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Der Israelit · 1886-12-23 · Heft 100 (23.12.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 100 (23.12.1886)
Date
1886-12-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1734 Völkerschaften aus der Ferne. Da fürchtete sich Jehofchaphat, und er wendete sich im (Gebete zu Gott und ließ kn ganz Juda einen Fasttag aus- Uiscit. Er sprach: „Ich karr» weder d?n Kamvf beginnen noch ansfnhren, kämpfe Dn für uns, Allmächtiger!" Als nun das feindliche Heer heranzog, da ordnete Jehofchaphat an, das; Sänger vor seinen Kriegern vorauschritten, Gott zu lvbsmgcn und Seine heilige Majestät zu preisen. Als sie nun ansingen, zu singen und zu preisen, da schickte Gott Zwietracht unter die feindlichen Schaaren, so daß sie in Kampf miteinander geriethen und sich gegenseitig vernichteten. Da kam das Heer Juda's auf eine Anhöhe und erschaute vor sich die ungeheure Menge der Feinde, aber sie waren alle gefallen und bedeckten den Boden als tobte Leichname. — Auch der fromme König Ehiskajahu wandelte in den Wegen Gottes. In seinen Tagen hatten die Affyrer das Reich Israel vernichtet und die zehn Stämme in die Gefangenschaft geführt. Nun kam Sanherib, der König der Affyrer, mir einem Heere, welches 185,000 Offiziere und Unteroffiziere befehligten, um dem Reiche Juda ein gleiches Schicksal zu bereiten, wie sein Borgänger dennllttiche Israel. Ehkskijahn vertraute auf des Allmächtige» Hilfe, und siehe, Gott half ihm. Während der König in seinem Bette lag und schlief, kam, mitten in der Nacht, ein Engel Gottes und erschlug die 185,000 Anführer des feindlichen Heeres. Sanherib mußte fliehen, und Juda war gerettet. — Wer war wohl unter diesen vier fromme» und großen Königen der größte? Nach der landläufigen Anschauung wohl derjenige, welcher am wenigsten selbst gethan und am meisten sich auf Gott verlassen. Dem ist aber nicht so. Die Weisen erkennen dem, welcher am meisten unter dem Beistände Gottes vollbrachte, die Palme zu. Ehiskijahu, welcher am wenigsten selbst gethan und sich nur auf des Allmächtigen Rettung verlaffen, vermochte nicht einmal den eigenen Sohn so zu erziehen, daß er in seinen Wegen wandelte. Sein Sohn war Menascheh, welcher durch seine schlimmen Thaten über Inda großes Unheil brachte. Jehofchaphat. welcher, nur durch fein Gebet die Feinde bekämpfte, ging eine Familienverbiudung mit dem götzendienerischen Achab ein, welche seinem Geschlechte zum Verderben gereichte. Aßah. der den Kampf nur zur Hälfte vollbrachte und die Vollendung desselben Gott überließ, wurde später wankend in seinem Vertrauen und mußte cs schwer büßen. David aber betete za Gott, daß es ihm gelingen möge, den Kamps zu beginnen und zu vollenden. Und es gelang ihm, und daher heißt es von ihm: 1 D’pi 'n -in „David in seiner Wirksamkeit als König von Israel lebt unsterblich fort." Die Weifen lehnen diese Vergleichung au den Vers Psalm 40. V. 8 an: „Warum muß ich mich fürchten in böser Zeit? Weil die Schuld meiner Fersen mich umgibt." Nur derjenige muß sich fürchten in böser Zeit, welcher solche Sünden nicht beachtet, die beit Menschen als unbedeutend erscheinen, die er gleichsam mit der Ferse fortstößt. Jene vier Könige waren ja sämmtlich große und heilige Männer: aber sie glichen sich nicht in der Beachtung der unbedeutend erscheinenden Verschuldungen. Uin dieser willen wagte es Ehiskajahu nicht, die Rettung zu erflehen; Jehofchaphat, der sie mehr beachtete, betete zwar, aber er wagte es nicht, den Kampf zu beginnen; Aßah, der sie noch mehr beachtete, begann zwar den Kampf, aber er fürchtete sich, ihn zu vollenden. David aber gab auch auf das anscheinend Kleinste mit peinlicher Sorgfalt Acht, und deßhalb ging er nmthig in den Kampf und kehrte erst nach vollendetem Siege zurück. So hat er selbst es ausgesprochen (Psalm 119. V. 1—3): „Heil denen, die vol!kommen -sind aus-dem Lebenswege, die wandeln in der Lehre des Ewigen. Heil denen, die Seine Zeugnisse bewahren; mit ganzem Herzen werden sie Ihn suchen. Auch nicht das geringste Unrecht werden begehen, die in Seinen Wegen wandeln." Der „Israelit" hat es seit seinem Erscheinen sich zur Aufgabe gemacht, stets für das unverkürzte und unverfälschte Judenthmn einzntreten, und auch namentlich für diejenigen Vorschriften unsrer heiligen Religion einzustehen, die Vielen unsrer Zeitgenossen als klein und unbedeutend erscheinen. Er hat dafür viele Anfechtungen zu erdulden gehabt; aber er hat sich niemals gefürchtet, weil er sich bewußt ist, daß ihnl Alles und Jedes, was unsre heilige Religion betrifft, nimmer als klein und unbedeutend erschienen, sondern stets der sorgfältigsten Beachtung werth gewesen. Im Kampfe für die heilige Gotteslehre und gegen die derselben feindlichen Principien haben wir nie die Personen bekämpft, sondern nur die Treulosigkeit und den Verrarh an dem Heiligsten. Wir haben uns stets an den Grundsatz gehalten, mit welchem der Sohar die von uns dargelegte Abhandlung beschließt. :m*2n so cts rrae rs *pr -c~ Gewöhnlich übersetzt man: .Und Joseph erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht." und das ist auch wohl der einfache Sinn der Worte. Ter Sohar aber legt in dieselben einen wunderbar schöuen Eharakterzug Josephs: »Joseph erkannte

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