Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 81-82 (12.10.1886)
- Date
- 1886-10-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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i 414 häufig zu siudcu sind. Schwiegersohn des berühmten R. (Muttmad)cu 7L"i von hier und selbst ein hervorragender verband er nT.n mit hht auf die schönste Weise, und bethättgte so den Wahlsprnch des daß die sittliche Weltordnung auf drei Dingen beruhe, auf Thora r.Tin, auf Frömmigkeit mizy und auf Wohlthätigkeit cnbn Sein Andenken wird hier in hohen Ehren forttebcn und anregend fortwirken. n"2"u":"n F. ' Oestcrr.-Ungar. Monarchie. Wien. Der Verein zur Unterstützung mittelloser isr. Studirender in Wien veröffentlicht den 25. Jahresbericht, einen Jubilänmshericht. ES wird das Enstchen und LVerden und die Wirksamkeit des Vereins mit schlichten, einfachen Worten geschildert. Die beigebrachten Zahlen und Daten beweisen, in welch humaner Weise, derselbe gewirkt hat. Er unterstützte während dieser Zeit 5109 Studirende der Uuiversi- J tat; Technik, der Hochschule für Bodencultur w. (im Jahre 1885/86 337), und verausgabte zu diesem Zwecke 72,173 fl. 19 kr. (im letzten Jahre 3804 fl.). Professoren, die jetzt an Hoch - und Mittelschulen lehren, zahlreiche praktische AerZte, Advocatcn, Techniker, die sich Haus und Herd begründet haben, erhielten seinerzeit von dein genannten Vereine die Mittel zur Bestreitung der "Zttgorosen und Promotions-Taxe w. In. Folge der Roth der Zeit wird ja auch die Zahl der Petenten immer größer, und schließt der Verein in seinem Jubeljahre mit einem Deficit von 186 fl. ab. Es erscheint daher als geboten, das; der Verein eine größere Anzahl von Mitgliedern gewinne, und wäre cs nur billig und gerecht, wenn die Gemeinden in Kronländcrn denselben unterstützen würden, denn der weitaus größte Thcil der Petenten stammt nicht aus Wien, und insbesondere Ungarn ist. unter den Hilfesuchenden stark vertreten. Pefth. Die moderne böse Krankheit, AntiscmitiHMns genannt, breitet sich leider auch in solchen .Kreisen aus, wo man sie am allerwenigsten antrcffen sollte. Beim Militär, m die Gleichheit aller Eonfcssionen gesichert ist, denen Leben und Blut einzig und allein dem Vaterlande gewidmet isr, machen sich gegenwärtig die häßlichen Spuren des Judenhasses in höchst betrübender Weise bemerkbar. Sogar höhere Ossi eiere degradiren ihre Ehre so weit, über jüdische Ausbeutung und indisches Gesindel Vorträge zu halten. Besonders in ungarischen Garnisonen werden die jüdischen Ofsicrere ans den Milr'tärcasinos ohne jede Begründung ausgeschlossen. Nur wenige dienende Inden finden den Much, sich über diese Behandlung bei den oberu Behörden zu beklagen, da dies bei der strengen militärischen Disciplin leicht zu Verwickelungen führen konnte, und ziehen es entweder vor, die Dcinüthigungen zu ertragen, a;:r i: i selbst Recht zu verschaffen. Ein jüdischer $iv:- r ' "leier befand sich während der Wasfennbung in ■ ch seiner .Kameraden, zumeist begeisterte.Au, . ees AttLisemitlsmns;ttnbeis!n;mertumihnwurdee.' ..„glich hi rücksichtsloser, jdjciuuar jedoch scherzhafter Weise gegen die Inden losgczogen. man ging von allgemeinen Redensarten ins Persönliche über und betonte mit Nachdruck die Nothwendigkeit der Austreibung sämmtlichcr Juden. Einer der ärgsten wurde von dem jüdischen Osficier zum sofortigen Stillschweigen bei sonstigerForderung zum Duell ermahnt. Der wüthende Fanatiker erklärte aber, sich mit einem Juden nicht schlagen zu wollen. Hierauf beleidigte ihn der jüdische Kamerad und zwang ihn so zum Duell, welches am folgenden Tage vor sich ging; schwer verwundet \ verlies; der judenfeiudliche Officier den Kampfplatz, während sein Gegner leicht verletzt mit dem Bewußtsein schied, für Recht und Ehre gekämpft zn haben. Pesth. Dieser Tage starb dahier der sehr angesehene Herr Simon Kohut im Alter von 103 Jahren. Seine im vorigen Jahre verstorbene Gattin war 91 Jahre alt geworden. Neupefth. Vor ungefähr 50 Jahren gelang cs einem Juden, Namens Jsak LöLy, in unmittelbarer Nähe der ungarischen Hauptstadt, ein neues Gemeinwesen zu gründen nnd — merkwürdig genug — die ersten Colonisien waren jüdische Handwerker!. Der hochedle Graf Stephan Kürolyi, ein Grandseigneur in des Wortes vollster Bedeutung, verschmähte den Rath eines Juden nicht und ließ den gänzlich unfruchtbaren Landstrich seines Besitzthnms, welcher sich von Rükos-Palöta bis zur Donau erstreckte, dem gelungenen Plane Löwy's gcuräß in Hausstellcn parzelliren, was ihm — dem Grafen — ein hübsches Sümmchen abgeworfen. Aber auch Löwy erlebte die Freude iu der neuen Gemeinde seinen Glanbeusbrüderu ein trautes, ruhiges Heim geschaffen zu haben. Tie jüdischen Ansiedler des neugegrüudetcu Ortes zeichneten sich durch ihre Bürgertugcuden aus und vereint mit ihrem Muster und Vorbild, hatte sich gar bald aus den bescheidensten Anfängen ein blühendes Geuieinwesen herauSgebildet. GrüfKLrowi spendete aus Anerkennung der ihm von Mischer Seite geleisteten Dienste einen 600^/ großen Grund der damals noch kleinen Judengcmciude, damit sie sich einen Tempel, oder sagen wir richtiger, ein Verhaus errichten könne. Die Stadt Neupefth aber ehrte sich selber, indem^sie zum Andenken ihres Gründers eine Gaffe mit dem dlamzn „LöDygüM"