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Der Israelit · 1886-09-16 · Heft 74 (16.9.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 74 (16.9.1886)
Date
1886-09-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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. i .".ui „ein Bnnm bcs Vebett*?, bes cn»irtfit VcLuvito ift fic denen, bie feit an iljr lialicti." llnd daher Pat bei*.'U'iuplji'i v-'y 'ü' i'yri wo 'o „wie bie Tage des Baumes, des ti"nn |*y, des UUuuiico bes emipu Vcbcii^ sind bie Lüge meines Golfes." Aber nicht mir ciuirtcv iiebeii nibt uns die Thora, foubcrii nml) riuirtc Freiheit min tisbn:) pr;-' vo nSv prn p p yw denn her wahre Freiherr ist nur der, welcher durch die Thora lernt, mit Bewußtsein zn thnn, was rtnt und recht ist. Haft du nun das gelernt, und Gott hat in Seiner Gnade dein Mühen zn dieser Vollendung gelangen lassen, so darfst du doch nie auf deinen Lorbeeren ansrnhen wollen, hvtyb yyn p nr.x sn ruso. „Niemals erlangst du die Freiheit, dich der Thora zu entziehen." Es gibt zweierlei Arbeiter; solche, die man in Lohn nimmt für eine bcsiimmte Zeit, und solche, die inan micthet zur Vollendung eines Werkes. Ift die bestimmte Zeit verstrichen, so werden die ersten entlassen; ist das Hans gebaut, das Schiff vollendet oder der Kanal gegraben, so werden die zweiten fortgeschickt. Nicht diesen Arbeitern gleichen wir im Dienste unsres Gottes. Er entlaßt uns nicht aus Seinem Dienste bis zn unsrem letzten Athemzuge — und die Arbeit, die wir für Ihn zu verrichten haben, können wir niemals vollenden. Er ist es ja, der sie vollendet, und wir können uns daher nicht ablohnen lagen und von dannen ziehen. Wohl wirst du durch Gottes Hilfe in Folge des Thorastudiums ein pnn p, ein freier Mann; aber nicht in dem Sinne 7022 822'-, das Joch der Thora von dir abznschntleln. Der wahrhaft Freie wird das, kann das nicht wollen. Tic höchste Freiheit besteht ja darin, mit Bewußtsein zu thnn, was gut und recht ist, also dem Allwerse» zu dienen mir ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allem uuserm Vermögen. Wer sich dieser Aufgabe entziehen wollte, der wäre nicht mehr frei, der würde gar bald ein Sclave seiner Leidenschaften, Launen und Neigungen werden. Und wie es dem Einzelnen ergeht, so ergeht cs der Gesammtheit. Thöricht sind die Menschen, die meinen, die Gesetze der Gotteslehre seien mir für die Kindheit unsres Volkes gegeben; mit der zunehmenden Enltur, mit dem Aufblühen der Wisienschaften könnte man sie entbehren. Man könne an die Weltenlenknng Gottes glauben, ohne die ThepMin anzulegen, an die Allgegeuwart unseres Vaters im Himmel ohne die Zizioth anznschauen, man könne an den'Auszug ans Aegypten auch ohne Mazzah und Maror sich erinnern! Nicht doch, die hohe, geistige und sittliche Vollendung muß immer wieder auf's Nene errungen werden *py rH -rrr.^ n:NL,;n „e*5 ist dir nicht möglich, di.' Arbeit abzuschl'testen 7022 n-rt p non ’Nt und Mi wirst nie ein solcher Freiherr werden, daß du die Gotteslehre entbehren könntest." (Fortsetzung folgt.) Zeituttgsttachrichten und Correfpoudeuzeu. D e u t s ch l a n d. Berlin, 14. Sept. Vormittags fand in der großen Synagoge die Trauerfeier für Ludwig Löwe statt. Außer den Familienmitgliedern waren Vertreter der Körperschaften, denen Löwe angehörte, anwesend: Oberbürgermeister von Forckenbeck, Bürgermeister Duncker, Stadtritthe, Stadtverordnete, Reichstags- und Landtags-Abgeordnete verschiedener Parteien. Nach der Rede des Rabbiners Maibaum bewegte sich der Leichenzug, an dem das Fabrikpersonal Lowe's, fortschrittliche Vereine re. theilnahinen, durch die von der Menschenmenge besetzten Straßen nach dem jüdischen Friedhof, wo Virchow, Träger und Hermes Reden hielten. Rach dem Segen des Rabbiners Ungerleider wurde der Sarg in die Gruft gesenkt. □ Frankfurt a. M. (Statistisches). Dem Religionsbekennlniß nach gehörten hier 94,042 Personen der evaugelischen Religion (gegen 89,772 im Jahre 1880), somit Zunahme 12.9 pEt. Ter katholischen Religion angehörig sind 43.696 (gegen 97,919 im Jahre 1880), somit Zunahme if>.l pEr. Der israe!itischen Religion gehören an dahier 15,554 (gegen 19,849 im Jahre 1880). Zunahme somit 12.4 pEt.; sonstigen Bekenntnissen und Ti»identen 1481 (gegen 1291 im Jahre 1880). Breslau. (Fortsetzung statt Schluß.) Gemäß dem am vergangenen Tage gefaßten Beschlüße, folgt als 4. Punkt der Tagesordnung: „Erörterung der Mittel zur Heranziehung der Jugend zum Gottesdienste," wozu Tr. Badt-Breslau das Wort erhält. Redner führt aus, daß in den letzten Jahren sehr viel geschehen sei, um den jüdischen Religionsunterricht zu heben und die.Kinder zn demselben herauzuziehen. Aber was nütze es, wenn man dem,Kinde das Gebetbuch beibringe, sofern es tut entscheidenden Augenblicke int Gottesdienste nicht wisse, wo die Gemeinde hält v Trotz aller Anstrengungen von Seiten der Lehrer, trotz guten Religionsunterrichtes können die Schüler nicht

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