Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 79-80 (6.10.1886)
- Date
- 1886-10-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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AllMilie iiDciTjCljntb, bemerkt Vortragender, das; dieses Thema bereits in friUjcvcu Konferenzen behandelt, und überall das Bedürfnis;, den synngognlen Gesangzu heben, nachdrücklich betont tvnrde. Die mangelhaften Leistungen feien nicht sowohl Schuld des Lehrers als vielmehr derjenigen A n st alte n, welche seine Ausbildung übern eh men. Die meisten Anstalten für Lehrervorbildlmg besitzen keine geeignete Lehrkräfte für dieses Fach und in anderen wird von Seiten der Direktoren zu wenig Zeit und Anfmerksamkeit diesem Unterrichtszwcig gewidmet, obwohl von der größeren oder geringeren Befähigung für dieses Fach oft das ganze Glück dcS Lehrers abhängig ist. Ein Mangel auf diesem Gebiete ließe sich nur-durch besonderen Gesang- und Musikunterricht ersetzen, den sich die wenigsten verschaffen könnten. Auch bei der Ausnahme ins Seminar müßte auf musikalische und stimmliche Begabung ein Hauptgewicht gelegt werden, was namentlich diejenigen Direktoren „außer Acht ließen, welche nach einer möglichst hohen Frequenz ihrer Anstalten streben. ES fei daher die Aufnahme ins Seminar möglichst auf stimmbegabte junge Leute zu beschränken, welchen unter Anleitung p ä d a g ogisch und technisch vorgebildeter Lehrer in EhasonuSnnterricht unter Zugrunderegung und steter Benutzung der vorzüglichsten Werke dieses Gebietes, wie Bär, Deutsch, LewautowSki n. s. w. zu crtheilen sei. Eigene Kompositionen des Lehrers oder die dem eigenen Geschmacke angemessenen Variationen aus den Werken der Meister seien vom Unterrichte au s zu sch ließe». Dadurch sei es uwglich, den angehenden Ehafan mit einem Schabe brauchbarer Synagogenmelodicn auszurüsten und ihm die Mittel und Wege zur weiteren Fortbildung zu erschließen. — Schließlich richtet Redner auch an die bereits im Amte wirkenden Ehasoinm die Aufforderung, durch reges Streben an ihrer musikalischen. Fortbildung zu arbeiten und die Fruchte ihrer Studien den Synagogen und Gemeinden zu Gute kommen zu lasse!! zur Hebung des Gottesdienstes und Veredlung des Geschmackes seiner Besucher. Rach eingehender Debatte werden die folgenden vom Referenten ausgestellten Thesen angenommen. . These I. Es ist dringend nothwendia, daß die Zöglinge der jüdischen Lehrerbildungsanstalten weit mehr als bisher zu musikalisch gebildeten mit den traditionellen Gesangsweiscn vertrauten, zur Einübung von Synagogcüchören qualisicirtcn Borbetern herangebildet-werde»/ These II. Rachdenr bedeutende Eanroren Hilfsmittel für den Vorderer veröffentlicht haben, ist die Einführung eines derartigen Werkes im Seminar zur Grundlage für den Ehafounsnuterricht drirrgeirdecr Bedürfnisr. Im Einverständnis; mit der Konferenz konnte mm der Vorsitzende beiden Referenten für ihre ge d i e g e n e» Arbeitenfeinen voll st e u Beifall ansdrücken. Der Vorsitzende legte den Mitgliedern ans Herz, für die hannoversche llnterstütznngskaffe durch eigenen Beitritt und durch Sammlung in der Gemeinde und in Ehebroth zu wirken. Bon Kollege Rosentha! wird die Gründung ciucs «Vereins zur Erziehung armer Waisenkinder für Oftfriesland" angeregt und die Nothwcndkgkeit einer solchen Anstalt mit speziellen Belegen dargethan. Die Konferenz verhehlt sich keineswegs die großen Schwierigkeiten, die ein solches Unternehmen m finanzieller Beziehung mit sich führt, und ersucht schließlich den Herrn Landrabbincr, auf Kosten des Vereins zunächst einen „Aufruf an die Gemeinden" behufs Betheiligung an diesem Werke zu erlasse», was auch bereitwilligst zugefagt wird. T ü r t c i. Salonichr, 19. Sevt. Hier in unserer Gcuieinde, die bekanntlch durchwegs aus spanischen (scphardifchen) Inden besteht, criftirt eine kleine Eolonie Saragossacr Emigranten (Einwanderer ans Saragossa, einer Stadt Spaniens am Ebro), die ihre eigene Synagoge mit ihren besonderen Gebräuchen besitzt und die nebst dem gewöhnlichen Purim im Ädar auch einen solchen am IS. Schebat begeht und au demselben sogar auch eine Megillah in ihrem Gotreshanse ablesen läßt. Ich wollte dem „Israelit" schon längst einen ausführlichen Bericht über diese jüdisch - saragoffanische Eolonie und ihren besonderen Purim einsenden, wurde aber stets durch anderweitige Beschäftigungen daran verhindert. Indes; ist mir jetzt der hiesige, hochverehrte und hochgelehrte Rabbiner Bi. G. Dttolenghr darin znvorgekommen, der weben inr „Vesittv Israelirico" eine ausführliche Studie über dieses sonderbare Pnrimfesi veröffentlicht, und so werde ich für letzt btos Letztere in deutscher Uebersctznng der Oeffentlichkeir übergeben und behalte mir zugleich vor, bei panendcr "Gelegenheit nochmals ans diese Angelegenheit znrnckmkomincn. Herr Rabbiner Otrolenghi schreibt nämlich: „Ich sehe mich veranlaßt, folgende Geschichte, die zwar den Anschein einer Legende har, über die aber nichtsdestoweniger eine ans Pergament geschriebene Megillah vorhanden ist, zur Kenntniß meiner Glaudensbrüder im Abendlande zu bringen. Diese Megillah wird nicht