Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 77-78 (28.9.1886)
- Date
- 1886-09-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Wenn null der ''rcccufnil die besprochene Novelle schon findet; so ist nit ihm darüber nicht zu mitten, da über den Gcschmack sich nicht streiten lägt. Äiiti, darüber, das; er, schnell ferrig mit dem iltUnt, -.je i’ii'iincruiia des Midrasch - - soll hcisten Talmud, da sie in ri' »p pp nyio enlhatten ist — «($ abergläubisch hlligclll^ lässt sich füglich mit ihm nicht streiten, da es ihm vielleicht nicht gelingen will, für den bctr. Aussprnch eine Deutung zu sinden, wie sie von geistvollen Rednern gerade bei solchen srappameu Stellen mit Glück angewandt wird. Da übrigens der Urheber des Ausspruchs der berühmte rs~r ist, bessert Beinamen -n^ht ihn als tüchtigen Astronomen kennzeichnet und der auch die Arzncikunsl verstand, so ist von diesem Geistesheroen wohl eben kein abergläubischer Ausspruch zu erwarten. Das; ferner der Rcccnsent die Novelle für geeignet das jüd. Familienleben von abergläubischen Verstellungen zu reinigen, mag seinen sittlichen Anschauungen entsprechen. Wir unsererseits vermögen nichteinZnschcn, in wie fern eine Erzählung, wonach ein angehender Rabbiner, um dicJngcndgelicbtc hcimführcn zu können, sich einer vollständig erdichteten Darstellung bedient, also wohtbcmcrkt' lediglich durch und Trug seinen Zweck erreicht, geeignet sein sollte, die jüd. Familie von abergläubischen Lorftcllnngcn zu reinigen. Und ein solcher Patron ist der Held der Erzählung, für die der Rcccnsent des Lit. Blattes eine Lanze bricht, wobei freilich der Umstand mastgebcnd ist, dast in derselben der alte Rabbiner als zu beschränkt dargeftcllt wird, um das Lügengewebe zu durchschauen, weshalb er auch verdicntermasten dem Spotte des Erzählers anheimsällt. Uebrigcns ist dieser charakteristische Punkt der Erzählung in jener Besprechung nicht einmal erwähnt worden. Wenn aber der Rcccnsent schließlich der diesseitigen Besprechung den Zweck insinnirt, ja geradezu sagt, „das orthodoxe Blatt habe den L. Kalender als nnreligiös verdächtigt und vor Ankauf desselben abgcralhen," so ist an dieser Millheitung kein wahres Wort. Es bedarf hierzu keiner weiteren Beweisführung; wer sich die Mühe nehnrcn will, den kleinen Artikel in Nw 66 d. d. Posen nachznlcsen, kann Nch davon überzeugen. Es wurde eben einzig und allein darauf hingemicsen, das; eine solche Erzählung nicht in einen jüd. Kalender gehöre, und die Berechtigung zu einer solchen Ansicht wird man schliestllch wohl zugestehen müssen. Tie übrigen hämischen und bissigen Aensterungen des^ Reccusenten des Lit. Blatrcs, die an kinbnche Balgerei streifen, bleiben besser mrerwähm und unerwidert. Mau merkt eben Absicht und wird - nicht verstimmt. E ii |] [ n n d. Lvttdvtt, Ul. Scpt. Ans Rew-Bm'k wird gemeldet, dast die Elmvanderiings-Koinissare beschlossen haben. 70 mittellose rumänische Juden, welche mit dein Tampsschisfe „Eghpt" von Liverpool angekommen waren, znrückznschickcn. F c ii i f l c t o ii. Zodik. Von N. Keller. VI. Der Hausierer reifte allein ab. Lieschen, die nun Esther hiest, fühlte sich bald heimisch in ihrer neuen Umgebung. Vom Lehrer der israelitischen Gemeinde erhielt sie Unterricht im Hebräischen, und Lcah unterwies sie in Allem, was ein jüdisches Mädchen, eine künftige Hausfrau zu wissen und zu können nöthig hat. Racheinigen Wochen kam Kaufmann mit einem Transport Pferde an, die er auf verschiedenen Märkten gekauft hatte und nnnanehr in der Hcimath verwerkhen wollte. Ausführlich mnstte er dem Onkel und der Tante sein gefährliches Abenteuer und seine Rettung erzählen. Zugleich sprach er die Absicht aus, seiner Lebcnsretterin sich dadurch dankbar zu erweisen, dast er sie zur Frau nehme. „Das ist recht gut und schön von Dir," sagte Rabbi Laser; „allein, cs ist doch immer bedenklich, ein Mädchen zu heirathen, von dessen Herkunft man gar nichts weist." „„Lieber Onkel,"" cntgegncte Kaufmann, „„ich habe Lieschen, ich wollte sagen Esther, herzlich lieb und bin entschlossen, mich über alle Bedenken hinwcgzusisteu!"" „Es gibt Bedenken, über die man sich hinwegfesten kann, und andere, die man wohl bedenken must. Das; Du ans Dankbarkeit ein Mädchen ohne Vermögen heirathen willst, das macht Dir nur Ehre; allein, ein Mädchen zu heirathen, von dessen Herkunft man gar nichts weist, das ist religiös nicht zu rechtfertigen, und ich glaube nicht, dast mein Bruder, Tein Vater, dazu seine Einwilligung geben wird." Kaufmann machte zu dieser Eröffnung ein höchst betrübrcs Gesicht. Rabbi Laser bemerkte das und fuhr zu reden fort: