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Der Israelit · 1886-09-16 · Heft 74 (16.9.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 74 (16.9.1886)
Date
1886-09-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1II0I Dieselben filmten nitiiiiu'fjr ihrer Milktärpsticht in Algerien genüge»!, was für dieselben eine große Aniicl)iiillil)fcit ist. F e n i l l e t o u. Zodik. Bon N. Keller. IV. Es währte nicht lange, so erschien der schwarze Philipp in der Herberge (sjottlk'lf*. Lieschen sah, wie der Wirth denselben bei Seite nahm und mit ihm flüsterte. Sie erzitterte heftig, beim es ward ihr zur Gewißheit, daß es sich wiederum um einen Mord handele. Sie beschloß, den jungen Pferdehändler zu retten und mit ihm dem schrecklichen Hause zu entfliehen, das sic bis vor wenigen Wochen für ihr Elternhaus gehalten hatte. Sie eilte auf ihr Zimmer und schrieb mit Bleistift auf einen Zettel: „Lieber Kaufmann! Sie sind in eine Räuberhöhle gcrathen! Wenn Ihnen das Leben lieb ist, so bleiben Sie nicht in der Ihnen angewiesenen Schlafkammer. Ich habe meinen Vater mit einem Mordgesellen zusammengesehen, der wahrscheinlich gedungen ist, Sie nmzubringen. Schleichen Sie die Treppe hinauf bis auf den Speicher, dort stehen große Körbe, hinter welchen Sie sich verstecken könllen. Halten Sie für alle Fälle Ihre Pistolen schußfertig. Hoffentlich werden Sie dieselben nicht brauchen. Mit Gottes Hilfe kann ich noch frühzeitig kommen, um Sie von hier wegzuführen, ehe die Mörder ihren Anschlag auszuführen beginnen." Lieschen wußte unbemerkt dem jungen Pferdehändler den Zettel in die Hand zu drücken, und ging dann zur gewöhnlichen Zeit zu Bette. Gegen U Uhr kam die Mutt«'r mit einem Licht in der Hand und leuchtete in ihr Bett. Das junge Mädchen lag anscheinend im tiefsten Schlafe. Beruhigt verließ Frau.Gotthelf die Kammer. Bald nachher hörte Lieschen, wie die Hausthüre geöffnet wurde. „Ha," sagte sie, „jetzt wird der schwarze Philipp eingelaffen!" So war cs in der That. Gotthelf führte den Mörder in die Wirthsstube, um mit seiner Frau und ihm das Nähere zu besvrechen. Lieschen sprang ans dem Bette, kleidete sich rasch an, schlich barfuß hinunter in den Hof, öffnete die Garten t hü re, so wie auch die Thüre, die vom Garten in den Wald führte; beide Thüreu ließ sie weit offen stehen, während sie die Hintere Hosthüre zudrückte, ohne den Riegel vorznschieben. Dami ging sie wieder aus ihr Zimmer und harrte i» größter Spannung arff das, was kommen würde. Bald nach v* Uhr hörte sie, wie die Thiire dc-z Zimmers, in welchem der Fremde übernachten sollre. geöffnet wurde. Dann hörte fie' einige dumpfe Schläge, die tvahrstbeinlich mir einer Axt gegen das Kopfende der Bettlade geführt wurden. Am einmal hörte sie Philipp schreien: „Hier ist Aiemand, der Vogel ist ansgestogen!" — Göttlich' eilte zur Hausthüre — sie war verschlossen. Aber die Hinterthüre war entriegelt, und die beiden Gartenthüren standen weit offen. „Hierher, Philipp!" schrie Gotthelf, „durch den Garten hat er sich weggcmacht; im Gehölze finden wir ihn; weit kann er noch nicht sein. Komm', mach' schnell, wir wollen ihm nachlaufen! wir müssen ihn finde», sonst zeigt er uns an!" Durch den Garten stürmten die beiden Mörder. Frau Gotthclf lief hinterdrein. .Diesen Augenblick benützte Lieschen, um Kaufmann und sich selbst aus den Händen der Bösemichter zu retten. Mit einer kleinen Blendlaterne versehen, eilte sie auf den Speicher und ries Kaufmann beim Namen, worauf dieser sofort hervorkam. Beide eilten jetzt die Treppe hinunter. Lieschen schob geräuschlos den Riegel vor die Hinterthüre, öffnete dann mit dem Schlüssel die vordere Hausthüre. Die beiden jungen Leute traten kn das Freie, ^Lieschen schloß die Thüre ab und steckte den Schlüffe! in die Tasche, dann zog sie ihre Sckmhe an. Run führte sic den Geretteten durch Wiesen und Felder in eine Gegend, die der, wohin sich die Mörder begeben hatten, entgegengesetzt lag. Nachdem Beide etwa eine Stunde gelaufen waren, kamen sie an ein Bauernhaus, vor welchem eine Bank stand. „Hier sind wir. Gott sei Dank, sicher," sagte Lieschen. „Hier wollen wir ein wenig ruhen; denn, wenn auch die Mörder kommen sollten, so brauchen wir nur Lärm zu machen, und der Bauer und seine Söhne und seine Knechte werden uns zu Hilfe eklen." Sie setzte sich auf die Bank, und Kaufmann nahm neben ihr Platz. „Lieschen," sagte er, „wie kann ich Dir genug danken! Du hast mir nicht allein das Leben gerettet. Du hast auch Barer und Mutter um meinetwillen verlassen!" „„Sie überschätzen, Herr Kaufmann,"" sagte Lieschen, „„was ich für ^tc gelbem habe. Jene elenden Menschen sind, Gott sei Dank, nicht meine Eltern; dnrch ein Verbrechen bin ich in das schreckliche Haus gekommen. Gotthelf hat mich, da iÄ f \ f >^4 xZ^iau****

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