Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 101 (27.12.1886)
- Date
- 1886-12-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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IT«! Hastigkeit beobachtete er das Gebot von ja, er duldete nicht einmal, das; in seiner Gegenwart von Geschäften am hl. Ruhetage gesprochen wurde. De» Armen und Nothleidendcu stand er bei jeder Gelegenheit hilfreich zur Seite, namentlich spendete er den Armen de» hl. Landes stets mit vollen Händen. Was aber noch ganz besonders hervorgehobcn zu werden verdient, ist, daß er diese wahre, echt jüdische Gesinnung auch aus seine Binder unablässig zu übertragen suchte; so versammelte er an jedem p"v sogar seine erwachsenen, bereits selbstständigen Söhne um sich, um sie mit dem Inhalte des göttlichen Wortes bekannt zu machen. Groß und allgemein war die Hochachtung, die er sich auch bei anderen Confessionen zu erfreuen hatte und so konnte man durch das Leben und Wirken dieses Edlen von Neuem die Ueberzeugung gewinnen, daß wir die Achtung unserer nichtjüdischen Mitbürger nicht durch Abfall und Gleichgiltigkeit gegen unser hl. Gesetz, sondern vielmehr dadurch erwerben, daß wir treu unserer Religion, sowohl die Pflichten gegen Gott als auch gegen, unsere Mitmenschen gewissenhaft erfüllen. Die vorzüglichen Eigenschaften und edlen Verdienste des Verklärten wurden bei dem Leichenbegängnisse von den Herren Rabbinern Wurmser- Thann und Schüler-Bollweiler entsprechend ge- . schildert und der schmerzliche Verlust der Fami.ie sowohl als des Gesammrjudenthums würdig zum Ausdruck gebracht. Möge der Allgütige den tiefgebeugten Hinterbliebenen lindernden Trost spenden und das fromme Vorbild des Entschlafenen volle Nachahmung finden, auf daß die Erinnerung an diesen Frommen stets zum Segen gereiche. p'-rs. irr! Rumänien. Dr. 6. Bukarest, 19. Dezenter. Ich eröffne meine heutige Korrespondenz damit, daß ich Sie um Raum bitte für eine Richtigstellung, welche Ihren! geschätzten Blatte nur zu Gute kommen rvird. — Sie haben in der Nr. 98 vom 16. Dezember eine Mittheilung aus Bukarest, aber nicht von meiner Hand, gebracht, die den Preßprozeß zwischen Dr. B e ck, Prediger der Tempelgemeinde, Redacteur der „Ne- Vista-Jsraelita" und Moroiu, Antisemit und Redacteur des „Veteranul" betraf. Das einzige Richtige in der erwähnten Mittheilung ist nur, daß der Prozeß nach Plojeschti zur nochmaligen Verhandlung verwiesen wurde. Unrichtig aber ist, daß dem Rekurs des Dr. Beck stattgegeben wurde, für welchen ein Bericht zu den Akten zur Jeit (eines „Inden" wegen beeilt man sich ln Rumänien nicht so sehr» noch gar nicht vorhanden gewesen. Vielmehr ist aus das RevisionSgesnch des Generaiproknrators am Bukarester Apellhofe hin, die nochmalige Verhandlung des Prozesses in Plojeschti beschlossen worden. Und zwar hat derselbe sein Gesuch damit begründet, „das; dem Dr. Beck vom Bukarester Schwurgericht bei seiner Verurtheilung „mildernde Umstände" zugesprochen wurden, das dem Herrn Generalstaalsanwalt unstatthaft (?) schien; er wolle daher von der (rumänischen) Jurisdiktion fcststcllen lassen, ob (?) ein Geschworenengericht dergleichen Umstände zucrkeunen darf." Dies ist der thatsächliche Sachverhalt. Die in Frage gestellte Berechtigung ist wohl nur in Rumänien zweifelhaft, der Hohe Kassationshof hat nun dem Generaladvokatcn durch Stattgabe seines Nevisionsgesuches beigepstichtet und somit den Geschworenen das Recht, „mildernde Umstände" zu bewilligen, (vielleicht' nur für Juden) abgesprochen. — Daß Dr. Beck die 700 Frcs. Schadenersatz schon an Moroiu gezahlt hat, habe ich nicht gehört und dies ist selbst bei der Handlungsweise der Rumänen Juden gegenüber nicht wahrscheinlich, es müßte denn geradezu Raub sein. Denn penävnw Ute (während der Rechtsstreit schwebt), kann ein derartiges Definitivum nicht geschaffen lverden. Indem aber sowohl der Generalauwalt, als auch Dr. Beck (und wenn auch blos Einer) die Kassation ergriffen, war, bezw. ist der Prozeß noch in der Schwebe. Was möglich, ist nur ein sogen. Sicherungssequester (seever-trn asigurator), in Deutschland „schleuniger Arrest") als eine erzwungene cantio jadicatum solvi (Sicherheitsleistung dafür, dem richterlichen End urtheile nacykommen zu wollen), welche Ausländer (in Rumänien „Fremde") noch jetzt — und Inden früher — in allen Ländern von selbst zu leisten verpflichtet waren. Ein Sequester aber wird bei einer Regier»ngskasse hinterlegt und nicht der einen Partei überantwortet, deren Gewinn ja noch zweifelhaft ist, Demnach kann Beck dem Moroiu nichts gegeben haben. Daß „auch der Staat nun seine 200 Frcs. „beanspruchen rvird," ist nach den obigen Ausführungen ebenso unwahrscheinlich^ wie der übrige Thcil der Meldung. — Der Jatzycr „Liberalul", von dem ich Sie schon ein paar Mal unterhalten, bringt in einer seiner neuesten Nummern die Kapriole fertig, sich zu beklagen, daß ein Schochet sich geweigert, einem christlichen Fleischer ein Stück Hornvieh zu schachten. Erst Geschrei machen, daß die Schächter auch aufdas Fleisch sürEhristen ein „Schächt"-Mono-