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Der Israelit · 1886-09-16 · Heft 74 (16.9.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 74 (16.9.1886)
Date
1886-09-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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-I:J07 riiiuid! den über die Thora. ,er, heil siche mit Gleichgiltigkeit Hand irr Hand. : sei dem abzuhelsen, itue sei rs;>u erreichen, j daß da6 große Pttblitnrn mehr als bisher für den ,j Tmiagogenbesuch nciuoimcit lucrbcV Redner glaubt j rrrcht, daß cO durch seine (nöneninfleii ju einem <! entscheidenden Beschlüsse foitiiticii werde, bas sei I1: nmnösilich, auch wenn die Berathnnsi bis in die Nacht S. hinein währe, aber angesichts der angeführten, be- ] jj trübenden Thalsachen müsse etwas gcthan werden, - nm allmählich ans Ziel zu gelangen. Verschiedene $ 1 Versuche zur Hebung des Uebclftandes, so der knrz- 'i lief) ciugeführlc Kindergottesdienst, seien au sich selbst l 'Egescheitert. Wenn derselbe vielleicht durch die Vc- . kgcisterung eines Geistlichen in einzelnen Gemeinden l - «och bestehe, so habe er sich im Allgemeinen nicht - . bewahrt. Das liege in der Natur der Sache. Nicht I - jeder Prediger habe Kraft und Frische genug, dop- - pelt an einem Tage zu fuugiren, zum Frühgottesj dicnste zu predige» und am Nachmittage sich mit > |; den Kindern zu unterhalten. Und dann — aus 1 Kindern werden halbwüchsige Jungen; diese dünken ■" sich erhaben über den Kindergottesdienst, aber zum Hauptgottcsdienste gehen sie auch nicht. — Uebrigcns seien nicht blos Kinder, sondern auch Erwachsene zu gewinnen. Wie viele werden nicht am Besuche des Gottesdienstes durch amtliche Pflichten verhindert, durch geschäftliche Abhaltungen, durch Märkte, die am Sonnabend in kleineren Gemeinden : stattfindcn. Nicht Mangel an Interesse sei es, was so viele von der Synagoge fernhalten, das beweise j die Thatsache, daß an den jüdischen Feiertagen, die mit den christlichen zusammensallen, die Golteshau- | ser so sehr überfüllt seien. Als in einer größeren \ Gemeinde Polens, so erzählt Redner, der Wochenmartt auf Sonnabend verlegt worden sei, habe die j . jüdische Gemeinde eine große Summe geboten für! Zmückverlcgnng des Wochenmarktes auf Freitag;! j die Gemeinde wurde abgcwicsen, indem man ihr zu l ' verstehen gab, die Maßregel sei grade darum eingc-! * führt worden, um einen. Tag der jüdischen Eoncurrenz los zu sein. Was geschaht die jüdische Ge- - mcinde behielt ihr Geld und öffnete am Sonnabend ihr Geschäft. Noch ein Ausweg sei vorgeschlagen; worden, der sich Lediglich auf die Heranziehung der i : Schüler zum Frühgottesdicnsie beschränke; man habe m manchen Gemeinden die Schuldirektoren dazu i vermochr, die Schüler alle 4 Wochen am Sonnabend der Nemnondsverkündiguug vom Schulbesuch zu dispcnsircn. Solche Direktoren abergäbe cs scbr wenige. Auch , läge sich in dieser Beziehung nichts Normales fcftstcLen. So müge denn eine Zeit ausj. findig gemacht werden, in welcher Kinder und Er- Ivachscuc frei Habei». Für die geeigucteste Zeit halte Redner die Stunde, in welcher der Miichagotlesbiciift abgehalten rverde. Dieser müsse vorzüglich durch Einsührnng regetuiaßiger Predigt zum Hanptgotlesdiensle niilgeinundell werden. Zn diesem Gottesdienste sollen aver nicht mn Kinder, sondern auch Erwachsene herangezogen werden. Er wolle nicht gerade Vorschlägen, auch der Thora-Borlesung bui\1) Aufrufen von 7 anstatt:i Personen höhere Bedeutung zu geben; dies müsse sich nach dein größeren und kleineren Reformbedürfniß der Gemeinde regeln. Jedenfalls sei damit eine Zeit gefunden, in welcher Kinder und Erwachsene, Franc« und Männer durch nichts verhindert würden, ihren religiösen Bedürfnisten durch Besuch des Gotteshauses nachzukommcn. Freilich werde gegenwärtig diese Zeit von vielen 511 einem Schläfchen benutzt, man kenne ans Bernstcin's Erzählungen zur Genüge diese schläfrige Zeit. Aber das schlafende Dornröschen müsse wach geküßt werden. Redners Vorschlag gehe dahin, in Gemeinden, wo beispielsweise alle 14 Tage zu Mussaph eine Predigt stattfand, das Verhältnis so zu ordnen, daß alle 14 Tage abwechselnd bald zu Mussaph, bald zu Minchah gepredigt werden soll, Redner schloß, indem er nochmals betonte, er wolle mit seinem Vorschlag nur eine Anregung gegeben haben; er ser sich dessen bewußt, daß die Sache damit noch nicht abgcthan sei. I acob so »- Schrimm fragt, ob Vorredner beabsichtige, mit seinem Vorschläge einen Beschluß ' der Versammlung hervorzurufen; in diesem Falle müsse er die Eompetenz der Lehrerversammlung zur Entscheidung dieser Angelegenheit in Frage ziehen. Keine Gemeinde ivcrde sich nach einem solchen Beschlüsse richten. Rur von Rabbinern könne dergleichen ansgchen. Im Nebrigcn bezwecke der Vorschlag nur die' Heranziehung zum Gottesdienste und Gebete; es gebe viele Tinge, die viel wichtiger seien. Er wolle nur erinnern an das Schreiben der Schüler am Sabbat. Redner habe auch die Predigt als; Hauptbestandteil des Gottesdienstes hingcftellt, wowil er sich durchaus nicht einverstanden erklären .könne. Wohl sei der Vorschlag ein Fortschritt gegenüber dem früher empfohlenen Kindcrgottesdienste und schon darum mehr opportun, weil auch Erwachsene berücksichtigr werden; aber er sei der Ansicht, wie er schon früher betont, daß sich in der Sache. nichts Normales fcfifc*5cn laue, sondern die ganze Frage je nach den lokalen Verhältniffen geregelt werden müne. In diesem Sinne bitte er die Versammlung zu beschließen. B aß freund-Tarnowitz stimmt dem Vorredner bei, daß die Angelegenheit nicht vor die Lehrer-

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