Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 101 (27.12.1886)
- Date
- 1886-12-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1700 diese Waare nicht unter der ihrem Wesen entsprechen-- den Bezeichnung, sondern al-3 Milchdutter in den Handel gelangt. Hierdurch wird das kaufende Publikum geschädigt, indem cs für den Preis der Milchdutter eine Waare von geringerem Wcrthe erhält. Bor Allem aber erwächst daraus der Landwirthschaft, insbesondere dem Molkereiwesen eine fraudulöse Eoncurrcuz. Tenn da die Kuuslbutter minderwerthig und erheblich wohlfeiler herzustelleu ist,' als die Milchbntter, so wird der Preis der letzteren mit Nothweudigkcit herabgedruckt, wenn Kunstbntter unter der Bezeichnung als Milchbntter auf den Markt gelangt. Hierzu tritt, falls die Kunstbutter in dieser Weise, sei cs unvermischt, sei es in Vermischung mit Milchbntter, auch cxportkrt wird, der weitere Nachtheil, das; der Ruf der heimischen Milchbutterproductiou im Auslande leidet. Dies kann leicht dahin führen, daß die bisherigen Absatzgebiete verloren gehen, in jedem Falle aber erschwert es den Absatz der deutschen Milchbntter auf dem ausländischen Markte und ist geeignet, eine Herabsetzung der Preise derselben herbeizufnhren. Für die deutsche Molkerei ist der Export von erheblicher Bedeutung, wie sich daraus ergibt, daß in den Jahren 1882/84 gegenüber einer Gesammteinfuhr an Butter, einschließlich der Kunstbntter, im Betrage von 13,348,200 Kg., die Ausfuhr auf 37,831,200 Kg. sich belaufen hat." Frankfurt a. M. Dem Verein zur Unterstützung israelitischer Wöchnerinnen sind aus dem Nachlaß des scl. Frei Herrn M. E. von Rothschild durch Freifrau Charlotte von Rothschild'M. 10,000, der Israelitischen Religionsfchule M. 6000, dem Fraucnbildungs - Verein und dem Knabenhort je M. 1500 gespendet worden. Breslau, 19. Dezember. In Bendawitz, Kreis Groß-Strehlitz, lebte ein jüdischer Gastwirth Namens Angrcß. Der Mann starb und hinterließ feine Frau mit 6 kleinen Kindern. Die Wirtwe heirathcte hierauf einen Nichtjude», ließ sich taufen und hat auch bereits 2 ihrer ältesten Kinder im Alter von 14 und 12 Jahren taufen Lassen. Tie übrigen 4 oder 5 Kinder (das I2iährige ist widerrechtlich getauft) 3 Knaben und 2 Mädchen gehen leider demselben Schicksale entgegen, wenn nicht rasch-Abhilfe „ stattfindet. Die jüdische .Kreisgemeinde Groß-Strehlitz gibt sich zwar alle mögliche Mühe, die Kinder anderweitig unterzuöringen (Genehmigung hierzu ist von der Obervormuudschaft vorhanden), doch kann ne den Peufionsberrag für die Kinder allein nicht bezahlen und egitirr bei den Nachbargemeinden um Beisteuer, ohne jedoch bis jetzt — seit fast einem Jahre - den Betrag erreicht zu haben. DieWaifenanftalten in Breslau und Posen lehnen die Aufnahme der Kinder ab, weil solche angeblich den Statuten nicht entspricht: inzwischen aber werden die Kinder dem Eiuftuffe dieser nichtjüdischen Strömung überlassen, und wir bleiben traurige Zuschauer solcher Ereignisse. Möge daher der jüdische Sinn dieser Situation zu Hilfe kommen und durch Beisteuer zur Pension oder Aufnahme der Kinder in ein Waisenhaus schleunigst bcistchen. Hamburg. 19. Dezember. Nennnnddreißig russische von London nach hier mit dem Dampfschiff Libbra durch das Unterftützungs-Eomite in L. expedirte jüdische Rückwanderer wurden bei Ankunft des Dampfers von einem Bevollmächtigten des Comites in Empfang genommen und nach ihrer Heimath weiter befördert. Straßbrrrg, 20. Dez. Die isr. Gemeinde Bischheim bei Srraßbnrg wurde vorige Woche sehr überrascht; als die Mitglieder derselben am Freitag Abend zum Sabbat-Gottesdienst in die Synagoge kamen, war die hl. Lade mit einem prachtvoll verzierten, goldgestickten nns geschmückt, welches die Inschrift trägt: rrn Nin Trier’?** t: p nrnz :Q%xr ne cpTRra ns Herr Meyer Nerson ist heute 86 Jahre alt, eines der redlichsten und frömmsten Männer der Gemeinde, der noch jeden fastet nud stets alles Nöthkge zum Gottesdienst auordnet. Um Gott zu danken, daß er das Glück harte, so viele Jahre diesen religiösen Dienst verrichten zu können, gab er dieses rc-.s. Ich glaube diese Schenkung eines Synagogendieners ist einzig in ihrer Art und verdient um fo größere Anerkennung. Herrn Goldsticker Abraham S ch w a b in Straßburg wurde verdientes Lob zu Theil, daß er den Willen dieses braven Mannes mit Geschick und Pracht ausgeführt Hat- Felleringen (Elsaß). Unsere Gemeinde hat am 20. d. Bk. einen herben Verlust erlitten durch den Tod des Herrn Gabriel Marx n"zr, der nach mehrwöchenrlichem Leiden im 67. Lebensjahre zu einem besseren Leben abberufen wurde. Durch diesen Hintrirr entsteht aber auch eine große Lücke in den Reihen der wahren und aufrichtigen Jehudim, die beut zu Tage und namentlich hier zu Lande bei unseren traurigen, religiösen Zustande« leider immer seltener werden. Mit aufrichtiger Liebe war er unserer heiligen Lehre zugerhan und erfüllte ihre Vorschriften mit pünktlicher Treue. Mit ganz besonderer Gewissen-