Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 79-80 (6.10.1886)
- Date
- 1886-10-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- Odesa 3× ep/1000834
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Diese sind mm ihrem Gcsichtspülrkte an*5 betrachtet, einigermaßen ju entschuldigen, weil sie ja ihre Prinzipien zur Geltung, ihre Anschauungen Dom Familienin's Gemeindeleben verpflanze» wollen. Ocsscntlich zu tadeln aber find Diejenigen, die um persönlicher Eitelkeit willen den Zwist nähren und erhalten. Sie wollen um jeden Preis an der Spitze der Gemeinde fungiren, einen Vorsteher, einen Rabbiner aus ihrer Mitte haben, kurz, sic möchten die Führer sein, sowohl in religiöser als administrativer Beziehung. Lediglich ans diesem Grunde führten sie einen erbitterten Kampf gegen die jeweiligen in M. Sziget fungirenden Rabbinen, vom Verfapcr des „n:£N angefangen, bis zum jetzigen Merkwürdig ist es, daß sich hier Ncologen und — Chassidim von Wißnitzc! — welcher grelle Kontrast — vereinigten, um die gute Sache gemeinsam zu bekämpfen, und Jedermann verfolgt ein besonderes Ziel! Wahrlich! Der Eifer wäre einer bessern Sache werth! — Möge der Allmächtige alle Herzen Israels vereinigen, auf daß sie in süßer brüderlicher Eintracht leben, für und für, Amen! Salomon Stein. England. London. Am 26. Sept. wurde die neue Spanish and Portug-ue.se North London “TenF porary Brauch Synagogue unter den üblichen Eeremonien cingeweiht. Rußland. Wir haben bereits miigetheilt, daß den ausländischen Juden in Odepa verboten worden ist, ein Handwerk zu treiben, wodurch die Existenz tausender von Handwcrkerfamilien bedroht wird, lieber die Entstehung dieses unsinnigen Verbotes theilt nun die „Cb. Z." Folgendes mit: In letzter Zeit hatten sich fast alle Handwerker-Innungen au die Administration mit der Bitte gewandt, die ausländischen Juden in Odessa nicht zum Handwerk zuzulapen, dies damit motivircud, daß die russischen Handwerker durch die ihnen von den Ausländischen gebotene starke Konkurrenz viel zu leiden haben. So gibt cs im Schneidcrfach über 700 ausländische Juden, d. i. gegen 40 pEr. der Gcsammtschncider. Im allgemeinen bettägt die Zahl der ausländisch' jüdischen Handwerker 30 vEt. Ta die Gesannntzahl der Odepancr Handwerker ca. 30,000 beträgt, so cmfällt auf ausländische Juden allein die Zahl von 9000. Ten starken Zusiuß jüdischer Handwerker nach Odessa erklärt die llprawo dahin, daß denselben in "Moskau, Eharkow, Kiew und anderen Städten die Ausnahme in die Handlverker-Jiunuigen verweigert lvird. Ans Grund einer am 23. Angnst v. I. beim Stadtgonvernenr angelangterk Eopic des MittiftcrinmS des Innern an das Pvlizci-Departcment über die Rechtlosigkeit der ausländischen Inden, beschloß daher die.Handwerker-ttprawa, sämmtlichen Handwerkern, welche ausländische Juden sind, sofort die Patente zu entziehen und deren Werkstätten polizeilich schließen zu lassen." Ferner wurden die Aeltesten der verschiedenen Innungen beauftragt, dem Amt über sämmtliche in Odessa befindlichen ausländischen jüdischen Meister, Gesellen, Lehrlinge und Arbeiter Listen vorzustellcn und dieselben aus den Büchern der Innungen streichen zn lassen. An den Petitionen für diese Maßregeln sollen sich angeblich auch viele russische Juden betheiligt haben. Feuilleton. Zodik. <0. Keller. VII. Unverrichteter Sache kehrte Kaufmann nach Benlo zurück; er hatte in Antwerpen keine Spur von Gotthelf und dessen Frau gefunden. Nachdem er seinem Onkel seine vergeblichen Bemühungen geschildert hatte, fügte er hinzu: „Wenn es mir auch nicht gelungen ist, über Esthers Herkunft etwas in ^Erfahrung zu bringen, so bin ich doch fest entschlossen, das Mädchen zu heirathen; ich liebe sie von ganzem Herzen." „Halt, junger Freund", sagte Rabbi Laser, „nicht so hitzig! Ich habe Dir schon gesagt, daß dieser Heirath religiöse Bedenken entgegenstehen. Wer weiß, ob das Mädchen überhaupt eine Jüdin ist? Daß die Frau des Räubers sie „Judenbalg" genannt hat, ist doch kein vollgültiger Beweis. Und gesetzt, sie sei eine Jüdin, so liegen doch noch andere Bedenken vor. Das Kind sei von dem Räuber aus Rache gestohlen worden, sagte die Frau. Was sind das für Menschen, mit denen Räuber verkehren und an denen sie sich rächen wollen? Es liegt die Bermmhung nahe, daß solches Gesindel nur mit ähnlichem Gesindel in Zank und Streit geräth und dcßhalb eine derartige Rache verübt." „„Und Zodik? Hat er sich nicht an der Tante rächen wollen?"" „Ja, wenn wir die Gewißheit hätten, daß dieser Gotthelf der ehemalige Zodik sei, dann wären