Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-10-06 · Heft 79-80 (6.10.1886) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 79-80 (6.10.1886)
Date
1886-10-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449675--25135-2514889
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

juib die phöuirische (piuiifdjc) Imic. mar im Elfterlhnmc eine Bezeichnung der grünten Treulosigkeit. In dieses l'aufc der Phönizier lKauaan» füiji te (')ott die Israeliten, nachdem (vr sie ans der Knechtfdjflfl Aegyptens befreit hatte. Tie Euttur der Böller sollte Israel zu Gute fonuueu; vor den Schattenseiten der Enltnr aber, vor dem Götzendienste und den Lastern der Nationen sollte Israel sich hüten. Und so wird unS am Bersöhnnngstage vorgelescn (8. B.E. l8. V 1—6): „Und der Ewige rcdere zu Moscheh also: Rede zn den hindern Israel und sprich zn ihnen: Ich bin der Ewige, Tein Gott. Nach dem Thun des Landes Mizrajim, darin rhr gewohnt habt, thnt nicht: auch nach dem Thun des Landes Kanaan, wohin Ich euch bringe, ttmet nicht, und nach ihren Satzungen wandelt nicht. Meine Lorschristen tyuct und meine Satzungen, wahret, nach ihnen zn wandeln. Ich bin der Ewige, euer Gott. Und wahret meine Satzungen und meine Lorschriften, die der Mensch thue, daß erlebe durch sic. Ich bin der Ewige." Unsre Weisen bemerken dazu im Midrasch (Ialkut E. 588): V"n ,]n^r rvjrM sh cr;:o «a» hr» :-e&n s? birrprDi „Wohl darf Israel Thcil nehmen an den Eulturfortschritten der Nationen: betvahren aber muß cs sich seinen reinen Glauben, seine reine Sitte und all die erhabenen Gesetze und Vorschriften des einzigen Gottes." Zeitrurgsnachrichion und Correfpoudcuzen. Deutschland. . Cmdeu. Dem Protokolle der2. Konserenz des Vereins isr. Lehrer und Kultusbeamten des Landrabbinats Emden, am 15. Scpt. 1886 zu Emden entnehmen wir: Anwesend waren 2ll Eollcgcn. Herr Nosenthal - Emden hielt einen Vortrag über die Frage: „Warum soll und was kann die jüdische Schule fürHebnng des Gottesdienstes thun" und äußerte sich etwa in folgendem Sinne: Seit der Jett Moses Mendelssohns fei eine Umgestaltung auf dem Gebiete des jüdischen Gottesdienstes cingetrelen, wett man unter den veränderten sozialen Verhältnissen lebhaft fübtte. daß der Gottesdienst nach Inhalt und Form einer Verbesserung bedürfe. So sei denn u. a. durchweg die Predigt in der Landessprache und an sehr vielen Crtcn der auf musikalische Grundlage geordnete Vortrag der liebele cüigesührt. Es sei aber nicht zu leugnen, dm: das Gefühl der Ncsormbcdurfligtcit gar bald in Nesorrnsrichr und Nejormwlilh aiisarlcte, und man sich die Frage habe vorlegen müssen: wo soll das hinaus, wcnn's so Weiler gehl V Vor allen Dingen aber mußten Bedürfnis; und Fähigkeit, zum allen Gott zu beten, bei den Ettern vorhanden, sein. Diese wären cS auch früher aller Orten gewesen, die ihre Kinder mit den Satzungen und Formen der synagogalcn Gebete bekannt gemacht hätten, heute sei dies leider entweder ans Mangel an Wollen oder an Können selten mehr der Fall: ebensowenig vermöchten Rabbiner eine durchschlagende Wandlung zum Bessern zn schaffen. Nnr die schule könne die angcdcutetcn Ziele austrcben, und zur Erreichung dieses Zweckes schlägt der Nefcrcut die Emschiebung eines neuen Gegenstandes in den Lehrplan vor, nämlich „Hebung in der Liturgie." Er verlangt zunächst ein häufiges, gemeinsames Znsammenlcsen in der Tesillah (Liddur), um Lesefertigkeit zu erzielen, die Abhaltung eines MinchagottcSdienstcs in der Schule, um die Kinder an ständiges Beten zn gewöhnen, und allmähliche Einführung in die Kenntnis; des ganzen Kultus und in das Verständnis; der Gebete. Schließlich empfiehlt er noch die treueste Pflege des liturgischen Gesanges, dem ein Lehrbuch mit leichten traditionellen Weisen als Grundlage dienen soll. An der sich nun entspttmcnden lebhaften Debatte bcthciligteu sich vorzugsweise Herr Landrabbiner Dr. Buchholz und die Kollegen Blnmcnrhal, Fink, Israel n. f. w. Bei der Abstimmung gelangten folgende Thesen zur Annahme: These 1. In Anbetracht der in vielen jüdischen Häusern zu Tage tretenden mangelhaften religiösen Erziehung, insbesondere der arg darniederlicgeudcn häuslichen und öffentlichen Andacht ist es eine Hauptaufgabe der jüdischen Schule, im Religionsunterricht das jüdische Kind mit allen zn Gebote stehenden Mitteln für den häuslichen und öffentlichen Gottesdienst zn begeistern. These II. Die Schule kann zur Lösung dieser "Aufgabe beitragen durch genaues Bekannrmacheu des.Kindes mit der Einrichtung unseres Kultus, durch Einführung in die Kenntnis; und das Berständniß unserer Gebete insbesondere aber auch durch treueste Pflege des ein- und zweistimmigen Gesanges. Hierauf ergriff-Herr Israel-Norden das Wort. Sein Thema lautete: „ZurFrage des synagogalcn Gesanges." Referent legt in der Einleitung dar, daß sein Thema, obwohl mit dem des Vorredners verwandt, dennoch von den Ausführungen desselben ganz unabhängig fei. Zur eigentlichen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.