Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 81-82 (12.10.1886)
- Date
- 1886-10-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449676--25168-2514969- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
lila bilden lasse« «nd schließlich die weise und richtig' Leber«sar«schannrrg erlangen, die all diese ina»cr- ««eidliche» Bitternisse des Lebens als solche ruhig hinriimrut «nd den Gleichmut!« nicht verliert, sich ' vielmehr kräftig aufrichtct »nd heiter »nd ruhig seinem Ziele znstrcbt 'i •:o'? cr.r,rc*i. „Auf das; Ihr Euch freitet vor dem Ewigen, Eurem Gotte." ny'-o 7,2-rr -p^i nran rcn : VL2"i "J1Q3 LDO2 C'in „Die Bachwcidc ist ein Symbol der Demuth, der Selbsterniedrigung, und deshalb wächst sie nicht auf den Bergen, sondern am Bache, an einen« niedrigen, tiefen Ort." . Wer Lebensfreude und Lebensgliick sucht, der muß cs in sich suchen, nicht durch Andere. Wer mit sich zufrieden und glücklich ist, der sucht in erster Linie sein Ziel zu erreichen, seine Aufgabe zu erfüllen, der ist bescheiden und drängt sich Andern nicht auf, will nicht besser sein, nicht mehr willen wie Andere, ist nicht stolz, auch wenn er bcijer situirt, auch wenn er eine hervorragende Stellung eiunimmt. Freuen können «vir uns nur mit gleichgesinnten Meuschen. Wer sich aber eine Wirte Stellung aussucht, der kan» Lebensfreude nicht genießen. Freue««, innerlich freuen können «vir uns auch nicht mit uns allem; da muß das freudige Bewußtsein vorhanden sein, daß wir mit unserem Gotte uns freuen können, daß wir wissen, wir ftchen nicht allein, wir handeln in Seinem Sinne, «vir erlangen Seine Zufriedenheit. Wer aber unbescheiden und im maßlosen Stolze nur sich anerkennt, nur sich selbst Rcichrhnm und Stellung, seines Körpers strotzende Kraft und feines Geistes scharfen Verstand zu verdanken glaubt, der «veist sich einen unnatürlichen Standpunkt an, kann sich nicht wahrhaft freuen. Di'pm *i ennetn. „Ihr sollt Euch aber vor dem Ewigen, E rem Gotte freuen." Darum sollen uns die gtq *t belehren, das Leben und dessen Zweck richtig aufzufallen, nur daraus wahren Lebensgenuß und wahre Lebensfreude schon hiemeden gewinnen dadurch, daß uns auch keinen Moment der Gedanke verlasse, des Lebens Glück luib Freude seien innig verbunden mit Gort, dem wir Alles verdanken, dem wir. darum. Alles wieder entgcgenzubringen haben, er1? ennpV« „Nehmet EuÄ." Tie Früchte unserer Thärigkcit, alle Schritte nnscres Lebens, alle Erfahrungen und Lehren, die wir im Leber« crnpfangen, sie müssen sich »creme« zu eurem Festesstrauß, den wir Gott weihen, in diesem uns gleichsam Gott emgegenbringen. — Zcirrirrgsimchrichte« rmd (ivvvvfyon'mwn. Deutsch l an d. Wiirzbnrg. Wie uns von bestmlterr«chtetcr Seite mitgetheilt wird, ist Herr Dr. Hermann Deutsch '-z, dessen definitive Bestätigung als Diftriktsrabbiner in den jüngsten Tagen von Kgl.-Negierung erfolgte, kurz vor ,-uN.i von Frunkfurt a. M. nach Burgpreppach, seinem neuen Wirkungskreise, übergcsiedplt. Die Begeisterung für Herrn Drstriktsrabbiner Dr. Herinauu Deutsch ist eine allgemeine und überaus große. Grätz, 6. Tischri. Es ist chic betrübende Nachricht, die ich Ihnen zu melde«« habe. Herr Siinon Tarlau, seit 15 Jahren Corporatious-Borstehcr der hiesigen jüd. Gemeinde, hauchte nach langen« schweren Leiden a«n seine reine Seele ans. Eine allgemeine Trauer bemächtigte sich bei dieser Kunde aller Gemnther, die in der massenhaften Bethcilignng an dem am 1. Tage n"t ftattgcfnndenen Leichenbegängnisse ihren beredten Ausdruck fand. Denn in ihm verlor unsere Gemeinde nicht «mr den selbstlosen, im Dienste seiner Gemeinde ganz ausgehenden und mit Hintansetzung seiner privaten Jntereffeu opferfreudigen Vorsteher, sondern auch den weisen Berather und edlen Menschenfreund. Was er während der 15 Jahre seiner Anrtsthätigkeit-der Genieinde geleistet, mit welcher Selbstlosigkeit und Opferfreudigkcit er cs geleistet, das zu schildern würde den Rahnien eines Zeitnngsartikels «veit überschreiten. Treten uns doch hier auf Tritt und Schritt Spuren seiner segensreichen Wirksamkeit entgegen; tragen doch alle unsere Gerncinde-Jnstitntioncn das Gepräge seines rastlosen Schadens und Wirkens! Allein seine segensreiche Thätigkcit beschränkte sich nicht ans das Gemeinwohl blos, sondern erstreckte sich auch auf die zahlreichen 'Einzelnen, denen er mit Rath nnd That bereitwilligst bcistand. Sein edler Charakter fand auch von Seiten der nichrjüdischen Mitbürger derartig volle Anerkennung, daß er auch das Ehrenamt eines Stadtralhs durch mehrere Jahre bekleidete. Und allen seinen Einfluß, den ihm seine geachtete Stellung verschaffte, machte er zu Gunsten seiner hülfsbedürsrigen Glaubensgenossen geltend. Daher die allgermine und tiefe Trauer, die sein Verscheiden verursachte. Aber auch das Judenrhum als solches hat einen schweren Verlust erlitten. Denn Herr Simon Tarlau war ein wahrer, echter '“nrr, wie solche in unserer Zeit leider nicht