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Der Israelit · 1886-10-12 · Heft 81-82 (12.10.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 81-82 (12.10.1886)
Date
1886-10-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1107 kn nnncpren, auf llnJmiiialfii für das juristische, medizinisch!?, nanmoistcnschasjliche oder p!)i!u!ochschc ,vac!), ans Akademien für Maler, aus pouuechuische» -ÄnsralLeu für Hoch- und Tiefbau und für sonstige dahin gehörige Fächer, endlich auf laudwirtljschaftlidjcu Schulen. Aus der Provinz Posen, 8. Oktober. Ter Vorstand und das Nepräsentautcncollcgiimi der Gemeinde Gr ätz in der Provinz Posen sandte Ihnen unter dem Datum des 3. Oktober eine Erklärung zu, welche die Mittheilmig Ihres Herrn Korrespondenten über „beabsichtigte Reformen" im Gottesdienste für unrichtig erklärt. Aus der Erklärung geht unzweideutig hervor, daß der Vorstand auch keine Reformen eiuzuführen „beabsichtigte", und bedauert Ihr Herr Korrespondent aufrichtig, von seinem GcwährZmaune, der, nebenbei bemerkt, dem Beamtenkörper der Gemeinde Grätz durchaus fernsteht, falsch unterrichtet gewesen zu sein. Die Korrespondenz war einzig und allein in. dem innigen Bestreben geschrieben, den religiösen Kreisen der gen. Gemeinde einen Gefallen zu erweisen und durch einen überaus maßvollen Warnruf einer cvent. Verletzung des Althergebrachten vorznbeugen; von irgend einer feindlichen Tendenz, Unfrieden in die Gemeinde zu werfen, war absolut keine Spur vorhanden. Nun, cs ist hocherfrculich, durch die Vertreter der Gemeinde es offiziell bestätigt zu sehen, das; die alte jüdische Frömmigkeit in der Gemeinde Grätz, wie ehedem, sproßt und blüht, was auch schon aus der erregten und energischen Zurückweisung des Vorwurfes hervorgeht. Im Uebrigen hat sich zwar Ihr Herr .Korrespondent als „wahren Jchndi" nicht „aufgcspielt", doch glaubt er cs an religiöser Wahrhaftigkeit mit Jedermann und sei es, wer es wolle, aufnehmen zu können. Ihr Herr. Korrespondent war von der Erklärung der VerwalLuugskorperschafteu am herzlichsten erfreut, und er glaubt daher die Akte:: über diesen auf einem bedauerlichen Mißverständnisse beruhenden Fall schließen zu dürfen. Oesicrr. - Ungar. Monarchie. Wien, 1. Oktober. Im Anschlüsse an den Orierrtalistcn-Eorrgrcß fand dieser Tage in einem Hörsaale der neuen Universität die diesiährige (vierte) General-Versammlung des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas statt. Nachdem W. A. Nenmann die Versammelten dchatte, übernahm Professor Kautzsch ans Leu Vorsitz. Er wies darauf hin, daß die nunmehrige Versammlung des Vereins, welcher das Organ bilden soll, um die Interessen der Gelehrten deutscher Zunge ans dem Gebiete der Patastina-Foischnng zu vereinen, die erste sei, welche in Oesterreich abgehalten werde. In Oesterreich wurden dem Vereine die wärmsten Sympathie» entgegcngebracht, und in dem Vereinsverbande befindet sich eine stat!liebe Anzahl von Oestcrreichern. Der Verein könne mitGenugthuung auf das zurückblicken, was er in den zehn Jahren seines Bestandes mit Rücksicht auf seine beschränkten Mittel geleistet habe. Professor Kautzsch verwies insbesondere aus die Ausgrabungen am Südabhauge des Tempelberges, welche im Jahre 1881 von Professor Guthe (Leipzig) ansgesührr wurden, ferner auf die Erforschung des. Siloatcichcs, in welchem der biblische Siloateich zu erblicken sei, und erwähnte ferner der Expeditionen, welche aus Kosten des Vereins von Frei. Professor Reumann, Ingenieur Schuhmacher u. A. unternommen worden sind. Professor Kautzsch schloß mit dem Wunsche, daß die Bestrebungen des Vereins in immer weiteren Kreisen Verständnis und Anerkennung finden mögen. Professor W. A. 9leumann hielt sodann einen Vortrag über den östlich vorn See Genezareth gelegenen Landstrich Dojotan, welchen der bekannte Gelehrte vor einigen Jahren bereist hat, und erntete für seine interessanten Ausführungen lebhaften Beifall. Eine Verathung über interne" Vereiusangelegenheiten beschloß die Sitzung. Ans Galizien wird der „N. Fr. Pr." von vollkommen vertrauenswürdiger Seite die Abschrift eines Ausrufes mitgetheilt, der den Zweck hatte, das Landvolk zu Gcwaltthäligkcitcn gegen die Inden anfznhetzcu. Besonders bemerkenswcrth ist, das; dieser Aufruf zum Zwecke der Täuschung der Bauern im amtlichen Style abgesaßt und daß in demselben sogar der Name des Kaisers mißbraucht worden war. Die uns über dieses verbrecherische Eomplot zngckommene Mittheilung lautet: Kurz vor dem jüdischen Neujahrsfeste wurde au mehrere Ortsgemeindcu des Bezirkes Eieszauow eine „Aufforderung" (polnisch „wezwanie“) versendet, abgesaßt im "üblichen .Amtsstyle und versehen mit der Unterschrift des Bezirkshanptmannes und dem Amtssiegel. Diese Aufforderung hatte nachstehenden Wortlaut: „Im Namen .... wird die Gemeinde ausgesordert, Vorbereitungen für den 29. September 1886, 9 Uhr Abends, zu treffen, damit dieselbe in den Stand gesetzt sein soll,, wenigstens hundert junge und tüchtige Bauern, versehen mit Sensen und Hacken, zur anberanmten Zeit nach Eieszauow zu entsenden, um die Inden zu morden und zu plündern, da zu dieser Zerr anläßlich des jüdischen Neujahrsfestes sammtliche Inden beisammen sind. Dieses Massacre

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