Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 73 (13.9.1886)
- Date
- 1886-09-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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11*11 mtbenen Ziiiigeu ('uritm imjmlu, inl^cgenwart bev Diesltwten uovimlnu und sich ou jene bann in passeubfier UUctfe der schon evmölmte Xiainpf mit dem Hausdrachen anschtost. l^s hatte einen Skandal aertebeu, der au VlH‘3fll&iflfcÜ nichts \u wünschen übrig lieh.... Der Dichter singt: „TuS eben ist der Fluch der düsen That, daß sie fonzengeud immer Böses muß gebären" — in Golzingcr entstand ein lebhaftes Gemüth bedruckendes Bedauern, gegen Weib und Kind mit solcher kanibalischen Härte vor« gegangen zu sein, die von der weichen Hand seiner Gattin vermittelst des Mediums eines Stiefelknechts empfangene Beule, schmerzte ihn nicht nur, sondern verunstaltete auch sein Gesicht, — dagegen hatten die fünf Finger seiner derbenmuskulösen Hand, selbst nachdem die seiner Gattin applicirten Ohrfeigen längst verklungen waren, doch deutlich erkennbare'Spuren auf deren Wangen zuruckgelasseu. Die Frau Bürgermeisterin empfand es schmerzlich und bedauerte es lebhaft, sich zwischen Gatten und Sohn geworfen zn haben, grollte auch Letzterem als schuldige Ursache des Streites, mit einem Worte die Stimmung in Golzingers Hause war eine hochgradig ungemüthlich gewordene. Allein nach einem allen guten, wenn auch etwas trivial klingenden Sprüchworte: „Pack schlägt sich, Pack vertragt sich", vereinigte die allseitig anerkannte Nothweudigkeit einer Versöhnung die drei Familienglieder, Vater, Mutter und Sohn, schon im nächsten Tage, und ihr Grimm lenkte sich auf jene, welche sie in höchst sonderbarer Verblendung als die Urheber des ganzen höchst unangenehmen Vorfalls betrachteten. Intuitiv von dem Bestreben geleitet denselben in einer Persönlichkeit, die wenn auch nicht in dem gegenwärtigen, so doch, einem eintretenden Zeitpunkte von ihrer Rache erreicht werden konnte, zu suchen, waren die Mitglieder der wohllöblichen Golzingerschen Familie mit der krankhaften Logik eines halb oder ganz Verrückten zu bcm überraschenden Resultate gelaugt, der Hauptschuldige sei Michael Mein, und da Aron 'Brack, ganz überflüssiger Wch'e. den verlassenen elternlosen Uuaben aufgeuommeu. dieser mul) ein Mitschuldiger. Da es einem mit Vernum begabten Wesen völlig nilglaublich erscheinen muß, das; mau zu solchen Denkresnttateu gelangen kann, halten wir es für angezeigr, eine der vielen sinnreichen Argumente für diese Behauptung anzuführen: Lorenz schrie: „An dem ganzen Unheil ist Niemand anderer als der kecke, zudringliche Lump der Michael Schuld. Hatte ich mir die Reitpeitsche nicht in die Lateinstunde mitgenommen, ich Hab' sic ja nur seinetwegen mitgenommen, — hätte mich der böse Husarenoffizier mit derselben nicht ins Gesicht geschlagen, der schlechte Bub, der Michael sie nicht zerbrochen und Dir Schaden zufügen können.... Und. daß ich Dir lieber Vater gesagt, ich Hab' den Schlag von Michael und nicht vom Grafen Andrassy bekommen, das Hab' Ich wirklich nicht ans Lügenhaftigkeit, das Hab' ich nur aus großer Liebe zu Euch gethan, weil ich Euch nicht kränken, weil ich meine dumme Uebereilung um jeden Preis vor Euch verheimlichen wollen." ..Ich sage ja immer", rief Fran Golmzer in überftrömenden Gefühle ihres Mutterglückesihr wohlgerathenes Söhnchen heftig an sich prepend, „er ist ein bischen lebhaft, aber har ein Goldherz! .... Er will seine Eltern nicht kränken, der Prachtjunge! .... Und den konntest Du schlagen!? Dominik, das vergebe ich Dir auf meinem Sterbebette nicht!" Als letztes Resultat dieser rührenden Familienversöhmnig ergab sich der einstimmige Beschluß: Geeigneter Zeit sich an Michael und seinem Pflegevater nach besten Kräften zu rachen. (Fortsetzung folgt.) .Der Israelis erscheint wöchenUich zweimal, MontagS und Donnerstag-, fedeSmal in mindestens 2 Preis de? Jahrgang? für Deutschland und Oesterreich 12 ReichS-Mark, rür'S Ausland 18 Reichs-Mark. Man abvnmrt gan;- iähria. halbjährig ober diecicljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Perirzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Danknoren laut (JourS. — Tirecre Franeomferrdung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., füc's Ausland 16 Reichs-Mark cn di- Expedition franco ein;usenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die Sprüche der Barer. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: AnS Thüringen. BreSlau. — Frankreich: Paris. — Rußland: Dilna. — Feuilleton: Micha-!. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Berlin. Pr. Friedland. Dollstein. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Prag. — Frankreich: 3mal Paris. — Verantwortliche Redaniou: Dr. Lehmann in Main;. — Expedition große Bleiche 'Jlr. 45. Druck und Verlag von OScar Lehmann in Main;. (Hierzu eine Beilage.)