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Der Israelit · 1886-09-09 · Heft 72 (9.9.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 72 (9.9.1886)
Date
1886-09-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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,\u luakii und dessen l'dimi den Rücken zu kehren. Einen schönen Bewcw davon Üeseele uns dn>? ver gaitgene Schabnarhsest an den, mehrere rw.n nss (Dhorarollen! für verstbiedene Spnagogen hier ein gelveiht wurden,'und wurden dieselben, geschninckl niit ihren silbernen -vd (heiligen Olerälhen), nnler seidenen Baldaeh.aen nnd unter Mnsikbegleitnng lind Weimifl (üoii Psalmen nnd Lobeohmnnen) in feierlicher Prvcession dnrch die Straßen der Stadt in die für sie bestimmte'! Gotteshäuser getragen, wobei die Bevölkerung (Araber, dopten, Beduinen, (Griechen, Arnlenier re.) Spalier bildete. Ban irfli'itb einer Störung dieserFeier war selbstverständlich keine Rede. Da, abgesehen von den von der Polizei crgrissenen Borsichtsrnastregeln, unsere Bevölkerung wohl weis;, welche Strafe Denjenigen ereilt, der cs hier wagen sollte, irgend eine religiöse Zeremonie zu stören. In (ygupteii herrscht volle Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung aller Eonfessioncn. — Bor einigen Tagen wurde hier auch die nach dem Borbildc der weltberühmten Biktvr- Emannel-Gallerie in Mailand erbaute Bechor-Menasche-Gallerke, eilt drei Stock hoher Geschäftspalast mit zahlreichen Comptoirsnnd Berkaufsläden, der eine Grundfläche von 5000 Quadrat-Metern bedeckt und dessen Herstellung fünf Mill. Francs gekostet hat, feierlichst eröffnet. Ekgenthümerkn dieses Palastes ist die r$ocifctG anonyme des Immobiles* hier und lies; sie denselben nach ihrem verstorbenen Präsidenten, Baron. Lechor Mcnafche, der die Anregung zu diesem Ban gegeben hatte, benennen. Auf der „Places des Consuls“ gelegen, bildet dieser Palast eine Haupt.zierde des gleich einem Phönkr aus ferner Asche wieder entstehenden Alexandrien.*) E Familie Mcnafche, deren Oberhaupt Kaiser Franz Josef in den österreichischen Frekherrenftand erhoben, ist ihres ungemein grasten Wohlthätigkcitssinnes hier allgemein geachtet und beliebt und der Vater des verstorbenen Bechor Menasche, Baron Jakob Menasche y":, hat vor seinem Tode unserer Gemeinde ein grostes stockhohes Gebäude zur Errichtung einer Talmud-Thoraschnle in demselben überlassen. Dieses Hans konnte verschiedener Ursachen halber erst jetzt seiner heiligen Bestimmung zngeführt werden, wobei sich der Sccrelär unserer Gemeinde, Commendatore Pereira de Leon, durch seinen außerordentlichen Eifer, graste Bc'.dienste erwarb. Sie^ sehen also, das;, trotzdem Alexandrien eine große.^ee- und Handelsstadt ist, in der Alles *) LNerandrien wurde bekarrrukich während deZ Bv:r:bardcmcurä durch die englische ,Z!o:re nn Juni ivSN von seiner zelorischen arabische» Bevölkerung in Brand gefteekr und so zum größte Tbrile zcnrön. nur dem Mammon nachjagt, 'wir doch nßht, lveder an iniscre Absiammilng noch an unseren Glanben vergessen, nnd dabei auch bestrebt sind, denselben rein nnd inlaet ans unsere Nachkommen zu vererben. ~ Der Sohn unseres verehrte!! Cnltnsvorstandes Raphael Aghion, Herr Billorko Aghion, hat vor einigen Dagen Frl. Celina Iabes, gleichfalls ein >iind unserer Gemeinde, als Gattin heimgesührt und lvar die Hochzeit nicht nur ein Fest für die Reichen, sondern auch für die Armen, da sowohl die Familie des Bräutigams, wie auch die der Braut beträchtliche Geldspenden vertheilen liesten. Herr Bittorio Aghion hat sich schon graste Bcrdienste um die hiesige Talmnd-Thoraschnle erworben, die überhaupt von der Familie Aghion groste Unterstützungen erhält. — Tic egyplische Negierung hat beschlossen, um ihre Einkünfte zu vermehren, eine Gcbändcstener cinzuhebcn und daher alle Häuser hier und in den übrigen Städten des Landes durch eigens dazu ernannte Kommission abschützen zu lassen. In der nun für Alexandrien ernannten Commission wird auch der hiesige' jüdische Großhändler Castro sitzen, und werden die Alexandriner Inden nicht klagen können, daß ihre Stimme in dieser Commission nicht gehört werde. Feuilleton. W i ch a e-f. Erzählung vou S. Ko hu. Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.)^ „Ich habe dem. alten Manne versprochen," fuhr Pater Willibald zu reden fort, „ihm sein Recht, seinem ^ohn, so weit das eben erreichbar, Genngthumlg zu verschaffen .... Herr Bürgermeister, ich must Sie dringend bitten, dem alten Manne, die kleine Pension, die ihm gebührt, auszuzalMr, er ist in seinem vollen Rechte; auch must ich ^ie ferner recht sehr bitten, dem alten Wenzl als Ersatz für die harte Gcfängnisthafr drei Gulden, dem Steinkloprer Hans aber, fünf Gnlden Schmerzensgeld zu bezahlen." „Weiter haben Sie keine Wünsche?" schrie Golzinger ironisch, wüthend. „In dieser Angelegenheit noch einen, nämlich den, daß Sie die beiden Mißhandelten recht herzlich um Verzeihung bitten; — aber diesen Wunsch werden Sie nur gewiß nicht erfüllen." „Darin haben Sie vollkommen recht!" erwiderte der Bürgermeister giftig. „Glauben Sie in der Thar, daß ich Ihrem anderen Wunsche entsprechen. den beiden groben Lumpen ein schönes Stück Geld aus meiner Tasche zahlen werde?" mb»swwu.

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