei Mitglieder dieser Familie, die Herren Emanucl und Salomo», als Rabbiner hier,) wurde er schon » frühzeitig von seinen gottessttrchtkgen Eltern dem Studium unserer heiligen Thora gewidmet, besuchte nachher das Gymnasium hier und spater die llniversitäten von Pisa und Padua, wo er sich den medieinischen Studien widmete. Da es ihm anfangs nicht gelingen wollte, in seinem engeren Vaterlande, dem Grostherzogthume Toscana, wo damals die Reaction herrschte, eine passende Stellung zu finden, so ging er nach Tunis, wo er sich bald einen solchen Ruf als Arzt und Chirurg erwarb, daß ihn der dortige Bey zu seinem Leibarzte ernannte. Aber, trotz seiner hohen Stellung blieb Castclnnovo immer ein treuer Sohn seines Volkes, und hat er sich um die Verbesserung der Lage feiner Glaubensgenossen in Tunis wahrhaft große Verdienste erworben; als Zeugnis dessen können wir auch den'Brlef auführen, den der selige Albert Cohn 1855 an den Verstorbenen gerichtet hat und in dem er ihm alle Anerkennung für sein humanitär-religiöses Wirken zollte. Später stiftete Castelnnovo in Tunis ein Local-Comitö der Alliance Israelite, denen Präsident er wurde, und begann er null auch dem jüdischen Schulwesen in dieser Stadt seine Ausmerksamkeit und Kraft zu widmen. Nach einer 33 jährigen Dienstzeit sehnte er sich wieder zurück nach seinem Vaterlailde, worauf er seine Entlastung nahm und hieher nach Livorno übersiedelte. König Victor Emanuel ernannte ihn zum Baron und später auch zu seinem Leibärzte. 1870 schickte ihn dann das Städtchen Vittorio als seinen Vertreter in das Parlament, und hier in der Mitte der besten nnd erleuchtetsten Söhne seines Vaterlandes, wußte Casteluuovo sich solche Verdienste um seine Nation und deren Negentenhaus zu erwerben, daß Victor Emannel ihn zum Commandeur des italienischen Kronenordens und des Lazarus- und Manritiusordeus ernannte. Ein schweres Leiden, das ihn vor einigen Jahren befiel, veranlaßie ihn, vor etlichen Monaten nach einem heißeren Klima zn übersiedeln, nnd so ging er mit seiner Familie nach Goletta, wo ihn leider der Tod ereilte. Ter Verstorbene ließ eine Wittwe und eine große Nachkommenschaft zurück, izn'zrv tmt rro — Am vergangenen Schaböarh-Nahanur hat in der jüdischen Gemeinde zu .sorajno ein erhebendes jüdisches Familienfest stattgesunden. Am selben Tage wurde nämlich der Sohn des dortigen verehrten Rabbiners Cerare Foa. Erneste, ein Bar- Mizwah, und ließ es sich sein Vater nicht nehmen, dieses religiöse Familienfest nach alter jüdischer Weise zn feiern. 'Freitag Abend'»-ward« Synagoge wie an einem Festtage erleuchtet und trat nun unser 13 jähriger Tagesheld vor den Betpult hm und l recitirte das Maribgebet. Am andern Tage las derselbe