Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 81-82 (12.10.1886)
- Date
- 1886-10-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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ist' sowohl vorn iMubtufle in VemfuTfl sowie vom Reichsrathe in Wien arigeorduet, beschlossen und von . .... soiiel'lonirt worden!" Jedes Schriftstück trägt die genau uachgeahrnte Unterschrift des Äezirkshanptuiannes, Herrn Eieszka, und das Amtspctschaft in Siegellack. Obschon rmser Landvolk keine confcssionclle (Gehässigkeit kennt und noch nie eine Neigung zu Gewaltthätigkciten gegen die Juden kundgab, hätte diese Aufhetzung an einzelnen Orten doch von bedauerlichen Folgen begleitet sein können. Glücklicherweise kam noch rechtzeitig der Ortsrichter von Lublienicc (nächst Eicszanow) mit dem Schriftstücke zum dortigen Pfarrer, der sogleich die gefährliche Tendenz dieses Aufrufes erkannte und in die Stadt eilte, um dem Bczirkshauptmann hievon in K enniuiß zu setzen. Dank der Energie des Bczirtshauptmanues, Herrn Rudolph Ciszka.der sofort die umfassendsten Recherchen anstellte, gelang es noch am selben Abende, den Schreiber des Schriftstückes zu eruiren. Es war dies ein fünfzehnjähriger ganz ungebildeter Bursche, Sohn eines Fleischselchers und Restaurateurs in Eiczauow. Derselbe gestand zwar gleich ein, daß dies seine Handschrift sei, über den intellectiteffcn Urheber des Schriftstückes jedoch verweigerte er jede Aussage, indem er blos angab, daß ein ihm unbekannter Herr, der!!! der Restauration seines Vaters dinirte°, ihm den Inhalt ^dictirt habe. Das Amtspctschaft wurde dadurch hergestcllt, daß der Siegellack-Abdruck von alten, vom Amte als Macnlatur verkauften Viehpässen abgenommen worden war. Der Bursche wurde sofort in Haft genommen und die Gendarmerie beordert, sämmtliche Ortsgemeiudcu über die Provenienz des Schriftstückes 'zu verständigen und ihnen die Abschriften abzuverlangen, mn so jeder Gefahr einer Ausschreitung vorzubeugen. .. ' . . . F r a n k r e ich. Versailles. Frau Furtado-Heine, welche, wie wir bereits berichtet haben, die vorige Woche eingcwcihte prachtvolle Synagoge dahier auf ihre Kosten erbauen ließ, hat der hiesigen Gemeinde weitere 150,000 Frs. geschenkt, deren Zinsen zur Erhaltung dieses Gotteshauses verwendet werden sollen. Türkei. Kouftantiuopel, 3. Oktober. Am vergangenen Mittwoch begann das neue, türkische Jahr, welches das Jahr 1304 nach der Hedsck-ira i Flucht des Propheten Mohamed aus seiner Vaterstadt Mekka) ist, und fand ans diesem Anlässe im kaiserlichen Palaste eine große Gratulations-Eour statt, zu der alle Mi- > uister, dann die Staats- und .voswürdenträger und die geistlichen Ehrfs der hier lebenden verschiedenen Eonsessiouen erschicuerl umrcn. Auch eine Deputation unserer Gemeinde mit dem Ehacham-Baschi au der' Spitze hatte sich im Palaste eiugefuude« und wurde sie vom zweiten Kammcrherrn des Sultans, Hadschi Odi Bcy, empfangen, der auch ihre Glückwünsche entgegemiahm. Ter Sultan ließ daun jedem Mitglicde der Deputation einen Muharreme (der erste Monat des mohamedauischeu Jahres heißt nämlich Muharrem) aus Gold, d. h. eine Goldmünze, welche schon die Jahresprägung 1304 trägt, verabfolgen. — Am vergangenen Ticuftag traf das englische Mittelmeergeschwader unter dem Eommaudo des Herzogs von Edinburgh, Zweitältesten Sohnes der Königin Victoria, in Salonichi ein, und beeilte sich sogleich die dortige jüdische Gemeinde den hohen Gast durch eine Deputation begrüßen zu lassen. Unsere Glaubcnsbrüder im Oriente lassen überhaupt nie eine Gelegenheit vorübergchen, um der Königin Viktoria w t»** "r, die als eine Freundin und Leschützerin unseres Volkes bekannt ist, ihre ^Erkenntlichkeit und Ergebenheit ausdrückeu zu lassen. JcniUctoH. Wichaek. Erzählung von S. Kohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Jetzt ergriff ein Dritter der am Tische Sitzenden das Wort, Reb Asriel der Szofcr *), ein noch junger Mann — der nach Brünn zu Markte gekommen. um Tsillin und Mesuses zu verkaufen, etwa auch Aufträge, Thorarollen zu schreiben, entgegeuzunehmen — das Wort: „Euer Pflegevater lebt, aber es mußte ihm ein Fuß abgcuommeu werden; es ist dies allerdings ein großes Unglück, — aber, Gott sei Dank, lange nicht so groß als Ihr einen Augenblick befürchten mochtet." „Bornch dajon hoeuies," rief Michael erbleichend. „In welcher Weise ist ihm dieses Unglück zugeftoßen? Und roie erträgt Sara die schwere Prüfung Gottes?" „Das elfjährige ßiub erregt die Bewunderung der ganzen Gemeinde," beantwortete der S.zofer 1) Schreiber, hier so vier -l» Thorarollenschreiber.