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Der Israelit · 1886-10-06 · Heft 79-80 (6.10.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 79-80 (6.10.1886)
Date
1886-10-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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,m citlrcifiiH und sie mit Gewalt zu öffnen. Aber, iuclci)e UcüiTirtfdjmirt für den Rabbiner und die Vorsteher, die von dein Draiimgenchle, das der Schamejch in der vergangenen Rackt gehabt hatte, nichts mufften, als sie in den vermeintlich leeren Futteralen die Thorarollen erblickten! Das wirkliche Wunder aber an der Sache war, das;, als mau in Gegenwart des Königs die Dhorarollen öffnete, dieselben inSgesaullnt den VerS: 151 nw c; hnm zeigten. Der König bereitete eS nnn, einem falschen und lügenhaften Rathgeber Gehör geschenkt zu haben und befahl, denselben auf der Stelle zu enthaupten, waS auch geschah. Da sich dieses Wunder am 18. Schebat ereignete, so bestimmten die Rabbiner und Ehachamim von Saragossa, das; dieser Tag von nun an in ihrer Gemeinde als ein Festtag begangen werden, der vorhergehende aber ein Fasttag und ein Tag der Buffe sein sollte. Hier in Salonichi leben jetzt ungefähr 150 Familien, die Abkömmlinge der ehemaligen Gemeinde von Saragossa sind. Dieselben versammeln sich noch heute jedes Jahr am 17. Schewat, fasten an diesem Tage und begeben sich dann in die Synagoge, wo nach dem Maribgebete die Megillah verlesen wird. Dicselbe beginnt rmt—folgenden Worten: '^'2 v°n ptm “rnn nt. cnccun^n:: “pcn. Rach stattgehabter Verlesung kehren sie zu ihren Familien zurück beleuchten ihre Wohnungen wie an einem Festtage und verbringen die Nacht und den folgenden Tag in Jubel und bei Festgelagen, wobei, was bei Juden übrigens auch selbstverständlich ist, auch der Armen und Nothbedürftigen nicht vergessen wird. Da cs doch unmöglich zu glauben ist^ das; auf eine bloffe Legende hin, jüdische Gemeinden sich herbeilassen werden, einen Fast- und zugleich einen Festtag zu begehen und dabei zugleich auch eine.Megillah in der Synagoge zu verlesen, so muß diese Sage sicherlich eine historische. Grundlage haben. F e n i l l e t 0 n. W i ch a c k. Erzählung von S. Kohn, Verfasser von «Gabriel. (Fortsetzung.) Vierzehntes Kapitel. Michael Klein konnte mit den Erfolgen seines dreijährigen Aufenthaltes in Nikolsburg vollkonnnen zufrieden fein. Er hatte dw philosophische Lehranstalt mit glanzenden Zeuginnen vertanen und harte sich während dieser Zeit einen Betrag von sechslnlndcrt Gulden erspart, so das; er mit Vernhigintg eine ttniversilälsstadt besncheit konnte. Pinkas Eisler und seine Frau enklieffen ihn sehr nngerne. Als Hauslehrer und Erzieher war er ihnen allerdings entbehrlich geworden. Ter ältere von Eislers Söhneil, der sechszehnjahrige Josef war zwar ein ziemlich guter Schüler, aber es fehlte ihm die nöthigc Ausdauer, und als er älter und reifer wurde, fand er an dem ansgebrckteten Handlnngsgcschäfte seines Vaters (Gefallen und gab dem Wunsche desselben, in dieses cinzntreten, nach; Jakob aber, der stets lernbegierig gewesen und bezüglich seiner Fähigkeiten von seinen Eltern unrichtig tarirr worden war, hatte sich unter Michaels Leitung zn einem tüchtigen Schüler entwickelt und bedurfte nun keines Lehrers mehr: für die zwei jüngeren Mädchen, die ja auch in weiblichen Handarbeiten Unterricht erhalten mufften, war schon früher über Michaels Anrathen eine junge Tarne aus Breslau als Gouvernante berufen worden, so das; Michael als Lehrer und Erzieher keine Lücke im Hanfe znrücklieff. Aber PinkaS Eisler und feiner Frau war er als Hansgenoge fast unentbehrlich geworden. Die beiden Gatten hatten sich eines Samstags gegenseitig gestanden, sie dächten daran Michael für immer an ihr Haus zu segeln. Sie könnten sich nämlich für ihre zwölfjährige Tochter gar keinen bessern Gatten als 'MichacL' ^dcr ohne Zweifel ein tüchtiger Arzt werden würde, wünschen. Beide verkannten allerdings die groffcn Schwierigkeiten, die sich ihrem Projekte entgcgenftellten, nicht. Michael hatte aus feinen Berhältnigen kein Geheimnis; gemacht. Jedermann wuffte, dal; er ein „Hcimathsloser" war, und das war für einen Jnbeir, der in Mähren lebte, ei» schweres Unglück. Jeder Familienvater, der Tochter besag , muffte, vorausgesetzt, daff er sie im Lande behalten wollte, bei der Wahl eines EidamS fein Augenmerk auf emen Familtanten richten. Allerdings kamen einzelne Fälle vor, wo eine jüdische Familienstclle durch den Tod eines kinder-. losen Mannes, oder durch Uebertrikc zur christlichen Religion erledigt wurde, und. die Familien, in den Städten den Gemeinden, auf dem flachen Lande ben Grnndhcrrcu zufielen; aber da diese Fälle nur höchst selten vorkamcn und sich Viele um eine solche erledigte Stelle bewarben, wurden die Preise derselben entsetzlich hoch hinaufgetrieben und waren nur mir den schwersten Sofern zn erlangen. Trotz alledem zogen Prnkas und Debora Eisler die Sacke doch in eingehender Erwägung, und kamen nach reiflichem Erwägen überein, das v.i rinnt, was ihnen als das Richtigste erschien: Michael trotz feiner

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