Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 76 (23.9.1886)
- Date
- 1886-09-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ii?ir in deutscher Uebertragnng luikrnt geehrten t'efcni miuljeilcii nwlku. Dasselbe lautet: „Friede und Segen für ewig! 1*3 ist bekannt, hin im verflossenen Sommer unsere liegend vielfach h:rch Schadenbrände heimgesuchl ist worden: kaum iuiitc man angesangen, die Unglücklichen, ihres Dbhichs und ihrer Habe Beraubten der einen Stadt m unterstützen, so kam schon die Kunde von einem noch größeren Unglücke in einer andern Stadt. So wurden eine Menge Städte in Schutthaufen verwandelt, Synagogen und Lehrhäuser wurden in Asche gelegt. Tausende von Familien und Myriaden von Menschen, Männer und Frauen, Greise und Greisinnen, Jünglinge und Jungfrauen, Knaben und Mädchen wurden obdachlos, dem Hunger und dem größten Elende preisgegeben. Das Janiniergeschrei der Verunglückten erfüllt unsere ganze Gegend, und die barmherzigen Glaubcnsgcnopen unseres Landes haben bereits mehr gelhan, als ihre Kräfte gestatten, ohne das; cs gelungen wäre, dem fürchterlichen Elend auch nur einigermaßen abzuhelfen. Während wir rathlos daftehen, nicht wissend, wie wir noch ferner helfen können, gelangt zu uns die traurige Kunde von dem großen Brande, welcher inLolkowisk, Gouvernement Hrodno, am 6. Elu! die Hälfte der Stadt in einen Schutthaufen verwandelte. Der Schaden beträgt mehr als eine halbe Million Silberrubcl, während mehr als tausend Glaubensgenossen obdachlos und dem größten Elende vrcisgegcbcn sind. Dieses neue Unglück zwingt uns, die Mildrhätigkcir unserer Glaubensgenossen im Auslande anznrusen. Im Namen des Erbarmens und der Milde bitte ich Ew. Ehrwürden von diesem schrecklichen Elende unseren edlen Glaubensgenossen in Deutschland, die ja stets sich großmürhig ihrer leidenden Arüder annehmen, Kunde zu geben und sie dringend aufzufordern, sich der Elenden zu erbarmen und sie tatkräftig zu unterstützen. Der altgürige Gott wird die edlen Spender reich belohnen und sic einschreibcn und besiegeln zu langem, glücklichem und freudevollem Leben! Nicht zweifle ich daran, daß bei Ihnen reichliche Spenden eingehen werden; ich bitte Sie, dieftlben mir zu übersenden; ich werde dann zur Zeit über die An der Lcrtheilnng Nachricht geben. Ans dringender Noch rufe ich um Beistand und hone auf Hilfe. Mit herzlichein r.2'0-r>:T.n\ nrro Wunsche zeichnet in srcnndschasuicher Hochachtung Ihr ergebener Isaak bichatta» Sprktor, Rabbiner zu Kowno. Xli. Während ich dieses schreibe kömmt wiederum eine herzzerreißende Kunde. Die große Stadt Ehaslowitz in der Nähe von Mobilew am Dnieper, ist zu zwei Drittheilen ein Raub der Flammen geworden; die zahlreich Verunglückten rufen um Hilfe, und ich verdoppele meine Bitte. O, meine Brüder, eilet, uns bcizusteheu, bis Gott sich unser erbarmt! D. O. Wir haben zu der vorstehenden Bitte nur wenig hinzuzufügen. Rabbi Isaak Elchanan Spektor n ist einer der bedeutendsten Rabbiner unserer Zeit, hervorragend durch Gelehrsamkeit und Frömmigkeit; seine Bitte wird bei den edlen Männern und Frauen unseres Volkes sicherlich Gehör finden. — Die Häuser in den meistcnthcilS von Juden bewohnten Städten Westrußlands sind fast fämmtlich aus Holz gebaut, da Steine in Rußland nngemcin theucr sind. In Folge dessen ist die Assecnranz-Prämke eine so hohe, daß eine Versicherung kaum möglich ist. Da das Holz in Rußland sehr wohlfeil ist, so kann man allerdings die durch das Feuer zerstörten Häuser leicht wieder aufbancn, wenn man die dazu erforderlichen , verhältnißmäßig nur geringen Mittel besitzt. Gerade deßhalb ist Hilfe möglich und dringend geboten. Jede, selbst die kleinste Gabe, wird dadurch von großem Wertste. Schnell muß die Hilfe kommen, denn schon naht der in jener Gegend' so früh und hart anfrrctcnde Winter heran. Gebe der allgütige Gott, daß cs gelinge, der entsetzlichen Roth adzuhclfen und so viele Unglückliche vom Tode zu retten! Die Redaktion des Israelit: Dr. Lehmann. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Bremen, im September. Der zweite Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Eduard Abraham, beging am 18. August sein 25 jähriges Vorsteher- Jubiläum, an welchem der Jubilar von den Gemcindemitgliedcrn durch eine „Eduard Abraham- Stiftung" geehrt wurde. Tie Zinsen des Kapitals dieser Stiftung sollen armen Glaudensgenonen der Gemeinde zugute kommen; hoffentlich wächst das Kapital von Jahr zu Jahr, damit es den Hilsbebürftigen ihre Roth Lindern helfe. Bei der Lieber-